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Region Amberg
Mittwoch, 22. November 2017 10° 2

Eröffnung

Geborgenheit für schwerkranke Kinder

In Ninos Kinderhaus in Gailoh finden junge Patienten, die intensiv pflegerisch betreut werden müssen, ein Zuhause.
Von Rolf-Dieter Reichert

  • Zum Wohlfühlen: Die Therapie-Schaukel wurde beim Tag der offenen Tür gleich ausprobiert. Foto: arr
  • Zimmer mit direktem Zugang zum Garten Foto: arr

Amberg. „Ninos Kinderhaus“ in Amberg-Gailoh ist eröffnet. Dieses Kinderhaus soll in Zukunft eine Lücke in der Versorgung schwerstkranker und pflegebedürftiger Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener bis zum 21. Lebensjahr schließen, die aus verschiedenen Gründen nicht, nicht mehr oder noch nicht im elterlichen Wohnumfeld betreut werden können, da sie durch eine Behinderung oder Erkrankung an eine intensive pflegerische Betreuung und eventuell eine Dauerbeatmung gebunden sind.

Familiäres Umfeld wird geboten

Hell und freundlich sind die Zimmer gestaltet. Foto: arr

Grundgedanke von „Amicus“ ist es, diesen Patienten zu ermöglichen, in einem familiären und kindgerechten Umfeld zu leben, in dem sie sich geborgen fühlen. Zudem sollen sie individuell gefördert werden – gewährleistet durch Fachpersonal mit Sonderausbildung als Angestellte im Kinderhaus und durch Fachfirmen, die im Haus selbst ihre Therapien anbieten, erläuterten die Verantwortlichen im Gespräch mit unserem Medienhaus. Dies alles solle dazu führen, dass eine dauerhafte Versorgung im Kinderhaus, eine Übergangs- bzw. Überbrückungspflege oder auch eine Verhinderungspflege und damit eine Entlastung der pflegenden Angehörigen möglich ist.

Das Kinderhaus ist eröffnet: von links Pfarrer Joachim Kölichen, Kaplan Thomas Kopp, Gisela Schießl (AMICUS Geschäftsleitung), Alfred Popp (Architekt), Ute Hilpert (Teamleitung Pflege), Martin Preuß (2. Bürgermeister), Marina Lenk (Pflegedienstleitung), Simone Prechtl (Familientherapeutin, pädagogische Leitung), Bianca Scherer (Pflegedienstleitung). Foto: Giesela Schießl

Die offizielle Eröffnung am vergangenen Samstag wurde begleitet durch das A-Capella-Ensemble „SunnySongdays“. Max Baumgartner verlas eine Grußbotschaft von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die leider ihren Besuch absagen musste. 2. Bürgermeister Martin J. Preuß sparte in seinem Grußwort nicht mit der Bewunderung über das gelungene und nicht nur für die Stadt Amberg so wichtige Projekt, das Architekt Popp vorstellte.

Den kirchlichen Segen erteilten dem Haus und dem Personal anschließend Kaplan Thomas Kaplan Kopp und Pfarrer Joachim Kölichen. 2. Bürgermeister Preuß und Architekt Popp übergaben der Pflegeteamleiterin Ute Hilpert jeweils einen Scheck als Spende für den Verein „Nino’s Freunde e. V.“ dessen Vorsitzende Ute Hilpert ebenfalls ist. Der Verein hat zum Ziel, die Pflege im Kinderhaus in allen Belangen zu unterstützen und zu fördern.

Ninos Kinderhaus

  • Pflegerische Betreuung

    Abgedeckt werden kann im Kinderhaus die dauerhafte Versorgung. Auch Übergangs- bzw. Überbrückungspflege, bis die häusliche Pflege sichergestellt ist, und eine Verhinderungspflege, die Angehörigen einen Urlaub oder die Wahrnehmung von wichtigen Terminen erlaubt, wird angeboten.

  • Unterstützung der Eltern

    Für die Familienunterstützung steht eine Familientherapeutin bereit. Eltern können auf Wunsch vom pflegerischen und pädagogischen Fachpersonal angeleitet werden. Für Eltern stehen bei Bedarf auch Elternappartements im Haus zur Verfügung.

  • Kontakt:

    „Amicus“ – ambulante Intensivpflege, Hartenrichter Straße 1 in 92421 Schwandorf. Tel. (0 94 31) 27 40, E-Mail: info@amicuspflege.de, Internet: www. amicuspflege.de , oder Ninos Kinderhaus Amberg, Erich-Kästner-Straße 4, 92224 Amberg, Telefon. (0 96 21) 7 88 09 23, E-Mail: ute.hilpert@amicuspflege.de

  • Förderverein

    Zur Unterstützung der Arbeit in Ninos Kinderhaus wurde der Förderverein Ninos Freunde gegründet; 1. Vorsitzende ist Ute Hilpert, 2. Vorsitzende Simone Prechtl. Zweck des Vereins ist die psychische und soziale Unterstützung von betroffenen Familien und intensivpflegebedürftigen Kindern im eigenen Zuhause oder eben in „Ninos Kinderhaus“. Aufgabe des Fördervereins ist unter anderem das Sammeln von Spenden zur Unterstützung der Kinder und Eltern für die Betreuung. Besonders am Herzen liegt allen Mitgliedern des neu gegründeten Vereins das Erfüllen von Herzenswünschen der Kinder. (arr)

Pflegepersonal ist besonders geschult

AMICUS stellt sich am Tag der offenen Tür vor. Foto: arr

Wie Ute Hilpert ausführte, habe das Team Erfahrung im Bereich Schmerzmanagement und arbeite seit vielen Jahren mit schwerkranken intensivpflichtigen und mehrfach behinderten Kindern. „Wir, also mein Schwesternteam und ich, werden das Kinderhaus mit Leben erfüllen und qualitativ hochwertige Pflege ermöglichen. Denn wir sind alle Kinderkrankenschwestern mit speziellen Zusatzausbildungen in den Bereichen außerklinische Beatmung oder auch Palliativpflege“, machte die Teamleiterin deutlich.

Das Haus selbst sei durch seine Architektur, Großzügigkeit und Barrierefreiheit dem pflegerischen Bedarf bestens angepasst. Besonders für Kinder habe man die Umgebung optimal ausgestaltet. Hier könne jeder der Patienten einen Platz zum Erleben, Spielen, Musizieren und für Bewegungen finden. Bis zu neun Patienten können in Zukunft in diesem Haus rund um die Uhr betreut werden, so Ute Hilpert. Durch das Hinzuziehen von externen Dienstleistern seien auch verschiedene Bereiche abgedeckt, die das Pflegeteam nicht leisten könne, beispielsweise durch die Lebenshilfe Amberg-Sulzbach e. V., oder auch Fachpraxen für Physiotherapie und Ergotherapie, erläuterte Hilpert. (arr)

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