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Region Amberg
Sonntag, 19. November 2017 9

Schauspiel

Gelungene Verwandlung auf der Bühne

Die Komödie „Kundendienst“ von Curt Flatow machte ihrem Namen alle Ehre.Das Publikum im Stadttheater in Amberg erlebte Witz und Esprit.
Von Mariele Schön

Drei Schauspieler stehen bei der Komödie „Kundendienst“ von Curt Flatow auf der Bühne. Foto: Schön

Amberg.Normalerweise ist das Stadttheater bei Komödien gut besucht. Am Sonntag waren etliche Plätze leer. Schade, denn die Schauspieler vom Tournee-Theater Thespiskarren hätten ein volles Haus verdient. Drei Leute mischten auf, mehr brauchte es nicht.

Marcus Ganser, der auch Regie führte, stand als Kosmetikvertreter Gilbert Dumont auf der Bühne, Claudia Wenzel spielte seine drei Ehefrauen Denise, Isabelle und Jeanne sowie seine Liebe, Simone. Gisbert-Peter Terhorst schlüpfte in die Rollen des Gefängniswärters Thibaut, des Firmenschefs Lavallet und – ausgestattet mit Zöpfen – in die der Haushälterin Marie.

Zum Inhalt: Dumont ist erfolgloser Kosmetikvertreter. Seine Gattin Isabelle fordert von ihm Luxus, sein Chef Umsatz. Den steigert Dumont, in dem er auf Anraten Lavaletts seinen Kundinnen Komplimente macht „undsoweiter“. Das „Undsoweiter“, reicht den Damen nicht, Isabelle und Jeanne fordern die Ehe und Gilbert opfert sich. Für seinen Chef, für seine Gattin teilt er sich die Woche über für die Ehefrauen auf. An einem freien Mittwoch trifft er Simone, die liebt er. Alles läuft, bis er ins Krankenhaus muss, seine Frauen dort aufeinander treffen und Gilbert schließlich im Gefängnis landet.

Mit der Gefängnisszene begann die Komödie. Ein Klappbett an der Wand, daneben die Toilette und ein vergittertes Fenster, das in der Mitte der Bühne die Zelle absteckte. Von hier aus sprang Terhorst von der Rolle des zuhörenden Gefängniswärters in die des strengen Chefs der Kosmetikfirma. Bühnenbildner Martin Köster-Rössling hat die Bühne zweigeteilt, so dass sie auf einer Seite Gefängnis, auf der anderen Seite Büro war. Die Umwandlung passierte vor den Augen des Publikums, wenn Terhorst aus der Uniformjacke des Gefängniswärters in die des Chefs schlüpft und Ganser ihm auch noch die Perücke für den Rollenwechsel abgenommen hat.

Eine hervorragende schauspielerische Leistung zeigte Wenzel bei der Darstellung der völlig unterschiedlichen Charaktere der Damen: Rassig, verführerisch, verspielt oder selbstherrlich. In einer Szene spielte sie alle drei im fliegenden Wechsel und bewies dabei, dass sie eine optimale Besetzung für die Rolle ist.

Ganser zeigte, dass der von ihm gespielte Gilbert gar kein Draufgänger ist. Wenn er mit seinem Gesichtsausdruck einen braven Maikäfer mimte, nahmen ihm das die Zuschauer gerne ab. Und so hielt „Kundendienst“ sein Versprechen: Es bediente das Publikum mit einer exzellenten, kurzweiligen und vor allem witzigen Komödie.

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