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Region Amberg
Sonntag, 24. September 2017 18° 1

Natur

Geschützten Arten eine Heimat bieten

Auf ökologisch besonders wertvolle Bäume weist die Waldnaturschutzplakette hin. Bei Höhengau wurde der erste gekennzeichnet.

Mit Bewohnern von Höhengau freuen sich auch Forstdirektorin Helga Verron und Revierleiter Stefan Binner (von rechts) über die Auszeichnung des ersten Biotopbaumes im Landkreis Amberg-Sulzbach. Foto: ajo

Hahnbach.Als unschätzbares Refugium für viele Tier- und Pflanzenarten werden Bayerns Wälder bezeichnet. Auch der Landkreis Amberg-Sulzbach, der fast zur Hälfte mit Wald bedeckt ist, bietet eine Heimat für viele geschützte Arten, die in ihrer Lebensweise eng an Wald gebunden sind.

Waldreichtum ist aber noch kein Garant für Artenvielfalt. Vielmehr komme es auf die Einstellung der Waldbesitzer an: Sie bestimmen mit ihrer Wirtschaftsweise, ob die Wälder eher artenarme „Holzäcker“ oder Zentren biologischer Vielfalt sind. Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet im Wald nicht nur, dass man lediglich soviel erntet, wie nachwächst, sondern auch, dass die Belange der Waldnatur bei der Holzernte und Waldpflege berücksichtigt werden.

Vor diesem Hintergrund wird nach Überzeugung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg (AELF) in der Umgebung von Höhengau (Markt Hahnbach) diese Form der Waldbewirtschaftung vorbildlich umgesetzt. So würden Bäume mit besonderen, für die Natur wertvollen Strukturen nicht gefällt, sondern bleiben gezielt erhalten.

Reiches Leben an Biotopbäumen

Dazu gehören unter anderem Bäume mit Spechthöhlen, mit Pilzkonsolen oder besonders alte und dicke Bäume. Sie werden von den Förstern auch als „Biotopbäume“ bezeichnet, weil sie Lebensstätten für viele verschiedene Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen sein können. Gleichzeitig würden durch Pflanzungen fortlaufend neue Wälder begründet, so dass auch die nachfolgenden Generationen wieder Holz ernten können.

Als Ausgleich für wirtschaftliche Einbußen beim Verzicht auf die Nutzung solcher Bäume bietet das AELF in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Amberg-Sulzbach unter bestimmten Voraussetzungen eine finanzielle Förderung durch das „Vertragsnaturschutzprogramm Wald“ an.

Wald im Amberg-Sulzbacher Land

  • Landkreis

    Der Landkreis Amberg-Sulzbach ist ein besonders waldreiches Gebiet: 47 Prozent seiner Fläche – das sind insgesamt mehr als 60 800 Hektar – sind mit Wald bedeckt.

  • Hirschwald

    Der Hirschwald, Herzstück und Namensgeber des rund 28 000 Hektar großen Naturparks, ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands.

Mehr als 50 Bäume im Programm

So konnten in Höhengau in den vergangenen beiden Jahren mehr als 50 Biotopbäume und einige bereits abgestorbene Bäume als Totholz in das Programm aufgenommen werden. Eine kleinere, ökologisch besonders wertvolle Waldfläche wurde sogar für fünf Jahre komplett aus der Bewirtschaftung genommen. Damit werde ein wertvoller und beispielhafter Beitrag zur Förderung der Biodiversität im Landkreis geleistet, hieß es. Und das, obwohl die Wälder intensiv bewirtschaftet würden. Dabei werde aber sowohl ökonomisch, als auch ökologisch gedacht. Damit auch Waldbesucher, Spaziergänger und andere Menschen auf diese Leistung aufmerksam gemacht werden, wurde nun die landkreisweit erste Waldnaturschutzplakette an einem alten Höhengauer Feldahorn am Wegrand von Höhengau zur Kehlkapelle angebracht. Sie zeigt stellvertretend für alle Arten, die vom Waldnaturschutz profitieren, einen Specht.

Sowohl Forstdirektorin Helga Verron vom AELF in Amberg als auch Revierleiter Stefan Binner, Fachverfahrensspezialist Natura 2000, würdigten bei der Übergabe der Plakette das herausragende Engagement der Waldbesitzer von Höhengau. (ajo)

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