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Region Amberg
Montag, 11. Dezember 2017 7

Benefizkonzert

Glanzvolle Musik tut viel Gutes

Die Blaskapelle St. Georg Rieden begeisterte. 2500 Euro spendete sie für Menschen, die an einer seltenen Krankheit leiden.
Von Hubert Söllner

Die Blaskapelle St. Georg Rieden brillierte beim Benefizkonzert. Foto: azd

Rieden.Mit ihrem Benefizkonzert unter dem Motto „Musik genießen – mit Musik helfen“ begeisterte die Blaskapelle St. Georg ihr Publikum; sie bot einen musikalischen Kunstgenuss. Wie Vorsitzender Klaus Nemeth betonte, der den Abend moderierte, umfasse das Orchester mit den Gastmusikern 52 Musikerinnen und Musiker.

Gastdirigent Andreas Sächerl brachte bei der Fanfare „The Olympic Spirit“ von John Williams das Orchester gleich auf Touren und riss das Publikum mit. Weiter ging es nach dem Dirigentenwechsel zu Miroslaw Zgrzendek – er hielt mit Sächerl den steten Wechsel vom Dirigentenpult an die Trompete bei – mit der „Celebration Overture“ des niederländischen Komponisten Kees Vlak.

Komponistin ist erst 16 Jahre alt

Gastdirigent Andreas Sächerl eröffnete mit der Fanfare „The Olympic Spirit“ das Benefizkonzert. Foto: azd

Zarte 16 Jahre alt ist Komponistin Sophie Rüth, seit ihrem achten Lebensjahr Mitglied der Blaskapelle St. Georg an der Trompete und Inhaberin des Musikabzeichens D3 in Gold mit Auszeichnung. Die von ihr komponierte „Schlossberg-Polka“ ist quasi ihr Erstlingswerk, erfuhren die Zuhörer. Bei der Gospel-Hymne „Lead Me Home“ von James L. Hosey hatte der Moderator mit „traditioneller Gospel-Musik, die die Herzen der Menschen berührt“, nicht zu viel versprochen.

Bei „Got It? Flaut It!“ (Kapiert? Dann flöte es!) brillierten – „ein bisschen funky, ein wenig rockig“ – Cornelia Fischer und Simone Scharl als Solistinnen. Mit „The Time of my Life“ aus dem Film Dirty Dancing entließen die Musiker das begeisterte Publikum zu Sekt und Appetithappen in die Pause.

Mit voller Konzentration waren die jungen Musikerinnen des Orchesters bei der Sache. Foto: azd

Der zweite Teil des Benefizkonzerts begann mit „Day of Hope“ von Fritz Neuböck: ein rundherum optimistisches Werk, ein Werk, das für Frieden und Gerechtigkeit steht, so Nemeth. Sattes Blech, dazu sauber dosiert das Holz mit genügend treibenden Drums, etwas Bass-Groove, etwas Percussion, eine Prise Gitarre, gewürzt mit sanftem Keyboard – fertig ist und herrlich anzuhören „Rock Stone Intro for Rock & Wind Band“ von Heinz Briegel.

Dazwischen gab es für Justin Bieber-Fan Klaus Nemeth mit „Love Yourself“ eine Huldigung von Sängerin Ines Gauer. Mit unvergesslichen ABBA-Melodien aus dem Musical „Mamma Mia“ wurde es so richtig kultig. Und das spannungsreiche Medley mit Melodien aus „Frozen“ ließ die schönsten musikalischen Momente des Kinofilms aufleben.

Ohne Zugaben ging es nicht

Zahlreiche Musikerinnen und Musiker wurden für langjähriges aktives Musizieren ausgezeichnet. Foto: azd

Im Filmbereich blieb das Orchester mit Klaus Doldingers Melodien aus „Tatort“, „Das Boot“, „Die unendliche Geschichte“ und „Ein Fall für Zwei“. Mit „Auld Lang Syne“, bekannt als Abschiedslied, komponiert von Robert Burns, rundete das Orchester das Programm ab. Es kam jedoch ohne Zugaben nicht von der Bühne: So „In Memoriam“ des Ehrendirigenten Peter Feldmeier, dem „Von der Tann-Marsch“ und dem meisterhaft gespielten Trompetensolo „The Power of Love“ von Miroslaw Zgrzendek. Mit dem „Böhmischen Traum“, laut Klaus Nemec „die geilste Polka der Welt“, schloss zu später Stunde ein Konzertabend, der den Zuhörern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ehrungen und Lob

  • Ausgezeichnete Musiker

    Die Ehrennadel für fünfjähriges aktives Musizieren erhielten Maja Fleischmann, Elias Berschneider, Magnus Gauer, Anja Rothut und Jakob Rüth. Für zehn Jahre wurden Franziska Hofrichter, Hanna Hofrichter, Cornelia Fischer, Ines Gauer, Lena Graf, David Meier und Sebastian Zapf geehrt, für 25 Jahre Maria Kagerer und Christoph Frohmader.

  • Dr. Harald Schwartz

    MdL Dr. Harald Schwartz nannte die Blaskapelle St. Georg „ein Aushängeschild für Rieden und darüber hinaus. Wenn es sie nicht schon gäbe, müsste man sie erfinden“.

  • Josef Weinfurtner

    Zweiter Bürgermeister Josef Weinfurtner überreichte im Namen der Marktgemeinde ein Spendenkuvert. Er bezeichnete das Benefizkonzert als Kunsterlebnis, als kulturelles Erlebnis und Höhepunkt im Leben der Marktgemeinde Rieden.

  • Werner Stein

    Ins gleiche Horn stieß der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds, Werner Stein: „Ich finde es gut, dass Eltern ihren Kindern durch die Blaskapelle eine fundierte musikalische Ausbildung ermöglichen können“, würdigte er. (azd)

Im Vorfeld war gefragt worden: „Benefizkonzert – Spenden – Für wen – DIG-PKU, was ist das denn?“, erinnerte Nemeth. Und er beantwortete auch gleich die Frage: „Weil es hier, direkt unter uns, in unserer Nachbarschaft, Menschen gibt, die an einer solchen Krankheit ihr Leben lang leiden.“ Einen Scheck über 2500 Euro übergab er daher an Tobias Hagedorn, den Vorsitzenden der Deutschen Interessengemeinschaft Phenylketonurie.

Angeborene Stoffwechselstörung

Vorsitzender Klaus Nemeth (rechts) übergab eine Spende von 2500 Euro an Tobias Hagedorn (links). Foto: azd

Wie Hagedorn erklärte, ist Phenylketonurie eine seltene angeborene Stoffwechselstörung, von der etwa einer unter 10 000 Menschen betroffen ist. Die Patienten dürfen ihr Leben lang nur sehr wenig Eiweiß zu sich nehmen. Eine synthetische spezielle Aminosäure-Mischung gleiche diese Unterversorgung aus.

„Ein bisschen Diät und ein Pülverchen also, und alles ist gut?“, so Hagedorn. Das klinge einfach, die Wahrheit sei jedoch komplizierter. Phenylketonurie bedeute lebenslangen Verzicht: auf Käse, Fisch, Milchprodukte, normales Mehl, Brot, Nudeln und vieles mehr. Die Aminosäuremischungen müssten die Krankenkassen übernehmen, „aber ohne eiweißarme Speziallebensmittel ist eine ausgewogene Ernährung nicht möglich“. Und die müssten die Patienten selbst tragen.

Genau hier setze die Selbsthilfearbeit der DIG PKU ein: „Wir informieren die Öffentlichkeit und die Krankenkassen, sprechen mit Gesundheitspolitikern, Ärzten und vielen anderen über unsere Bedürfnisse“, sagte der Vorsitzende. Betroffene würden zum Erfahrungsaustausch zusammengebracht und arbeiteten in Regionalgruppen vor Ort, weil es dort den betroffenen Familien am direktesten hilft. Deshalb dankte Hagedorn herzlich für die Spende, „denn unser Ziel ist es, dass alle Betroffenen ihre Möglichkeiten im Leben voll entfalten können“.

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