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Region Amberg
Freitag, 15. Dezember 2017 3

Initiative

Hochwertige Öko-Produkte sind gefragt

Das Projekt „Ökomodellregion Amberg-Sulzbach/Amberg“ soll weitergehen. Barbara Ströll will den ökologischen Landbau stärken.
Von Gerd Spies

Brotbackkurse rund um Sauerteig mit Karl Kirmeier sind ein Renner. Für Barbara Ströll ist das auch ein Zeichen dafür, dass die Verbraucher immer mehr Wert auch hochwertige ökologische Produkte legen. Foto: Ströll

Amberg.Der Kreisausschuss bestätigte Barbara Ströll, der Projektmanagerin der „Öko-Modellregion Amberg und Amberg-Sulzbach“, einem vom Landwirtschaftsministerium geförderten Programm, hervorragende Arbeit. Deshalb sprach sich das Gremium in seiner Sitzung am vergangenen Montag dafür aus, diese Fördermaßnahme um weitere drei Jahre zu verlängern. Dafür werden Haushaltsmittel in Höhe von 32 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Seit Dezember 2015 nehmen der Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg an diesem Förderprojekt „Öko-Modellregion“ teil; im Landratsamt Amberg-Sulzbach wurde eine entsprechende Projektstelle eingerichtet. Barbara Ströll, Diplom-Biologin, leitet seit 22 Monaten das Projekt und informierte jetzt den Kreisausschuss über ihre Arbeit.

Das Interesse ist groß

Projektleiterin Barbara Ströll zog in der Sitzung des Kreisausschusses eine Bilanz der bisherigen Arbeit. Foto: Spies

„Als wichtigstes Ergebnis der vergangenen zwei Jahre ist ein vielfältiges Netzwerk aus Erzeugern und Verbrauchern entstanden“, erklärte Ströll. Viele Veranstaltungen mit Bauern, Gärtnern, aber auch einfach Interessenten für den ökologischen Landbau hätten dazu beigetragen. Mit Hilfe von Feldbegehungen oder Fachvorträgen seien den Bauern nicht nur hilfreiche Impulse gegeben worden, sondern auch durch entstandene Kontakte die Möglichkeit zu Kooperationen.

„Es ist toll, zu erleben, wie groß oftmals das Interesse sowohl bei den Bauern als auch bei den Verbrauchern ist“, erzählt die Diplom-Biologin und leidenschaftliche Imkerin. Immer mehr Verbraucher würden weniger Wert auf Billig-Produkte legen als vielmehr auf hochwertige ökologische Produkte. Erklärtes Ziel des Förderprogramms sei daher, so Ströll, den ökologischen Landbau in Bayern zu fördern.

121 Bio-Bauern, die insgesamt sieben Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewirtschaften, gibt es bereits in der Region. Damit liegen Amberg und Amberg-Sulzbach knapp unter dem bayerischen Durchschnitt von acht Prozent.

Mehr Bio-Getreide verarbeiten

Dass das Netz ökologisch arbeitender Lebensmittelbetriebe dichter werden muss, sieht Barbara Ströll als eine wichtige Aufgabe für die kommenden drei Jahren an. Fünf Bäckereien gibt es bereits, die Bio-Getreide aus der Region verarbeiten. „Die Sauerteigbrot-Backkurse sind der Renner“, berichtet die Projekt-Managerin des Förderprogramms.

Der Markt wäre also da für mehr Bäckereien, die Bio-Getreide verarbeiten und sich so beim Verbraucher profilieren könnten. „Unser Brot wächst im Amberg-Sulzbacher Land“, habe sich zum Beispiel der Betrieb von Hubert Lautenschlager in Heinzhof auf seine Fahnen geschrieben. Auf seinen Feldern wächst nämlich der Dinkel für das Bio-Dinkelbrot bzw. das Bio-Holzofenbrot, das zwei Amberg-Sulzbacher Bäckereien herstellen.

Das Restaurant „Hammermühle“ bei Freudenberg besitzt in der Region ein Alleinstellungsmerkmal, weist Ströll auf einen anderen Aspekt hin: Es ist nämlich das einzige „bio-zertifizierte“ Restaurant in der Umgebung, das auch Bio-Fleisch auf seiner Speisekarte anbietet. „Wenn wir mehr Gastronomie-Betriebe hätten, die Bio-Produkte in ihr Angebot aufnehmen würden, könnten wir mehr Bio-Fleisch vermarkten“, erklärt Barbara Ströll. Um hier Unternehmen zu gewinnen, wird Ströll im November auch einen Workshop zum Thema „Bio-Gastronomie“ anbieten.

Wissenswertes

  • Leidenschaft

    Barbara Ströll (52), Projektleiterin der Ökomodellregion, stammt aus dem Münsterland, hat auch in Münster Diplom-Biologie studiert. Die leidenschaftliche Imkerin lebt seit Jahren im Nürnberger Land, arbeitete dort auch für den Bund Naturschutz. Das bundesweite Netzwerk „Bienen machen Schule“ von „mellifer e. V.“ leitete sie viele Jahre.

  • Bildungsarbeit

    Überhaupt ist Barbara Ströll sehr in der Bildungsarbeit mit Jugendlichen ehrenamtlich engagiert. Sie absolvierte auch eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Umweltpädagogin. Seit inzwischen 15 Jahren bietet Barbara Ströll freiberufliche Führungen und Vorträge rund um den Themenkomplex Biodiversität & Kulturlandschaft an.

  • Direktvermarkter

    Eine wichtige Aufgabe der Öko-Modellregion sieht Barbara Ströll in der Stärkung der Direktvermarkter. Von den 121 Bio-Bauern im Amberg-Sulzbacher Land vermarkten 30 Betriebe ihre Lebensmittel auch direkt an den Verbraucher. Eine Liste der Bio-Direktvermarkter der Region findet sich auch im Internet unter www.oekomodellregionen.bayern. (age)

Bio-Gemüse wird kaum angebaut

Auch bei der Vermarktung von Streuobst-Säften sieht die Projekt-Managerin ebenfalls noch Potenzial, da es viele professionelle Verarbeiter in der Region gebe. „Ich möchte auch Wirte gewinnen, die Obstsäfte von Streuobst-Wiesen in ihre Getränkekarte aufnehmen“, gibt die Biologin als Ziel für die nächsten drei Jahre aus.

Dagegen zeige sich beim Thema Bio-Gemüse die Situation genau umgekehrt. Hier wäre die Nachfrage vorhanden, es würden aber Bio-Bauern fehlen, die das Gemüse anbauen. Eine Ursache könnte hier nach Einschätzung von Ströll eine Auswirkung des Klimawandels sein. Die geringeren Niederschlagsmengen machen nämlich in jüngsten Jahren eine teure Bewässerung notwendig.

Es stehen noch viele Punkte auf der Agenda-Liste der für weitere drei Jahre bestellten Projektmanagerin der „Öko-Modellregion AM-AS“. Für den Kreisausschuss ist dieses Projekt zudem ein positives Beispiel der gelingenden Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis.

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Bio-Produkte aus der Region

Neu aufgelegt wurde, mit Unterstützung der Ökomodellregion, die Direktvermarkterbroschüre für die Region Amberg-Sulzbach/Amberg.

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