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Region Amberg
Samstag, 25. November 2017 7

Kreativität

Junge Kunst erobert auch Kirchenräume

Einen besonderen Brückenschlag schaffen Schüler mit ihren Werken, die in Kümmersbruck eine große Bereicherung sind.
Von Josef Popp

  • Zu den Werken der Schüler/innen sagte 2. Bürgermeisterin Singer-Grimm: „Kunst lässt eine Ahnung aufkeimen: Es gibt etwas, was wir nicht auf den ersten Blick wahrnehmen. Bilder, Skulpturen oder Installationen eröffnen die Sicht hinter die Kulissen, auf eine Dimension, eine fremde Welt.“ Foto: ajp
  • Die jungen Künstler der Mittelschule Kümmersbruck mit Lehrerin Felicitas Berger und Pfarrer Bernd Schindler rechts sowie 2. Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm (Mitte) und Konrektor Peter Rösch (Fünfter von links) Foto: ajp

Kümmersbruck.Was verbindet die profane mit der kirchlichen Welt, was kann als Brückenschlag dienen? Wer in die Kirchen geht, der kann es rasch erkennen – es ist die Kunst. Es muss nicht immer die große Kunst etwa eines Michelangelo sein, denn auch die Kunstwerke junger Menschen können diese Brückenfunktion erfüllen.

Solch einen Brückenschlag kann man jetzt im Martin-Schalling-Haus der evangelischen Kirchengemeinde in Kümmersbruck bewundern. Junge Künstler aus der Mittelschule Kümmersbruck haben in den Räumlichkeiten eine kleine Kunstausstellung aufgebaut, die nun noch einige Wochen lang zu sehen sein wird. Und, wie es sich für Kunstausstellung gehört, wurde diese auch mit einer offiziellen Vernissage eröffnet.

Pfarrer Bernd Schindler begrüßte eine kleine illustre Gästeschar mit 2. Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm an der Spitze. Schindler bedankte sich zunächst für die aktive Bereitschaft der Mittelschule, diese Ausstellung zu gestalten. Mit Blick auf die ausgestellten Bilder sagte der Pfarrer, dass „die Bilder einfach in die Kirche und zur Kirche passen“. Sie zeigten, wie er sagte, das bunte Spektrum des Miteinanders und des Füreinanders des Lebens.

Felicitas Berger ist die treibende Kraft

Die Bilder zur Ausstellung entstanden im Rahmen eines Kunstcamps, wie Lehrerin und Organisatorin Felicitas Berger erklärte. Sie ist ein echter „Kunstmotor“ an der Mittelschule, die sich unermüdlich für den Kunstunterricht einsetzt und das kreative Schaffen an der Mittelschule vorantreibt. Dass dieses unermüdliche Einsetzen sehr erfolgreich ist, kann man bei dieser Ausstellung klar sehen.

Im Kunstcamp wurden großflächige Acrylbilder zu den übergeordneten Bereichen Naturstudium, Jugendstil und Pop Art gemalt und gezeichnet. Für Felicitas Berger sind Kunstunterricht und diese Camps auch eine Möglichkeit, seine eigenen, oft von einem selbst noch nicht entdeckten, schlummernden Talente zu entdecken.

Camps an der Mittelschule

  • Wahlfächer

    Einmal im Jahr gehen Schülerinnen und Schüler an der Mittelschule in ein dreitägiges „Camp“, wahlweise für Kunst, Sport, Musik oder Religion, in dem dann weder Deutsch noch Mathematik, sondern nur diese Kreativfächer auf dem Stundenplan stehen.

  • Zielsetzungen

    Camps dienen dazu, schulische Schwerpunkte zu finden, und zum anderen dazu, sich auf den Quali vorzubereiten. Die Camps seien ein besonderes Alleinstellungsmerkmal: Hier bleibe Zeit für Qualität und Kreativität, wie Felicitas Berger sagte. (ajp)

Existenzielle Fragen sind ein Thema

Pralle Fülle: kunstvoll gemalte Erdbeeren Foto: ajp

2. Bürgermeisterin Singer-Grimm überbrachte Grüße der Gemeinde. Sie würdigte das große Engagement der Schüler/innen der Mittelschule, hob die Bedeutung der Kunst und somit den Stellenwert von Kunst in der Bildung hervor. „Kunst lässt eine Ahnung aufkeimen: Es gibt etwas, was wir nicht auf den ersten Blick wahrnehmen. Bilder, Skulpturen oder Installationen eröffnen die Sicht hinter die Kulissen, auf eine Dimension, eine fremde Welt.“ Die Künstlerinnen und Künstler, so die Bürgermeisterin, stellten in ihren Werken existenzielle Fragen. Lebensbedingungen oder Achtung vorm Leben würden pointiert.

Hier sieht Singer-Grimm auch nahe Berührungspunkte von Kunst und Religion, Kunst und Kirche. Für sie bietet sich der Blick der Künstler über das Gewohnte, über das Reale hinaus an für einen Dialog von Kunst und Kirche. Sie forderte die jungen Künstler der Schule auf, auch weiterhin so kreativ und aufgeschlossen zu sein.

Siegfried Kratzer von der Paulaner-Gemeinde sagte im Grußwort, die musischen Fächer seien wichtig für ganzheitliche Bildung und Selbstfindung. Konrektor Peter Rösch würdigte die Ausstellung als eine gelungene Aktion der Mittelschule, die wieder einmal zeige, wie stark die Schule mit der kirchlichen und weltlichen Gemeinde verknüpft sei und sich immer wieder nach außen öffne. Sein besonderer Dank galt dabei auch Kunstlehrerin Felicitas Berger für ihre außerordentlich engagierte Arbeit. (ajp)

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