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Gedenktag

Kemmeter ist für SPD gerade heute Mahner

Lange Jahre war Franz Xaver Kemmeter Vorsitzender der Amberger SPD. Die Nazis haben Kemmeter im KZ ermordet.

Mitglieder des SPD-Stadtverbandes trafen sich an der Gedenkstätte im Katharinenfriedhof und erinnerten an ihren einstigen Vorsitzenden, Franz Xaver Kemmeter, der von den Nazis ermordet wurde. Rechts im Bild Dieter Weiß, vorne links Martin Seibert, im Hintergrund Mitte Dieter Amann. Foto: Daniel Seibert

Amberg.Franz Xaver Kemmeter war elf Jahre lang Vorsitzender der Amberger SPD. Im Jahr 1933 begannen für ihn lange Jahre der Verfolgung und Inhaftierung, bis hin zu seinem Tod im Juli 1944. Sein Geburtstag jährte sich am 19. August zum 130. Mal. Mitglieder des SPD-Stadtverbandes trafen sich an der Gedenkstätte für die KZ-Opfer im Katharinenfriedhof und erinnerten an ihren einstigen Vorsitzenden.

Vorsitzender Martin Seibert rief in seiner Rede zum Kampf gegen Rassismus und Faschismus auf, heißt es in einer Mitteilung der SPD: „Sozialdemokraten müssen hier klar Stellung beziehen.“ Franz Xaver Kemmeter bezeichnete er als Vorbild im Kampf für Demokratie und Menschenrechte.

Nach der Entlassung die Flucht

„Wir erinnern an einen Mann, für den es keinen Grabstein oder eine Erinnerungstafel gibt“, begann der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzender Dieter Weiß seinen Einblick in das Leben von Franz Xaver Kemmeter. Er wurde am 19. August 1887 in Sinzing bei Regensburg als Sohn eines Schreiners geboren. Den Beruf übte er später auch aus, bis er Gewerkschaftssekretär des Deutschen Holzarbeiterverbandes wurde. Vom 22. April bis zum 22. Juni 1933 war er Mitglied des Stadtrats, bis ihn die Nationalsozialisten durch das Verbot der SPD aus dem Stadtrat vertrieben haben. Noch im Jahr 1933 wurde er von den Nazischergen ins Konzentrationslager Dachau verschleppt.

Nach der Entlassung konnte er in die Tschechoslowakei fliehen. Da befanden sich viele Genossinnen und Genossen im Exil, von da aus wurden sozialdemokratischer Widerstand gegen das NS-Regime organisiert und Flugblätter über die Grenze geschmuggelt.

Vater und Sohn trafen sich – im KZ

Kurze Zeit nach dem Einmarsch der Nazis im Sudetenland wurde Kemmeter 1939 von der Gestapo Pilsen abermals verhaftet. Am 7. September 1939 kam er in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar (Thüringen). Im April 1941 wurde auch sein Sohn Kurt dort inhaftiert. Hier trafen sich Vater und Sohn nach langen Jahren wieder. Kurt wurde am 3. März 1919 geboren, war Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend und floh 1937 nach Frankreich. Bei der Rückkehr nach Deutschland wurde er sofort verhaftet.

Mahnung der SPD

  • Dieter Weiß:

    „In einer Zeit, in der rassistische Sprüche im Internet zum Alltag gehören und rechtsradikale Populisten eine 180-Grad-Kehrtwende in der Erinnerungskultur fordern, müssen Sozialdemokraten dagegenhalten.“

  • „Die Moorsoldaten“:

    Zum Abschluss erklangen „Die Moorsoldaten“, geschaffen von Insassen des Konzentrationslagers „Börgermoor‘‘ und schnell verboten. Dies konnte aber dessen weite Verbreitung auch nicht verhindern.

1944 von Wachsoldaten ermordet

Nach neueren Erkenntnissen, so berichtete Dieter Weiß bei der Gedenkfeier der SPD, wurde Franz Xaver Kemmeter mit einem Handwerkerkommando der Deutschen Ausrüstungswerke ins KZ nach Lublin/Majdanek in Polen überstellt. Nach Informationen seines Sohnes Kurt wurde er dort am 20. Juli 1944 von Wachsoldaten ermordet. Sein Sohn Kurt überlebte die Qualen des Konzentrationslagers und wanderte nach Kanada aus.

„Die Schicksale vieler Frauen und Männer, die Widerstand gegen das Naziregime geleistet haben, sind leider in Vergessenheit geraten. Die Namen der Täter sind geläufig“, bemängelte Weiß den so beobachteten Umgang mit diesem Teil deutscher Geschichte. Und weiter: „Selbst Männer wie Christian Endemann, Josef Regner und Fritz Renner, nach denen Straßen in Amberg benannt wurden, sind kaum bekannt.“

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