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Region Amberg
Sonntag, 19. November 2017 9

Einweihung

Kinder wollen Haus Leben einhauchen

Beengte Verhältnisse im Kinderhort St. Georg Amberg sind vorbei. Das Gebäude wurde mit hohem Aufwand saniert und erweitert.
Von Christine Wendl

Die Hortkinder sangen ein extra auf die Renovierung passend getextetes Lied mit dem Refrain „Ein Hoch auf uns! Wir sind die Kinder, die unsere Stadt für die Zukunft braucht!“ Dafür gab es donnernden Applaus. Foto: Wendl

Amberg. „Wir sind die Kinder, die unsere Stadt für die Zukunft braucht!“ So sangen die Mädchen und Buben mit kräftigen Stimmen bei der Wiedereröffnung ihres Horts St. Georg. Und genauso sahen das auch alle anderen, die an den vielfältigen Phasen der Renovierung des einzigen Kinderhorts der Stadt Amberg mit Herz, Kopf, Händen oder Geldbeutel beteiligt waren.

Das einstige Denkmal, das 1850 am Fuß des Kochkellerbergs entstanden war, wurde fast 140 Jahre später ein Kinderhort. Seit beinahe 15 Jahren wünschten sich die Leiterinnen Michaela Guzik und Birgit Bittenbinder, dass das Gebäude, das aus allen Nähten platzte, renoviert und gleichzeitig erweitert werde. Nun ist es gelungen.

Projekt war eine Herzensangelegenheit

Oberbürgermeister Michael Cerny zeigte sich bei der Begrüßung begeistert vom vorangegangenen Familiengottesdienst in der Kirche St. Georg, „bei dem die Kinder mit ihrem aussagekräftigen Predigtspiel eigentlich schon alles gesagt haben: Wir wollen dem Haus Leben einhauchen!“. Er betonte, dass es für alle an der Maßnahme Beteiligten spürbar eine Herzensangelegenheit war.

Besonders dankte er dem Stadtrat, der das – mit einer knappen Million Euro zu Buche schlagende – Projekt großzügig mitgetragen habe. „Gemeinsamkeit“ war das bei Planung und Ausführung im Mittelpunkt stehende Thema. Cerny zeigte sich sehr angetan von den beiden Kirchen, die sich in der Stadt sehr in der Erziehung von Kindern und bei der Vermittlung von christlichen Werten engagierten.

Großes Lob für das Personal

Dekan Brunner segnet die Räume, hier die der unteren Gruppe. Foto: Wendl

Hans Paulus sprach als Vorstand der Katholischen Kirchenstiftung St. Georg, dem Träger der Einrichtung. Ihm war es wichtig, die hervorragende Zusammenarbeit mit dem „engagierten, leistungsbereiten und kompetenten Personal“ des Kinderhorts zu loben. Nur so sei es möglich gewesen, das Objekt in dermaßen kurzer Zeit so hervorragend zu stemmen. Der Kirchenverwaltung sei es wichtig gewesen, für die Kinder eine qualitativ hochwertige, kindgerechte und moderne Ausstattung mit einem hohen fünfstelligen Betrag zu finanzieren.

Architekt Roland Wochnick gab Einblick in die Zahlen und Fakten der Renovierung und Erweiterung. Es gab mehrere gewichtige Gründe zur Sanierung des knapp 170 Jahre alten zweigeschossigen Hauses, unter anderem die nicht mehr verkehrssichere Treppe, die veralteten Sanitärräume, die Notwendigkeit eines zweiten Hausaufgabenraumes und eines Büros für die Leitung. Ein barrierefreies WC mit Dusche wurde ebenso eingebaut wie eine Garderobe im Flur, eine neue Treppe und ein abgeschlossener Büroraum.

Viel Platz für Kinder des Horts

Alle Böden und Decken, Fenster und Türen wurden unter Berücksichtigung von ressourcenschonendem Bauen energetisch saniert. Die Fluchtwege wurden neu errichtet und geregelt, Fußböden gedämmt und die beiden Hausaufgabenräume mit Akustikdecken ausgestattet, so dass hier die Konzentration nicht gestört wird. Auch optisch unterscheiden sich die Arbeitsräume von den anderen Zimmern, die Böden in angenehmen Grüntönen haben und mit qualitativ hochwertigen Möbeln ausgestattet sind.

Den beiden Gruppen mit jeweils 25 Schulkindern zwischen sechs und zwölf Jahren stehen in je einem der Stockwerke jeweils drei Gruppenräume zur Verfügung, in die eine Küchenzeile mit Essplatz integriert ist sowie ein Hausaufgabenraum. Das gesamte Grundstück und das Erdgeschoss wurden barrierefrei erschlossen, der neue Erweiterungsbau mit einer Holzständerkonstruktion erstellt, die bewusst sichtbar bleibt.

Der Ablauf

  • Wunsch nimmt Gestalt an

    Lange schon bestand der Wunsch, dass der Kinderhort St. Georg renoviert und gleichzeitig erweitert wird. Im Herbst 2015 nahm die Realisierung des Wunsches Gestalt an.

  • Planung und Genehmigungen

    Im März 2016 startete die Planung mit Architekt Roland Wochnick. Die Regierung der Oberpfalz nickte den Förderantrag im Juli ab, bereits einen Monat später genehmigte der Stadtrat den Bauantrag.

  • Umzug und Baubeginn

    Kurz vor den Weihnachtsferien 2016 zog die ganze Mannschaft aus dem Hort aus und in das Ausweichquartier, die ehemalige amerikanische Schule in der Kennedystraße, ein, bis die Arbeiten beendet wurden. (awe)

Schutzengel für die Kinder im Hort

Dekan Markus Brunner dankte vor allem den beiden Erzieherinnen Guzik und Bittenbinder für ihre „unglaublich gute Arbeit“. Bei ihnen könnten die Eltern ihre Kinder allezeit gut aufgehoben wissen. Für alle Damen des Personals hatte der Dekan bunte Blumen, für jedes einzelne Kind des Horts einen namentlich gekennzeichneten kleinen Schutzengel sowie zwei bunte Kreuze für die beiden Etagen der Einrichtung. Mit Weihwasser spendete er jedem einzelnen Zimmer anschließend den kirchlichen Segen.

Bevor die Hortkinder ihren Eltern dann ihr neues Domizil zeigen konnten, dankten die Damen vom Elternbeirat den beiden Leiterinnen für ihren Einsatz. Das Bild mit einem Baum ohne Blätter wurde später noch mit den Fingerabdrücken der Kinder in einen lebendigen, bunten Baum verzaubert, der künftig sicher das neu sanierte Gebäude schmücken wird.

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