mz_logo

Region Amberg
Dienstag, 21. November 2017 7

Aktion

Kino wird auch für Blinde zum Erlebnis

„Inklusiver Nachmittag“ im Cineplex Amberg: Das „Wundernetz“ zeigt, wie Seh- und Hörbehinderungen ausgeglichen werden.

Die Wundernetzkollegen Anette und Peter Weiß sind blind. Sie bereiten sich schon einmal auf den Kinofilm vor und ertasten einen Minion. Foto: Monika Ehrenreich

Amberg.Das Inklusionsprojekt „Gemeinsam unterwegs – das Wundernetz“ lädt am kommenden Samstag, 28. Oktober, in der Zeit von 14 bis 17 Uhr alle interessierten Menschen zu einem „inklusiven Aktionsnachmittag“ ins Cineplex Amberg ein. Schwerpunkte in diesem Jahr sind die Themen Seh- und Hörbehinderung.

Bernd Gerlang von der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Amberg hilft den Interessierten bei der Installation der kostenlosen Apps Greta und Starks. Sie wurden entwickelt, um gehörlosen und blinden Kinogängern einen angenehmen Filmgenuss zu ermöglichen, heißt es in der Mitteilung des Wundernetzes.

Die beiden blinden Teamkollegen Anette und Peter Weiß sowie die hörbehinderte Hermine Meier erzählen im Anschluss an den Film ganz konkret, wie sie ihn erlebt haben. Auch Menschen ohne Behinderung können mithilfe der Apps einmal erfahren, wie man einen Film per Audiodeskription oder Untertitel ansehen kann. Der Theaterleiter, Stephan Götz, kennt die Schwierigkeiten und Lösungsansätze für barrierefreien Kinobesuch sehr gut und wird darüber auch sprechen.

Im Rahmenprogramm der Veranstaltung im Cineplex (Regensburger Straße) will das Wundernetz Menschen mit und ohne Handicap miteinander ins Gespräch bringen – ganz ohne Berührungsängste. Die Teamkollegen aus dem Wundernetz haben verschiedene Aktionen vorbereitet: Kinder und Erwachsene können eine Runde im Rolli drehen oder verschiedene Dinge in Fühlkisten ertasten, zum Beispiel, ob sie eine bestimmte Zahnbürste aus vielen verschiedenen nur durch Befühlen herausfinden können.

Technik für Menschen

  • Audiodeskription:

    Damit auch Blinde und stark Sehbehinderte Kino und Fernsehen genießen können, gibt es die Audiodeskription. Zuerst wird dazu ein Film genau angesehen. Mit einer Software können dann die Lücken zwischen dem Originalton, also den Geräuschen und Gesprächen, festgemacht werden. Je nach Länge dieser Lücken können Beschreibungen eingefügt werden.

  • Verständlichkeit:

    Der eingefügte Text wird meist mit einer blinden Person geprüft. Ist der Text gut, wird er im Studio von professionellen Sprechern eingelesen. Es wird auch darauf geachtet, dass die Stimmen gut zur Atmosphäre der jeweiligen Sendung passen. Am Ende wird eine neue Tonspur aus Originalton und Audiodeskription gemacht: Ein Hörfilm ist entstanden. Quelle: Wikipedia

Es gibt Aktionskoffer zu Hör- und Sehbehinderung, die von der Christoffel-Blindenmission zur Verfügung gestellt wurden, mit Materiali zum Ausprobieren: Dazu gehören ein Blindentaststock und verschiedene Simulationsbrillen für Sehbehinderung, Hör-und Fühl-Memory, Fingeralphabet, eine Weltkarte zum Ertasten, Kopfhörer und mehr. Unterstützt wird die Veranstaltung von Theaterleiter Götz.

Der Eintritt zum Film „Ich – einfach unverbesserlich 3“ ist frei; Getränke und Snacks kann man an der Kinotheke kaufen. Eine ganze Reihe des Kinosaals ist für Rollifahrer reserviert.

Mehr Nachrichten aus der Region Amberg und Amberg-Sulzbach lesen Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht