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Region Amberg
Sonntag, 18. Februar 2018 1

Kommunales

Manche Sorgen plagen die Bürger

Mehr Lärm, höhere Gebühren, überdimensioniert: Die Stellungnahmen zur Neuen Mitte Ebermannsdorf wurden ausführlich beraten.

Verschiedene Befürchtungen haben die Bürger im Hinblick auf die Neue Mitte Ebermannsdorf, die hier entstehen soll. Foto: Archiv Gemeinde

Ebermannsdorf.Der Bebauungsplan „Neue Mitte“ war ein zentraler Punkt bei der jüngsten Gemeinderatssitzung im Rathaus. Zunächst aber vereidigte Bürgermeister Josef Gilch den Nachrücker auf der CSU-Liste, Hubertus von Eyb.

Im Anschluss beschäftigte sich das Gremium mit dem Bebauungsplan Neue Mitte, wobei es hauptsächlich um die 40 Stellungnahmen von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange ging. Von Bürgern wurden acht Stellungnahmen abgegeben, die sich negativ äußern. Bürger befürchten in erster Linie den Verlust des angrenzenden Waldes, eine zu überdimensionierte Bebauung teils durch einen zwei- bis dreigeschossigen Ausbau, mögliche Lärmbelästigung – auch Kinderlärm –, steigende Kanalgebühren sowie einen zu großen Flächenverlust.

Architekt Lösch erläutert Punkte

Der planende Landschaftsarchitekt Siegfried Lösch erläuterte, dass in Ebermannsdorf viele zwei- bis dreigeschossige Gebäude existieren würden und deshalb die Planung nicht überdimensioniert sei. Gemeindeentwicklungskonzept und Standortanalyse würden zudem eindeutig für eine Verbesserung der Nahversorgung am geplanten Standort sprechen.

Lösch war der Ansicht, dass notwendige Kanalbauten auf die Erschließungskosten des Gebietes umgelegt werden und damit zu keiner Gebührenerhöhung führen würden. Zu Befürchtungen einer drohenden Instabilität von bestehenden Gebäuden sagte Lösch, dass eine Beweissicherung gemacht werde, sobald eine Erschließung in Auftrag gegeben wird.

Der Bund Naturschutz hält die Ansiedlung von Einzelhandel zur Deckung des kurzfristigen, täglichen Bedarfs mit Lebensmitteln und Grundgütern für unrealistisch, da die Ebermannsdorfer nach Amberg und umliegende Gemeinden ausweichen könnten. Lösch erläuterte, dass sowohl das Gemeindeentwicklungskonzept, in das auch die Bürger eingebunden waren, als auch eine Standortanalyse der Firma New Way sich eindeutig für eine Maßnahme an diesem Standort und in dieser Größenordnung aussprechen.

Richtwerte beim Lärm werden eingehalten

Vom Sachgebiet Immissionsschutz am Landratsamt wird Lärm durch Parkverkehr an den geplanten Wohneinheiten befürchtet. Lösch erklärte, nach einem schalltechnischen Gutachten würden die Immissionsrichtwerte sowohl tagsüber als auch nachts eingehalten, sogar teilweise unterschritten. Durch die geplante Bebauung komme es sogar zu einer marginalen Verbesserung der Lärmsituation bei den Hinterliegern. Aus dem Gutachten sei ersichtlich, dass der Wald keine nennenswerte Abschirmung zur bestehenden Bebauung darstelle, sagte Lösch.

Das Landratsamt verwies auch auf die ungenehmigte Pferdehaltung und die Geruchsbelästigungen für die schon jetzt vorhandene Bebauung.

Die Industrie- und Handelskammer Oberpfalz/Kelheim lobte die Gemeinde für die Planung. Mit einem Mix aus Wohnbebauung, Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen sowie einem Bürgerhaus für die öffentliche Verwaltung greife Ebermannsdorf wichtige Ziele des Landesentwicklungsprogramms auf und schaffe bedarfsgerechte Angebote für die Bürger.

Resonanz auf Bürgerworkshop gering

Bericht erstatteten die Herren Meyer und Huber vom Moderatoren-Team der Firma Politide aus Hemau, die einen Bürgerdialog über die Neue Mitte durchführen bzw. den Wissensstand der Bürger ermitteln sollte. In einem ersten Schritt wurden nach einem Zufallsprinzip 40 wahlberechtigte Gemeindebürger in allen Altersstufen ermittelt und zu einem Workshop geladen. Mit nur 13 Teilnehmern sei die Resonanz jedoch weit unter den Erwartungen geblieben, hieß es.

Die Befragung fand in einem mehrstufigen Verfahren statt. Häufige Argumente gegen die Neue Mitte waren demnach mehr Lärm, zu hoch geplante Gebäude und höher erwartete Kanalgebühren. Für eine Neue Mitte plädierten die Bürger häufig mit den Argumenten bessere Einkaufsmöglichkeiten, neue Wohnungen und medizinische Versorgung.

Bürger wünschen mehr Informationen

Weniger bekannt gewesen sei, dass derzeit erst eine Bauleitplanung stattfindet. Sprich: Es würden morgen nicht gleich die Bagger anrollen. Das Fazit des Workshops war: „Die Bürger wünschen sich mehr Information.“ Die Firma Politide möchte 2018 noch eine Bestandsaufnahme mit den Befürwortern, den Gegnern und einer unentschlossenen Gruppe durchführen. Sollte es dann wirklich zu einem Bürgerentscheid kommen, hofft Meyer auf eine 100-prozentige Wahlbeteiligung; nur so ergebe sich auch ein tatsächliches Bild der Bürgermeinung. Um die Größe der Gebäude anschaulicher darstellen zu können, gab der Gemeinderat eine Computersimulation in Auftrag. Sie soll die Einbindung des Projekts in die Umgebung, besonders auch die Höhe von zwei- bis dreigeschossigen Bauten, veranschaulichen.

Köhlerplatz als Festplatz

  • Probephase

    Aufgrund des enormen Drucks aus der Bevölkerung befasste sich das Gremium erneut mit der Überlassung des Köhlerplatzes für Feste an Gemeindebürger. Der Gemeinderat beschloss probeweise für ein Jahr, den Köhlerplatz wieder zur Verfügung zu stellen.

  • Neue Regelungen

    Neu ist, dass die Kaution von 50 Euro auf 100 Euro angehoben und zusätzlich eine Nutzungsgebühr von 25 Euro erhoben wird.

Mehr Parkplätze am DomCom

Architekt Lösch stellte drei Varianten für die beschlossene Errichtung von 69 Parkplätzen am DomCom vor. Der Gemeinderat einigte sich auf einen Pflasterbelag wie vor dem DomCom entlang der Bergstraße und für die darunter liegenden Parkplätze auf ein versickerungsoffenes Pflaster. Die Fahrstreifen sollen asphaltiert werden. Zudem soll der Gehsteig zur Kreuzung hin gleich behindertengerecht ausgebaut werden. Die Kostenschätzung beläuft sich auf 183 260 Euro. Das Büro Lösch wurde bei drei Gegenstimmen beauftragt, die Maßnahme auszuschreiben.

Im Zweiten Weltkrieg wurden der Ortsbereich Schafhof und der damalige Luftwaffenflugplatz Schafhof bombardiert. Anhand verfügbarer Kriegsluftbilder soll im Hinblick auf erkennbare Bombenabwürfe, Flakstellungen oder andere Kampfmittelbelastungen bewertet werden, ob im künftigen Industriegebet Schafhof-Ost Verdachtsflächen vorhanden sind. Der Auftrag wurde für 1344,70 Euro an die Firma Kamiserv aus Amberg vergeben.

Bürgermeister Gilch informierte über die Kündigung des Vertrages bei der KUBUS Kommunalberatung und Service GmbH. Die Gemeinde will sich zur Bündelausschreibung für kommunale Strombeschaffung den INAS-Gemeinden anschließen.

Die Polizei Amberg hat die beiden Graffitisprüher ermittelt, die im Frühjahr und Herbst Schule und Friedhofsmauer besprüht haben. Der Gemeinderat entschied sich mit knapper Mehrheit dafür, eine Strafanzeige zu stellen. Die bereits entstanden Reparaturkosten werden den Tätern bzw. den gesetzlichen Vertretern in Rechnung gestellt. 1. Bürgermeister Josef Gilch informierte, dass die Pächterin des Berggasthofes mit Schreiben vom 15. November die Gemeinde um vorzeitige Auflösung des Pachtvertrages ersucht habe. Der Gemeinderat hat dem unter Auflagen zugestimmt.

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