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Region Amberg
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Kommunales

Nur geringe Chancen für Jugendherberge

Die SPD-Fraktion will das Schaffen einer solchen Einrichtung in Amberg prüfen lassen. Doch es gibt viele Schwierigkeiten.
Von Gerd Spies

Die ehemalige Amberger Jugendherberge in der Fronfestgasse – ein Bau, der die Vils wie eine Brücke überspannt – ist heute ein privat genutztes Wohngebäude. Foto: age

Amberg.Davon können viele ehrenamtliche Betreuer von Jugendgruppen oder Trainer von Jugendmannschaften ein Lied singen! Sind sie mal mit ihren Jugendlichen auf Meisterschaften oder bei Freizeitaktionen unterwegs, geht es immer um das leidige Thema: Wo kann man mit seiner Gruppe günstig übernachten?

Wohl dem, der in der Nähe seines Aufenthaltsorts eine Jugendherberge findet. In Amberg, Oberzentrum und Hochschulstadt, sucht man eine solche Einrichtung vergebens. Jetzt brachte die SPD-Stadtratsfraktion dieses Thema im Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss wieder auf die Tagesordnung.

Seit 2003 ist die Region Amberg ein „weißer Fleck“ auf der Karte des Deutschen Jugendherbergswerks. Damals schloss die Jugendherberge in der Fronfestgasse ihre Pforten. In der mittleren Oberpfalz findet man die nächste Jugendherberge im fast 50 Kilometer entfernten Trausnitz östlich von Pfreimd, in den historischen Mauern der Burg; ferner gibt es eine Jugendherberge in Tannenlohe nördlich von Weiden.

Diesen Zustand finden Birgit Fruth und ihre SPD-Stadtratskollegen sehr bedauerlich. Eine solche Einrichtung sei für eine Stadt wie Amberg „Mindest-Standard“, argumentiert die Fraktionsvorsitzende. So manche Reisegruppe hätte schon ihre Reise nach Amberg abgesagt, weil die Stadt kein solches Angebot zu bieten habe. Deshalb wurde die Stadtverwaltung im Zusammenhang mit den Anträgen der SPD zum Haushalt 2018 nun beauftragt, zu prüfen, ob vonseiten des Jugendherbergswerks oder privater Anbieter die Stadt Amberg als Standort eine Chance hätte.

Ehemalige Jugendherberge

  • Schließung

    2003 wurde die Jugendherberge in der Fronfestgasse 22 geschlossen. Die hohen Kosten für eine notwendige Renovierung scheuten damals sowohl die Stadt Amberg als auch das Deutsche Jugendherbergswerk.

  • Neue Nutzung

    Zwei Jahre später verkaufte die Stadt Amberg das Gebäude an eine Familie, die seitdem das Brückenhaus über der Vils bewohnt. (age)

Skeptisch bezüglich einer Realisierungsmöglichkeit zeigte sich der zuständige Sozialreferent Dr. Knerer-Brütting bei der jüngsten Sitzung des Hauptverwaltungs- und Finanzausschusses. Solche Fragen etwa, wer als Betreiber auftreten sollte oder wie die Finanzierung gelöst werden könne, seien nur sehr schwierig zu beantworten. Generell müsste im Vorfeld auch die Frage geklärt werden, inwieweit sich die Stadt einbringen wolle. Diese Einrichtungen müssten ja heute den Anforderungen eines gehobenen Standards gerecht werden, quasi als „Hostel“ appartement-ähnliche Räumlichkeiten anbieten.

Ungewohnte Unterstützung erhielt der SPD-Antrag bei diesem Thema von der CSU. Sie hatte ja das Thema Jugendherberge in Amberg vor Jahren schon thematisiert. „Das ist ein Punkt aus unserem Wahlprogramm 2014“, erklärte der CSU-Fraktionsvorsitzende Dieter Mußemann. Der Jugendausschuss der Stadt soll das Thema nun aufgreifen, darüber waren sich alle Fraktionen im Ausschuss einig.

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