mz_logo

Region Amberg
Dienstag, 21. November 2017 7

Auszeichnung

Sie alle sind „kulturelle Leuchttürme“

Der Bezirk übergab in Ursensollen Kulturpreise, auch an die Musikkapelle Ursensollen. Der Denkmalpreis ging nach Stadlern.
Von Gerd Spies

  • Die vier Preisträger: von links Angela Harbauer (Blaskapelle Ursensollen), Wolfgang Herzer (Kunstverein Weiden e.V.), Stephan Roggenbuck (Theatergruppe St. Anton, Regensburg), Michaela Gottmeier (Denkmalpreis) Foto: Spies
  • Angela Harbauer erhält aus den Händen des Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler den Kulturpreis; Dritter von links Dirigent Stefan Neger. Foto: age
  • Die Preisträgerin in der Kategorie Denkmalpreis, Michaela Gottmeier, mit dem Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler (links) und Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl (rechts). Foto: Spies

Ursensollen.Alljährlich verleiht der Bezirk Oberpfalz in insgesamt vier verschiedenen Kategorien der Kultur und der Denkmalpflege herausragende Leistungen. Die feierliche Veranstaltung fand dieses Mal im Kubus, dem Kultur- und Begegnungszentrum, in Ursensollen, statt. Nicht ohne Grund, denn in der Kategorie „Blaskapellen/Blasmusik“ erhielt die Musikkapelle Ursensollen den Kulturpreis.

„Kultur ist nicht nur in den Metropolen zuhause!“ Franz Löffler, der Präsident des Bezirkstags, machte in seiner Begrüßung deutlich, dass die Oberpfalz stolz sein könne auf ihre Leistungen. Sie habe sich von der „Steinpfalz“ zu einer Region mit der niedrigsten Arbeitslosenquote in Bayern und einer Vielzahl hochwertiger Arbeitsplätze gewandelt. Zu dieser Entwicklung habe auch das kulturelle Erbe der Region beigetragen. „Wir dürfen zu Recht stolz sein auf unsere Oberpfälzer Kultur, und wo Kultur funktioniert, da funktioniert auch die Gesellschaft“, betonte der Bezirkstags-Präsident.

Lob für außergewöhnliches Engagement

Die Musikkapelle Ursensollen, die mit einem Kulturpreis des Bezirks in der Kategorie „Blaskapelle/Blasmusik“ ausgezeichnet wurde, bot bei der Feier gleich Kostproben ihres Könnens. Foto: Spies

Zum 18. Mal vergibt bereits der Bezirk den Kulturpreis in den drei Kategorien „Blaskapellen/Blasmusik“, „Galerien“ und „Theatervereine/Theatergruppen“, zum fünften Mal auch einen eigenen „Denkmalspreis“. Eine unabhängige Jury wählt alljährlich aus den Bewerbungen die Preisträger aus.

Die Laudatio in der Sparte „Blaskapellen/Blasmusik“ hielt Franz Löffler selbst. Aus 22 Vorschlägen sei in diesem Jahr die Musikkapelle Ursensollen als Sieger hervorgegangen. „Hier spielt die Musik!“ So lautet das Motto dieser Kapelle, die 1984 von dem Ursensollener Musiklehrer Ludwig Riedhammer gegründet wurde. Seit 1996 leitet Stefan Neger als Dirigent mit großem Erfolg das Orchester, das es inzwischen zu 41 goldenen Abzeichen gebracht hat.

Der Blick in den Terminkalender belege, so Löffler, ein außergewöhnliches Engagement. Im laufenden Jahr 2017 habe die Kapelle bereits 51 Einsätze hinter sich. Hinzu komme ein umfangreiches Freizeitprogramm für die jugendlichen Musiker.

Hervorragende Jugendarbeit

„Es spricht für den Verein, dass es eher mehr Musiker werden als weniger“, zitierte der Bezirkstags-Präsident den Vorsitzenden des Nordbayerischen Musikbunds. „Weil der Verein eine erstklassige Jugend- und Vereinsarbeit bereits vom Kindergartenalter an betreibt, und weil er eine musikalische Vielfalt und Leistung auf höchstem Niveau bietet“, so Löffler, habe er den Kulturpreis mehr als verdient. Angela Harbauer, die Vorsitzende der Musikkapelle Ursensollen, durfte die Urkunde und den Geldpreis in Empfang nehmen.

Preis für Kunstverein Weiden

Bezirkstagspräsident Franz Löffler (Mitte) und Laudator Lothar Höher (rechts) überreichen Wolfgang Herzer (Kunstverein Weiden e.V.) die Urkunde. Foto: Spies

Bezirkstags-Vizepräsident Lothar Höher aus Weiden übernahm die Laudatio für den Kulturpreis in der Sparte „Galerie“. Es ist ja auch eine Gruppe aus Weiden, nämlich der „Kunstverein Weiden e. V.“, der den Preis erhielt. Der Kunstverein Weiden steht für eine „grenzenlose“ deutsch-tschechische Zusammenarbeit, hob Höher hervor. 2005 hatte der Verein die Idee zu einem interaktiven Umwelt-Kunst-Projekt von Studentinnen und Studenten aus Deutschland und Tschechien. Seitdem prägen zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen die Künstlergruppe.

Wolfgang Herzer, 1993 Gründer und seitdem treibende Kraft, gelinge es immer wieder, in den Galerieräumen des Vereins regional, aber auch überregional bedeutende und junge Künstler zu präsentieren. Einstimmig habe deshalb der Kulturausschuss des Bezirks dem „Kunstverein Weiden“ den Kulturpreis zugesprochen.

Der Denkmalpreis

  • Haus der Vorfahren

    „Schon als Kind war Michaela Gottmeier von dem alten, etwas heruntergekommenen Haus angetan“, erzählte Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl bei seiner Laudatio zur Verleihung des Denkmalpreises. Das Böhmerwaldhaus, Weidinger Straße 1, in Stadlern (Landkreis Schwandorf), eines der letzten Exemplare in der Region, in dem ihre Großmutter lebte und das seit den 1980er Jahren unbewohnt war, erbte die Architektin im Schwandorfer Landratsamt 2013 von ihrem Vater. Über drei Jahre sanierte Michaela Gottmeier ihr Erbe.

  • Liebevolle Sanierung

    Heute erstrahlt das weitgehend in den Originalzustand wiederhergestellte Gebäude in neuem Glanz. Bewusst verwendete die Bauherrin natürliche Baumaterialien wie den klassischen Lehmputz, Lärchendielen oder Holzschindeln als Dacheindeckung. Heute dient das Haus als Ferienwohnung. „Frau Gottmeier hat ihren Traum, das Böhmerwaldhaus ihrer Vorfahren zu sanieren, wahr gemacht“, erklärte Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl. Aus Respekt vor dieser Leistung verlieh ihr der Bezirk Oberpfalz nun den Denkmalpreis 2017. (age)

Soziales Engagement ist wichtig

Die Theatergruppe St. Anton, Regensburg, mit ihrem Leiter Stephan Roggenbock (Zweiter von links) erhält vom Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler (links) und dem Kulturreferenten Thomas Gabler den Kulturpreis. Foto: Spies

„Es gibt gewisse Dinge, die gehören einfach zu Regensburg“, erklärte Thomas Gabler, der Kulturreferent des Bezirks, bei seiner Laudatio in der Sparte Theatervereine/Theatergruppen. Der Dom, die Steinerne Brücke, Jahn Regensburg oder der Steckerlfisch zum Beispiel würden in der Stadt Kultstatus genießen.

Ähnlich sei es auch mit den immer um Allerheilgen herum stattfindenden Aufführungen der Theatergruppe St. Anton. Einst aus der gleichnamigen Pfarrei im Regensburger Südosten, einer eher sozial problematischen Gegend, entwachsen, habe sich die Theatergruppe auch soziales Engagement auf die Fahnen geschrieben. So werde bei Auftritten bewusst auf Eintritt verzichtet, gehen die Spenden an soziale Einrichtungen. Auch das Thema Inklusion werde bewusst gelebt. Ganz selbstverständlich agieren vor und hinter der Bühne auch Menschen mit Behinderung.

Jahr für Jahr mache sich, so der Kulturreferent der Oberpfalz, das Ensemble zur Aufgabe, mit großen und spannenden Stücken seinem Publikum Höchstleistungen zu präsentieren. Aktuell steht am 4. November eine neue Premiere bevor: Das moderne Märchen „Harun und das Meer der Geschichten“ wurde neu inszeniert, sieben Aufführungen sind geplant. Seit mehr als zwei Jahrzehnten leitet Stephan Roggenbuck, Germanist am Regensburger Goethe-Gymnasium, das Ensemble. Er stammt selbst aus der Pfarrei und führt mit viel Erfahrung und Kreativität die Theatergruppe, die in diesem Jahr den Kulturpreis des Bezirks erhielt.

Als kulturelle „Leuchttürme“ der Region bezeichnete Kulturreferent Thomas Gabler bei seinem Schlusswort die Preisträger. Gabler versäumte es aber nicht, sich im Namen des Bezirks bei Franz Mädler, dem 1. Bürgermeister von Ursensollen, und seinen Helfern für die wieder einmal perfekt organisierte Feier zu bedanken.

Mehr aus der Region Amberg-Sulzbach/Amberg finden Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht