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Region Amberg
Donnerstag, 21. September 2017 18° 2

Militär

Soldaten setzen Hoffnung in Ministerin

Klare Worte zur Parlamentsarmee gab es bei der Versammlung des Bundeswehrverbands Kameradschaft ERH – und Ehrungen.
Von Erich Hiltl

Ehrungen bei der Kameradschaft ERH; vorne von links: Franz Schramayr, Ludwig Gmelch, Karl Röttig, Johannes Scharf, Lother Lippe, Heinrich Herbort; zweite Reihe von links: Dieter Beer, Karl Frankerl und Helmut Scharl; dritte Reihe von links die Referenten Tino Möller und Josef Rauch Foto: ahi

Kümmersbruck. Beim Bundeswehrverband Kameradschaft ERH – Ehemalige Soldaten, Reservisten und Hinterbliebene – war es ein besonderer Tag, denn in der Schweppermannskaserne in Gärmersdorf galt es unter anderem, eine Reihe verdienter Mitglieder für ihre Treue zu ehren.

Der Vorsitzende, Hauptmann a.D. Heinrich Herbort, freute sich sehr, dass zum ersten Mal mehrere Mitglieder der „Kameradschaft Ehemaliger Soldaten, Reservisten und Hinterbliebenen“ für jeweils 60 Jahre Treue seit Bestehen des Deutschen Bundeswehr-Verbandes (DBwV) ausgezeichnet wurden.

Herbort begrüßte in der Kaserne dazu auch Oberstleutnant (OTL) Tino Möller, den stellvertretenden Landesvorsitzenden, OTL Josef Rauch, den Vorsitzenden der Standort-Kameradschaft, Franz Schramayr, und dankbar die Vertreter der Medien. Für 60 Jahre feste Treue zum Verband geehrt wurden OTL a.D. Lother Lippe, OStFw a.D. Karl Röttig und StFw a.D. Ludwig Gmelch neben dem Reservisten Johannes Scharf, für 50 Jahre OTL a.D. Wolfgang Weiss und StFw a.D. Karl Frankerl., Es gab für sie jeweils Urkunden, eine Broschüre und eine Glastrophäe.

Sehr willkommen waren bei der Versammlung auch die Ehefrauen und Lebenspartner. Gedacht wurde der verstorbenen Mitglieder StFw a.D. Klaus Nitschke, Oberst-Apotheker a.D. Werner Gramlich und auch Oberfacharzt a.D. Dr. Reinhard Kleber.

Man braucht immer mehr Spezialisten

Oberstleutnant Tino Möller überbrachte gleichsam auch als Hausherr die besten Grüße seitens des Kommandeurs, Oberstleutnant Alexander Kolb, und schilderte die Situation in der Kaserne der „Parlamentsarmee“. Die Bundeswehr leiste grundsätzlich hervorragende Arbeit, wenn „auch nicht alles gut“ sei. Die Einsatzbereitschaft sei generell mit einem Fragezeichen zu versehen, und der „Dialog deutscher Interessen sei „immer ein Thema“.

Er sehe, so Tino Möller, eine Trendwende mit der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zugunsten der Bundeswehr, um wehrfähiger zu werden. Man brauche die Menschen, man brauche Personal, sagte Möller. Die Nachwuchsgewinnung sei dabei kritisch zu sehen, vor allem auch unter dem Aspekt, dass man heutzutage vor allem auch Spezialisten benötige.

Zu beklagen sei, wie der Offizier weiter betonte, der Mangel an „Material und einsatzfähigen Fahrzeugen“. Es gehe auch weiterhin um die Werbung für das Personal bei den Multiplikatoren, es gehe aber auch um den Diskurs mit der Bevölkerung. Man sei zeitweise im Kriegseinsatz, der Etat sei um neun Milliarden aufgestockt worden, in Amberg habe man Bestandsschutz mit der Schweppermannkaserne: 112 Milliarden Euro seien für Investitionen im Gespräch, sagte Tino Möller.

Ehrungen

  • Für 40 Jahre:

    Oberstleutnant a.D. Helmut Scharl.

  • Für 50 Jahre:

    Oberstleutnant a.D. Wolfgang Weiss und Oberstabsfeldwebel a.D. Karl Frankerl.

  • Für 60 Jahre:

    Oberstleutnant a.D. Lothar Lippe, Oberstabsfeldwebel a.D. Karl Röttig, Stabsfeldwebel a.D. Ludwig Gmelch und Reservist Johannes Scharf.

  • Glückwünsche:

    Zugesandt wurden die besten Wünsche an Oberstarzt a.D. Dr.Kunkel, die OTL a.D. Michael Thomaschewski und Josef-Dieter Beer sowie OStFw a.D. Ferdinand Neumeier. (ahi)

Kritik lautet, man habe sich kaputtgespart

Oberstleutnant Josef Rauch berichtete von der Landesversammlung in Bamberg. Man habe in den vergangenen drei Jahren in dem Verband sehr erfolgreich gearbeitet. Die 200 000er- Stärke der Bundeswehr sei „geknackt“ worden, beim Verband seien 70 Prozent Mitglieder, die „Ehemaligen“ seien bei den insgesamt 260 Anträgen ganz stark vertreten gewesen. Man habe aber auch Federn lassen müssen, einige Kasernen seien dabei zu nennen – doch pauschale Verurteilungen seien sehr sauer aufgestoßen. Man gewinne, wie Rauch berichtete, mehr Soldaten aus dem Ruhrgebiet und den „neuen Ländern“, es fehle an Unterbringungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, man habe sich „kaputtgespart“, noch dazu, wenn man an die überregionalen Anforderungen an die deutsche Bundeswehr denke. Man komme vor allem mit Großgerät nicht mehr nach – die Rüstungsindustrie habe zu viele Aufträge, auch fürs Ausland, so Rauchs Meinung. Man müsse an Dienstzeitverlängerungen denken, vieles sei an Verbesserungen möglich, auch wenn die Soldaten, so Oberstleutnant Rauch, ihre Aufgaben sehr ernst nähmen.

Offenheit mit Blick auf die aktuelle Situation der Ehemaligen war bei der Mitgliederversammlung angesagt. Das Beihilferecht war bei der Aussprache ein Thema, man müsse wieder sehr lange auf das Geld warten, hieß es.

Die nächste Zusammenkunft der ERH, so hieß es im Ausblick, ist am 25. November 2017, wobei auch Veränderungen im Rahmen der Pflegeversicherung erläutert werden.

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