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Region Amberg
Freitag, 15. Dezember 2017 3

Spatenstich

Staatsstraße wird verlegt

Auf einer Strecke von 1,1 Kilometern investiert der Freistaat Bayern rund 2,8 Millionen Euro zur Umgehung des Kastler Ortsteils Hammer. „Was lange währt wird endlich gut“, meinte Bürgermeister Stephan Braun zu diesem wichtigen Straßenbauprojekt für den Markt Kastl, für das am gestrigen Mittwoch der offizielle Spatenstich erfolgte. Der Leiter des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach, Henner Wasmuth, begrüßte dazu neben vielen Behörden- und Fachstellenvertretern und Bürgern aus dem Markt Kastl auch den Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, Gerhard Eck, MdB Alois Karl aus Neumarkt und Bezirksrat Peter Braun aus Schmidmühlen.

2004 gab es ein Bürgerbegehren

Wie Staatssekretär Gerhard Eck zur Notwendigkeit des Projektes anmerkte, sei die Lauterachtalstraße in den vergangenen Jahren bereits in Teilabschnitten ausgebaut worden. „Der Abschnitt östlich von Kastl und vor allem die Ortsdurchfahrt von Hammer sind aber immer noch ein Nadelöhr auf der Strecke.“ Die Straßenbreite betrage an der engsten Stelle nicht einmal vier Meter. Es fehlen Gehwege und die Straße ist teilweise unübersichtlich. „Die Verlegung bei Kastl ist auch im aktuellsten Ausbauplan für Staatsstraßen in der 1. Dringlichkeit Überhang eingestuft“, betonte Eck.

Überlegungen zum Ausbau der Staatsstraße im Bereich von Kastl würden schon seit mehr als 30 Jahren bestehen. Ein Abschnitt in der Ortsdurchfahrt Kastl wurde bereits 1998 realisiert. Über die in der Vergangenheit umstrittene Weiterführung konnten die Kastler 2004 im Rahmen eines Bürgerbegehrens mitbestimmen. „Die Planungen erfolgten auf der Grundlage des mehrheitlichen Bürgerwillens. Die Neubaustrecke verläuft weitgehend auf der in den 70er Jahren aufgelassenen Bahnlinie Amberg–Lauterhofen am südlichen Rand des Lauterachtal“, so der Staatssekretär.

Die Regierung der Oberpfalz hat im Juli 2011 den Planfeststellungsbeschluss für die Verlegung bei Kastl erlassen. Archäologische Untersuchungen und Kampfmittelerkundungen – die Bahnlinie war gegen Ende des Zweiten Weltkrieges durch alliierte Flugzeuge beschossen worden – erfolgten im Frühjahr 2012.

Erste Überlegungen 1982/83

„Der Humus wurde schon abgetragen, so dass der Trassenverlauf schon gut erkennbar ist“, so Eck weiter. Die Neubaustrecke verlaufe im sensiblen Naturraum Lauterachtal, darauf habe man bei der Planung auch entsprechend Rücksicht genommen. Die Trasse überquert mit einer knapp 60 Meter langen Brücke das Lauterachtal an seiner schmalsten Stelle. Der Fünf-Flüsse-Radweg wird auf einer Strecke von 900 Metern neu angelegt.

Landrat Richard Reisinger bedankte sich für den Landkreis Amberg-Sulzbach beim Freistaat Bayern für diese wichtige Investition zur Verbesserung der Infrastruktur im südwestlichen Landkreis. „Aber die B 299 wartet auch noch“, meinte er an die Politiker, vor allem Staatssekretär Gerhard Eck und MdB Alois Karl, gerichtet.

Bürgermeister Stefan Braun hob hervor, dass die bauliche Veränderung des Straßenbestandes im Ortsteil Hammer und außerorts das Gebot der Stunde gewesen sei. „Darin sind sich die meisten Kastler Bürger einig.“ Die ersten Planskizzen wurden 1982/1983 erstellt, damit sei der Ausbau der Staatsstraße Kastl – Schmidmühlen ein dominierendes kommunalpolitisches Thema der vergangenen 30 Jahre gewesen. „Eine Generation hat es gedauert, bis wir mit dem Spatenstich einen Schlussstrich unter diesen Teil der Kastler Heimatgeschichte ziehen konnten“, so Stefan Braun. Er erinnerte auch an den Bürgerentscheid im Juni 2004: Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit hätten sich damals die Bürgerinnen und Bürger von Kastl für die ortsferne Trasse entschieden.

Der Bürgermeister dankte allen, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben, den Abgeordneten von Bundestag und Landtag, den Mitarbeitern des Staatlichen Bauamtes, aber ebenso den Grundstückbesitzern und Anwohnern in diesem Bereich. „Ich bin mir sicher, dass sowohl die Kastler Bevölkerung, als auch die künftigen auswärtigen Nutzer der Staatsstraße von dieser Investition profitieren werden“, zeigte sich Bürgermeister Stefan Braun überzeugt.

Mit der Fertigstellung der Straßenbaumaßnahme wird Ende 2013 gerechnet, so Henner Wasmuth vom Staatlichen Bauamt in Amberg. (aal)

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