mz_logo

Region Amberg
Freitag, 15. Dezember 2017 3

Verkehr

„Stadtraser“ sind Grund für viel Ärger

Amberger Bunt will mit festen Radar-Messstellen auf dem vierspurigen Altstadtring die PS-Süchtigen zur Vernuft bringen.

Amberger Bunt will mit einem festen Überwachungssystem mit vier Geschwindigkeitskontrollgeräten an neuralgischen Stellen die Verkehrsrowdys zur Räson bringen. Symbolfoto: Roland Weihrauch, dpa

Amberg.Amberger Bunt brachte ein spezielles Problem vor: die „Stadtraser“ auf dem vierspurigen Altstadtring. Die Gruppierung im Amberger Stadtrat will mit einem festen Überwachungssystem mit vier Geschwindigkeitskontrollgeräten an neuralgischen Stellen die Verkehrsrowdys zur Räson bringen. Im Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss überwog Skepsis.

„Täglich in den Nachtstunden tyrannisieren die Stadtrundenfahrer mit lautem Motorengetöse die Bürger und gefährden Fußgänger, Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer“, begründeten Josef Lorenz und Aydin Ayten den Antrag. Trotz mehr Kontrollen seitens der Polizei werde es nicht besser. Immer mehr Fahrer auch aus Nachbar-Landkreisen würden sich an den illegalen Rennen beteiligen. Vier stationäre Kontrollgeräte sollten für Abhilfe sorgen. Die Standorte auf der vierspurigen Strecke hätten sie als Ergebnis eigener Recherche schon parat.

Anschaffungskosten: 385 000 Euro

Skeptisch zeigte sich der zuständige Verkehrsreferent Dr. Bernhard Mitko. Zum einen bräuchte es eine Sondergenehmigung der Regierung, zum anderen würden die Anschaffungskosten satte 385 000 Euro betragen. Und dass diese Kontrollmaßnahme auch wirklich von Erfolg gekrönt würde, sehe er als höchst fraglich an, denn „die Messstellen haben sich bei den Kandidaten sehr schnell herumgesprochen“. ÖDP-Stadtrat Klaus Mrasek befürchtet sogar einen gegenteiligen Effekt bezüglich Lärm – weil die Raser vor der Messstation abbremsen, danach aber wieder besonders Gas geben würden.

Nur nicht die „Falschen“ erwischen

Für OB Michael Cerny ist auch die Gefahr sehr groß, dass durch diese Anlage gerade die „Falschen“ erwischt würden – ortsunkundige Normal-Fahrer, die durch Unachtsamkeit in diese Radarfalle hineintappen würden. „Unser Ansatz ist nicht, dass wir die Autofahrer abzocken wollen“, so Cerny.

Mit der bestehenden kommunalen Verkehrsüberwachung habe man aus der Sicht des CSU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Mußemann bereits eine effektive Form der Kontrolle. „Gegen den Lärm werden die Stationen nichts bringen“, ist Mußemann sehr überzeugt. Hier sei die Polizei durch verstärkte Auto-Kontrollen gefordert.

Referent zeigt eine Alternative auf

Eine eventuelle Lösung brachte am Ende der Diskussion der Verkehrsreferent doch auch nochmals ins Spiel. Der Zweckverband „Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz“, dem die Stadt angehört, teste zurzeit ja eine „semimobile Anlage“ – in Form eines gepanzerten Anhängers. Und Referent Bernhard Dr. Mitko will nun anstreben, dass Amberg für einen Modellversuch damit ausgewählt wird.

Die vorgeschlagenen Messstellen

Am Kaiser-Wilhelm-Ring, Höhe Grammer, unterhalb des Max-Reger-Gymnasiums und bei der Deprag, am Kaiser-Ludwig-Ring beim Bus-Bahnhof, schlagen die beiden Stadträte als die geeignetsten Punkte für die Aufstellung stationärer Geschwindigkeitskontrollgeräte vor. Gerade an diesen Strecken mit weit auseinanderliegenden Ampelanlagen seien Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometer der gegen den Uhrzeigersinn rasenden Stadtrundfahrer keine Seltenheit, hieß es seitens der beiden Antragsteller

Mehr Nachrichten aus der Region lesen Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht