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Region Amberg
Samstag, 25. November 2017 13° 3

Infrastruktur

Viel Geld fließt in die Kläranlage

Das Betriebsgebäude der Einrichtung in Theuern soll neu gebaut werden. Auch ein Energiekonzept wird für die Anlage erstellt.
Von Hans Babl

In die Verbandskläranlage in Theuern wird weiter viel Geld investiert. Geplant ist ein Neubau bzw. eine Erweiterung des Betriebsgebäudes. Foto: Babl

Kümmersbruck.Das Betriebsgebäude der Verbandskläranlage in Theuern soll erweitert werden, außerdem ist ein Energiekonzept für die Einrichtung erforderlich. Das waren die Kernthemen bei der jüngsten Sitzung des Zweckverband zur Abwasserbeseitigung der Stadt Amberg und der Gemeinde Kümmersbruck. Bekanntgegeben wurde dabei auch, dass die Kosten für die Entsorgung je Tonne Klärschlamm ansteigen werden.

Bei der von Kümmersbrucks 1. Bürgermeister Roland Strehl geleiteten Sitzung referierte Ernst Kätzlmeier, Bautechniker bei H und F Architekten Amberg, über den geplanten Anbau bzw. die Erweiterung des Betriebsgebäudes in Theuern. Nunmehr mehr als 25 Jahre in Betrieb, entspreche der Status quo der Anlage in Theuern nicht mehr den tatsächlichen Erfordernissen.

Zweckbau soll entstehen

Diesen Entwurf für das Betriebsgebäude der Verbandskläranlage hat Ernst Kätzlmeier von H und F Architekten Amberg vorgestellt. Foto: Babl

Für Norbert Füger, Geschäftsleiter der Verbandskläranlage, ist der Anbau erforderlich: „Es wird kein Luxusbau, sondern ein gradliniger Zweckbau“, versicherte er. Gemeint ist damit ein einstöckiger neuer Bau für die Verwaltung mit Sozialräumen und Sanitäranlagen, angebunden an die bereits bestehenden Gebäude. Im Obergeschoss sind, pauschal gesagt, Besprechungsraum, WC-Anlagen und der Durchgang zum bestehenden Verwaltungsgebäude geplant. Im Erdgeschoss soll der Sozialtraktbereich mit getrennten Umkleideräumen entstehen, erläuterte Bautechniker Ernst Kätzlmeier.

Inklusive Außenanlage sollen sich die Kosten „bei rund 1,5 Millionen Euro“ bewegen. Die werden aber noch Thema für den Haushalt 2018 sein“, erklärte Kämmerer Franz Mertel.

Die Wirtschaftlichkeit erhöhen

Ein Gesamtenergiekonzept für die Zweckverbandskläranlage Theuern legte den Verbandsräten Prof. Dr.- Ing. Markus Brautsch vom Institut für Energie und Technik (IfE) der OTH in Amberg vor. Für die nächsten zwei Jahre solle demnach ein konkreter Handlungsleitfaden erstellt werden, der die Kläranlage effizienter und wirtschaftlicher macht. „Zug um Zug“ soll nach Auffassung des Experten vorgegangen werden.

Er zeigte das am Beispiel des Blockheizkraftwerks (BHKW) Roth bei Nürnberg. Dr. Brautsch stellte vor, wie vorgegangen werden soll: Nämlich beginnend mit Analysen für den Energiebedarf, für die Energieeinsparung, die technische Machbarkeit der Energieeffizienzsteigerung. Optimierung der Energieversorgung stehe auf der Agenda, und mindestens vier unterschiedliche Betriebsformen eines BHKW bzw. Betriebsstrategien würden geprüft, um die Wirtschaftlichkeit optimal zu erhöhen. „Wirtschaftlich arbeitet die Kläranlage dann, wenn das Zusammenspiel funktioniert“, verkündete Prof. Markus Brautsch als sein Credo. Die Faktoren sollen alle wissenschaftlich bei der Umsetzung begleitet werden.

Zahlen und Fakten zur Kläranlage

  • Entstehung

    100 Millionen D-Mark wurden einst in die Verbandskläranlage in Theuern investiert, um eine nachhaltige Abwasserentsorgung sicherstellen zu können. Zusammen arbeiten dabei die kreisfreie Stadt Amberg sowie die kreisangehörenden Kommunen Kümmersbruck und Freudenberg, die noch im Jahr 1975 dem Zweckverband beitraten.

  • Investitionen

    Auch weiterhin wird viel in die Kläranlage investiert. In einem ersten Bauabschnitt wurden 2015/2016 insgesamt 1,4 Millionen Euro in die Verbandskläranlage investiert. Dazu gehören drei Schneckenpumpen, ein erneuertes Antriebsaggregat und die Lüftungsanlage.

  • Energie

    Zur Kläranlage gehören drei Blockheizkraftwerke, die 75 Prozent des Strombedarfs von jährlich vier Millionen Kilowattstunden decken. Energie liefert Methangas, das bei der Schlammfaulung in den beiden Faulbehältern entsteht, auch mit der im Kühlwasser und Abgas enthaltenen Abwärme kann die gesamte Anlage beheizt werden.

  • Abwässer

    Abwässer kommen übrigens nicht nur aus Amberg, Kümmersbruck und Freudenberg, sondern auch aus Teilen der Gemeinden Poppenricht, Ammerthal, Illschwang und Hahnbach (Kienlohe). Der entfernteste Einleiter ist die Autobahnrastanlage Oberpfälzer Wald.

Neue Verordnung bringt Verschärfungen

Seit mehr als 25 Jahren sorgt die Kläranlage schon für die Reinigung des Abwassers. Foto: Babl

Stefan Trettenbach informierte bei der Zweckverbandsitzung über die neue, verschärfte Gesetzgebung und über die aktuelle Situation bei der wichtigen Klärschlammentsorgung. Am 2. Juni 2017 sei die neue Düngemittelverordnung in Kraft getreten. „Mit der Neufassung möchte der Gesetzgeber aus Vorsorgegründen die bodenbezogene Verwertung von Klärschlamm bei größeren Kläranlagen verbieten“. „Größere Kläranlagen“ seien Anlagen für mehr 50 000 Einwohnerrichtwerte – und dazu gehört das Klärwerk Theuern.

Die Düngemittelverordnung sieht wesentliche Einschränkungen beim Einsatz organischer Düngemittel vor. Dazu zählt laut Trettenbach auch der kommunale Klärschlamm. Durch die Gesetzesänderung komme es zu starken Einschränkungen im Bereich der landwirtschaftlichen Klärschlammentsorgung sowie der Kompostierung von Klärschlämmen“, erklärte der Fachmann.

Entsorgungskosten steigen an

Dies habe zur Folge, dass die Entsorgungskosten je Tonne Klärschlamm um rund 75 Prozent angestiegen seien – und noch weiter ansteigen werden. Daher sei für die Klärschlammentsorgung 2018 die Thermische Verwertung europaweit ausgeschrieben worden. In diesem Zusammenhang informierte Trettenbach zum Zweckverband Trocknung, Klärschlamm in Schwandorf (ZTKS), dass mit dem Bau der Klärschlammtrocknungsanlage bereits begonnen worden sei. Mit der Fertigstellung der Gesamtanlage werde für Dezember 2018 gerechnet. Die Inbetriebnahme solle im März 2019 erfolgen.

Rein formell war bei der Sitzung des Zweckverbandes zur Abwasserbeseitigung der Stadt Amberg und der Gemeinde Kümmersbruck die Bekanntgabe der Genehmigung der Haushaltssatzung 2017 durch die Regierung der Oberpfalz.

2016 wurde das 25-jährige Bestehen der Verbandskläranlage gefeiert.

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