mz_logo

Region Amberg
Mittwoch, 17. Januar 2018 9

Engagement

Viel Positives – trotz der Katastrophe

Die Hilfsorganisation Africa Luz mit Sitz in Hirschau wird die Projekte in Sauraha in Nepal weiter stark unterstützen.
Von Werner Schulz

In der Augenklinik, die mit dem Africa-Luz-Ambulatorium kooperiert, durften Bärbel Birner (2.v.r.) und Isabelle Haustein (2.v.l.) eine Grauer-Star-Operation mitverfolgen. Dabei wurde der Patientin eine der von ihnen mitgebrachten intraokularen Linsen eingesetzt. Foto: Africa Luz

Hirschau. „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“, schrieb einst der Dichter Matthias Claudius. Eine ganze Menge zu erzählen über ihren Hilfseinsatz im nepalesischen Sauraha hatten Geschäftsführerin Bärbel Birner und Isabelle Haustein von der Africa-Luz-Vorstandschaft bei der Jahresabschluss-Sitzung, die Professor Dr. Dieter Dausch geleitet hat.

Zwei Wochen dauerte im November ihr Aufenthalt in dem Ort, der im Royal-Chitwan-Nationalpark liegt; Africa Luz engagiert sich dort seit 2006, hat unter anderem den Bau des Prof.-Dausch-Kinderhauses und eines Ambulatoriums finanziert. Als beide den Reisetermin Anfang 2017 festgelegt hatten, wollten sie in erster Linie die im Notfallkrankenhaus arbeitenden Ärzte bei Augenuntersuchungen und Operationen unterstützen, sie einmal mehr mit Medikamenten und medizinischen Geräten versorgen und generell wieder einmal „nach dem Rechten sehen“.

Gesamte Einrichtung zerstört

Immense Schäden hatte das Hochwasser im Prof.-Dausch-Kinderhaus angerichtet. Die gesamte Einrichtung war zerstört, sämtliches Inventar in der dort untergebrachten Nähschule durch den Schlamm unbrauchbar gemacht. Foto: Africa Luz

Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass Nepal im August 2017 von einer beispiellosen Hochwasserkatastrophe heimgesucht wird. Dass auch Sauraha davon betroffen war, hatte man schon im Vorfeld von Sher Kintzl-Bahadur, dem Vizepräsidenten von Green Society Nepal erfahren, mit dem man seit Jahren eng zusammenarbeitet. „Das Kinderhaus bot einen mehr als traurigen Anblick. Die gesamte Einrichtung war zerstört“, berichtete Bärbel Birner, um im gleichen Atemzug anzufügen: „Gott sei Dank war das Ambulatorium von den Wassermassen verschont geblieben.“

Bilder dokumentierten die Schäden im Kinderhaus, das etwa einen Meter unter Wasser gestanden hatte. Fundament, Fußböden und Wände waren beschädigt, sämtliches Inventar in der dort untergebrachten Nähschule durch den Schlamm unbrauchbar. Bärbel Birner veranlasste umgehend die nötigen Sanierungsarbeiten, die noch während ihres Aufenthalts in Angriff genommen wurde.

Obdachlosen konnte geholfen werden

In der Augenklinik übergaben Bärbel Birner und Isabelle Haustein 50 intraokulare Linsen, Salben und Augentropfen im Gesamtwert von 7000 Euro (links mit im Bild Sher Kintzl-Bahadur, der Vizepräsident von Green Society Nepal). Foto: Africa Luz

Etwa 30 Familien, deren Häuser von den Fluten total zerstört wurden, waren obdachlos geworden. Deren Not konnten Bärbel Birner und Isabelle Haustein dank einer 20 000-Euro-Spende von Klaus und Gertrud Conrad lindern. Im Beisein des Bürgermeisters konnten sie jeder der betroffenen Familien für den Neuaufbau 500 Euro in bar übergeben.

Im Ambulatorium galt das erste Interesse der zwei Besucherinnen der augenärztlichen Untersuchungseinheit, die sie 2015 zur Einweihung der Klinik mitgebracht und eigenständig zusammengebaut hatten. „Sie hat einwandfrei funktioniert, eine junge Assistenzärztin aus dem nahegelegenen Augenkrankenhaus hat damit gerade Untersuchungen durchgeführt“, erzählte Isabelle Haustein. Mindestens 200 Patienten wurden an diesem Tag kostenlos am Auge untersucht.

Kampf gegen Diabetes

Bei einem „Zuckertag“, den Bärbel Birner und Isabelle Haustein eigens organisiert haben, wurden kostenlos unzählige Zuckertests durchgeführt und auffällige Personen sofort an einen Internisten zur weiteren Behandlung überwiesen. Foto: Africa Luz

In einem zweiten Raum war ein Internist damit beschäftigt, einen Patienten mit einem Ultraschallgerät zu untersuchen. Das neue, hochmoderne Gerät hatte Africa Luz finanziert. Die Kosten hatten rund 15 000 Euro betragen. „Natürlich war der Andrang der Leute sehr groß. Jeder wollte mit der neuen Maschine behandelt werden“, erzählten Birner und Haustein.

Da bei den vorherigen Nepalaufenthalten aufgefallen war, dass viele Menschen dort an Diabetes erkrankt sind, hatte man fünf Zuckermessgeräte und 300 Teststreifen mitgenommen. Bei einem eigens organisierten „Zuckertag“ wurden kostenlos unzählige Zuckertests durchgeführt, auffällige Personen sofort an einen Internisten zur weiteren Behandlung überwiesen.

Linsen wurden gleich eingesetzt

Gänsehaut pur erlebten Bärbel Birner und Isabelle Haustein, als sie auf dem Schulhof zu den Klängen der nepalesischen Nationalhymne von rund 350 Kindern begrüßt wurden. Foto: Africa Luz

Nächste Besuchsstation war die Augenklinik, die mit dem Africa-Luz-Ambulatorium kooperiert. Als Geschenk hatte man 50 intraokulare Linsen, Salben und Augentropfen im Gesamtwert von 7000 Euro mitgebracht. Als „Belohnung“ durften die deutschen Gäste im Operationssaal einer Grauen-Star-OP beiwohnen. Dabei wurde der Patientin natürlich eine der mitgebrachten Linsen eingesetzt.

Erfreuliches gab es auch über die in den vergangenen Jahren errichtete Schule zu berichten. Africa Luz hat das Grundstück dafür zur Verfügung gestellt. Rund 350 Kinder im Alter zwischen vier und 15 Jahren empfingen die Besucherinnen auf dem Schulhof zu den Klängen der nepalesischen Nationalhymne mit Blumensträußchen. „Das war Gänsehaut pur“, bekannten Birner und Haustein. Von der Ausstattung der Schule, so beide übereinstimmend, habe man bei der Besichtigung einen überaus positiven Eindruck gewonnen. Man habe normale Klassenzimmer mit neuwertigen Schulbänken und Tafeln vorgefunden, ebenso liebevoll eingerichtete Spielecken für die Vorschulkinder und mit Laptops ausgestattete Computerräume.

Eindrücke aus Nepal

  • Arbeit in der Augenklinik

    In der Augenklinik, die mit dem Africa-Luz-Ambulatorium kooperiert, übergaben Bärbel Birner und Isabelle Haustein 50 intraokulare Linsen, Salben und Augentropfen im Gesamtwert von 7000 Euro (links mit im Bild Sher Kintzl-Bahadur, der Vizepräsident von Green Society Nepal).

  • Kampf gegen Diabetes

    Bei einem „Zuckertag“, den Bärbel Birner und Isabelle Haustein eigens organisiert haben, wurden kostenlos unzählige Zuckertests durchgeführt und auffällige Personen sofort an einen Internisten zur weiteren Behandlung überwiesen.

  • Besonderer Moment

    Gänsehaut pur erlebten Bärbel Birner und Isabelle Haustein, als sie auf dem Schulhof zu den Klängen der nepalesischen Nationalhymne von rund 350 Kindern begrüßt wurden. Das Grundstück für das erst in den letzten Jahren erbaute Schulhaus hat Africa Luz zur Verfügung gestellt.

Zukunftschancen verbessern

Einigkeit herrschte im Vorstandsgremium, dass man die Unterstützung für die Projekte in Sauraha auf jeden Fall fortsetzen wird. Alle bisherigen Africa-Luz-Investitionen hätten dazu beigetragen, die Lebensqualität der dort lebenden Menschen und die Zukunftschancen für die Kinder und Jugendlichen zu verbessern.

Um weiter helfen zu können, darauf wies Schatzmeister Reinhold Birner hin, sei man weiterhin auf Spenden angewiesen. Wer Africa-Luz mit Spenden unterstützen will, kann diese entweder auf das Konto Nr. 200 799 799 bei der Sparkasse Amberg-Sulzbach (BLZ 752 500 00) oder das Konto Nr. 64 93 939 bei der Volks- und Raiffeisenbank Amberg (BLZ 752 900 00) überweisen. Wer sich dauerhaft für Africa Luz engagieren möchte, der kann zum Jahresbeitrag von 60 Euro Mitglied werden.

Mehr aus der Region Amberg-Sulzbach/Amberg finden Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht