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Region Amberg
Donnerstag, 19. Oktober 2017 18° 1

Europa

Von Flüchtlingskrise bis zu den Rechten

Viele Einblicke in die EU-Politik erhielten Schüler des Max-Reger-Gymnasiums Amberg von MdEP Ismail Ertug in Straßburg.

Die Schüler des Max-Reger-Gymnasiums mit Oberstudienrätin Veronika Frenzel trafen beim Besuch des Europaparlaments in Straßburg den Amberger Europaabgeordneten Ismail Ertug. Foto: Julian Probst

Amberg.Straßburg war das Ziel der Fahrt des P-Seminars „Die Welt bewegt sich“ am Max-Reger-Gymnasium Amberg im Leitfach Geografie unter Leitung von Oberstudienrätin Veronika Frenzel. Neben der Besichtigung der historisch hoch interessanten Stadt war ein wichtiger Punkt der Besuch des Europaparlaments. Im Mittelpunkt stand dabei das Gespräch mit dem Europaabgeordneten Ismail Ertug, der in Kümmersbruck zu Hause ist.

Vorab erfuhren die Schüler, dass das Gebäude des Europäischen Parlaments nach der 1993 verstorbenen französischen Journalistin und Politikerin Louise Weiss benannt ist. Die Europaabgeordnete sei eine wichtige Verfechterin des europäischen Gedankens gewesen. Mit einem Film über die Geschichte der EU wurde den Schülern bewusst, welche Bedeutung deren Gründung hatte: Diese sollte einen wichtigen Beitrag leisten, die jahrhundertelange Feindschaft vor allem zwischen Deutschland und Frankreich, aber auch der anderen europäischen Staaten zu beenden.

Schwer gemeinsame Linie zu finden

Der Europaabgeordnete Ismail Ertug nahm sich anschließend zwei Stunden Zeit, Fragen der Schüler zu beantworten, die zum einen seinen Alltag als Abgeordneter, zum anderen die Bedeutung des Parlaments betrafen. Gesprochen wurde auch über aktuelle Probleme wie die Flüchtlingskrise, deren Bewältigung eine Priorität der EU ist. Ertug ging darauf ein, dass die 28 Staaten häufig und auch bei diesem Thema nur schwer eine gemeinsame Linie finden würden, zurzeit drifte die Union sogar auseinander – Stichpunkt Brexit! Auf der einen Seite gebe es die „Koalition der Willigen“, die auf Solidarität und Kooperation hinziele. Deutschland sei hier die treibende Kraft, sagte Ertug. Allerdings bedauerte er, dass es auch Verfechter einer Abschottungspolitik gebe.

Konflikt mit Erdogan thematisiert

Ertug äußerte auch seine Meinung zum Konflikt mit dem türkischen Präsidenten Erdogan, der die europäische Gemeinschaft vor große Probleme stelle, vor allem, wenn man bedenke, dass die Türkei einen Beitritt anstrebe. Zur Sprache kam ebenso das Erstarken rechtsradikaler Bewegungen in der Politik. Auf die Bedenken der Schüler hin, solche Parteien könnten international an Kraft gewinnen, antwortete der Abgeordnete mit Bestimmtheit, dass solche Entwicklungen vielleicht in einzelnen Staaten an Wählerstimmen gewinnen würden. Auf europäischer Ebene – falls sie ins Europaparlament gewählt werden sollten – seien sie jedoch eine zu vernachlässigende Minderheit.

Anschließend durfte die Gruppe auch noch einer Plenarsitzung des Parlaments beiwohnen, was natürlich hochinteressant war, schon allein aufgrund der vielen Sprachen, die simultan übersetzt wurden. Die Fahrt war ein großer Erfolg in vielerlei Hinsicht. Zum einen konnten die Schüler, die in das Fach Französisch belegt hatten, ihre Sprachkenntnisse auffrischen, zum anderen eine wunderschöne Stadt entdecken und Einblicke in die Politik Europas bekommen.

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