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Region Amberg
Sonntag, 21. Januar 2018 10

Kabarett

Von Hirnknirschen und Lachanfällen

„da Bobbe“ nimmt in seinen Rollen das Leben auf die Schippe. Situationskomik und Wortakrobatik begeisterten in Ebermannsdorf.
Von Christine Wendl

„da Bobbe“ sorgte mit seinem Kabarettprogramm für Lachanfälle beim Publikum. Foto: awe

Ebermannsdorf.Er ist ein echtes Oberpfälzer Urgestein, liebt seine Heimat und besonders seinen herrlichen Dialekt – „da Bobbe“, alias Robert Ehlis aus Regensburg. Genauso „gschert“, wie Monika Gruber, nimmt er das Leben gern auf der privatesten Ebene auf die Schippe, spricht aus, was niemand in Worte fassen würde, und fordert seine Zuschauer zum aktiven Mitmachen auf. Das kam verdammt gut an in Ebermannsdorf im Festzelt der Jubel-Feuerwehr, das nahezu ausverkauft und voll besetzt war zum Auftritt des sympathischen Rundumtalents.

Feuerwehrler und Nikolaus

Mit seinem neuen Programm „zefix!“ präsentiert er sich als wahrer Verwandlungskünstler. Er schlüpft mit wenig Aufwand in verschiedene Rollen, mutiert vom talentierten singenden Showstar zum bekannten Facklberger Feuerwehrhauptmann, dem Brandlhuber Muk, und klagt als frustrierter Nikolaus über die modernen Eltern, die ihren Kindern alles erlauben, nur keinen Krampus.

Er schildert sehr anschaulich seine Erlebnisse in den Arabischen Emiraten, die ja ganz ähnlich klingen, wie er („Dubaier – du Bayer?“), wo die Frauen mit „schwarzen Tischdecken“ leider gänzlich unsichtbar durch die Straßen gehen. Aber die Sprache dort ist beim genaueren Zuhören für den Bayern zu verstehen, zum Beispiel beschreibt „Dawanamalhaarda“ definitiv den kahlen Glatzkopf.

„Da Bobbe“, wie er seit seiner Kindheit genannt wird, bedauert, dass sein Name von Frau Geis („Rooooooobert!) „so verhunzt“ wurde. Und er beweist auf der mit Hüttenflair und einem wandelbaren LCD-Beamer-Hüttenfenster dekorierten Bühne, dass sein größtes Talent definitiv seine „Goschn“ ist. Es kommt alles so spontan und gerade erst eingefallen rüber, er reagiert auf Zwischenrufe aus dem Publikum und bezieht alles mit ein – was natürlich hervorragend ankommt und mit großem Applaus belohnt wird.

Kleine Szenenwechsel, wenn er sich in ein anderes Individuum verwandelt, werden geschickt mit „Verbraucherinformationen“ überbrückt, die allein schon ihr Geld wert sind. Bekannte Werbefilme wurden dabei von Oberpfälzern neu interpretiert, mit oberpfälzer Fokus neu in Szene gesetzt und sind garantiert nicht ernst zu nehmen.

Eine Pointe nach der anderen

Das ganze Zelt ist gebannt von seinem Auftritt, eine Pointe reiht sich an die andere und ein Lachanfall geht über in den nächsten. Der Bobbe erkundigt sich nach anwesenden „DDR’lern“ oder anderen „Preissn“ und erklärt dem einen, der sich geoutet hat, den Unterschied zwischen den beiden Völkern: „Der Preiss schneidt‘ es Holz auseinander und der Bayer schneidt’s zam!“

Sein Kabarettprogramm strotzt vor lebensnaher Situationskomik und bewundernswerter Wortakrobatik. Man kann gar nicht so schnell hören, wie er spricht und dabei noch die Anfangsbuchstaben vertauscht. Er lässt vor dem staunenden Publikum die „Satze aus dem Kack“ und erzählt, dass er früher mal „Stapelgabler“ gefahren ist und auch „Bolzhoden“ verlegt hat, alles in einer Geschwindigkeit, dass man bei den verzögerten Lachanfällen das Hirn der Leute knirschen hört. Mittendrin muss er auch mal selber heftig lachen über das, was er da von sich gibt.

Publikum wird einbezogen

Er holt sich die fesche Eva aus Wolfring auf die Bühne und bezieht sie einfach mit ein in sein Programm, holt sich zum Schluss noch ein Busserl von ihr ab und der johlende Applaus der Zuschauer bedarf keiner weiteren Erklärung. Und wenn er dann von seinem geliebten Bergsteigen erzählt, wo man ja auch mal müssen muss, und wenn man dann keine Taschentücher dabei hat und anstatt dem weichen Alpengras die Brennnesseln erwischt zum Saubermachen, dann tut einem schon beim Zuhören der Allerwerteste weh.

Immer wieder greift der Bobbe zu seiner Quetschn und zeigt, dass er auch das drauf hat. Mit scheinbar wenigen Akkorden und Griffen, einer guten Stimme und herrlich oberpfälzer Texten, bei denen man auch mitsingen kann und soll, gibt es an diesem Abend im Zelt alles, nur keine Sekunde Langeweile. Es wurde ein langer Abend, der mit tosendem Applaus und einer geforderten Zugabe belohnt wurde.

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