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Region Amberg
Montag, 11. Dezember 2017 7

Natur

Weidetiere und Wölfe brauchen Schutz

Beim Bund Naturschutz in Amberg machte Christian Hierneis klar, was angesichts der „Rückkehr der Wölfe“ zu tun ist.

Ein junger Wolf liegt in einem Gehege in einem Wildpark in Brandenburg. Foto: Patrick Pleul, dpa

Amberg.Gut besucht war der Vortrag „Die Wölfe kehren zurück“ von Christian Hierneis in der Gaststätte „Zur Alten Kaserne“ in Amberg. Hierneis ist der Vorsitzende der Kreisgruppe München und Mitglied des Landesvorstandes des Bundes Naturschutz und – wie die meisten im BN – rein ehrenamtlich tätig. Etwa 80 Naturschützer, Schafhalter und auch Jäger verfolgten den Vortrag aufmerksam und kritisch.

Der Wolf ist im einschlägigen Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG Abschnitt 3/§44) unter besonderen Artenschutz gestellt. Das heißt, er darf nicht gefangen, verletzt oder getötet werden, seine Ruhe- und Aufzuchtstätten dürfen nicht gestört werden. Nur zur Abwendung erheblicher wirtschaftlicher Schäden oder bei Gefahr der öffentlichen Sicherheit ist eine Ausnahme dieser Schutzbestimmung möglich.

Weidetierhaltung ist genau richtig

Seit 340 000 Jahren, so war zu erfahren, ist der Wolf schon in der heute bekannten Form unterwegs. Da die Wölfe so gut wie alles fressen, seien Konflikte mit Menschen kaum zu vermeiden: „Wir können und wollen es nicht verhindern, dass Wölfe wieder bei uns heimisch werden. Wir werden nach 150 Jahren wieder lernen müssen, mit diesem großen Beutegreifer zu leben.“ In der Diskussion wurde deutlich, dass gerade Weidetierhalter – zu Recht – in großer Sorge um ihre Herden sind.

Der Bund Naturschutz tritt, wie es hieß, für Schutz der Artenvielfalt und damit auch für den Schutz des Wolfes ein. Man wolle deshalb die Akzeptanz des Wolfes als heimische Tierart vorantreiben. Die Naturschützer seien aber auch für den Erhalt und den Ausbau der Weidetierhaltung, da diese Art der Tierhaltung unserer Vorstellung entspreche und zum Erhalt einer artenreichen Kulturlandschaft beitrage.

Regierung lässt Tierhalter alleine

Hierneis sagte weiter, die beiden Positionen stünden für ihn und den BN gleichberechtigt nebeneinander: „Und deshalb brauchen wir Lösungen, die beides zulassen.“ Die bayerische Regierung lasse die Weidetierhalter alleine. Es müssten nun schnellstens flächendeckende Präventionsmaßnahmen umgesetzt werden. Kostenübernahme für Herdenschutzmaßnahmen – etwa gut ausgebildete Herdenschutzhunde, Elektrozäune oder andere Gatter, individuelle Beratung und Ausgleichszahlungen für Schäden an Haus- und Gehegetieren müssten geregelt werden.

Aufgabe dieser Managementpläne sei es, schon bald ein möglichst konfliktfreies Miteinander von Mensch und Tier zu erreichen. Auch jetzt sei es schon möglich, Problemwölfe zu entnehmen. Aber es müsse klar und sachlich erörtert werden, wann ein Tier entnommen werden darf. Selbstjustiz sei nicht hinnehmbar, „und solche Naturschutzkriminalität sollte von einer eigenen Abteilung aufgeklärt werden“. Die Zukunft werde uns allen zeigen, wie die Anwesenheit der Wölfe Wildverhalten und Waldentwicklung beeinflussen.

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