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Region Amberg
Dienstag, 20. Februar 2018 5

Projekt

Wissen rund um Energie vermitteln

In Energieschulen sollen Kinder früh zu verantwortungsbewussten Energienutzern werden. In Ensdorf wurden die Lehrer geschult.

Die Mittelschule Ensdorf gehört zu den Energieschulen im Landkreis. Sie hat im Rahmen des Projekts beispielsweise einen Energietag veranstaltet, bei dem jeder mit dem Energiefahrrad eine Glühbirne und eine Energiesparlampe zum Leuchten zu bringen konnte. Foto: Archiv abl

Ensdorf. „Wir wollen die Energiebildung in den Schulen voranbringen, den Lehrerinnen und Lehrern Hilfen anbieten und sie befähigen, Energieunterricht selbstständig zu halten.“ Mit diesen Worten führte Manfred Klemm, Sprecher und Leiter des Projekts „Energieschule Amberg-Sulzbach“ im Fürstensaal des Klosters Ensdorf in die Lehrerfortbildung ein, die das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) initiiert hat.

Für diese 2012 ins Leben gerufene Initiative seien inzwischen neun Schulen zertifiziert, sieben Schulen im Landkreis Amberg-Sulzbach stünden derzeit neu im Projekt. „Wir wollen Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewussten, kompetenten Energienutzern ausbilden, die später als mündige Bürger bei Energiefragen mitreden und gegebenenfalls mitbestimmen können“, stellte Klemm die Intention der Arbeitsgemeinschaft Schule bei dem Projekt vor.

Elektromobilität macht Spaß

Projektleiter Manfred Klemm mit Referent Reinhard Hampel Foto: azd

„Wir dürfen nicht an den Ästen sägen, auf denen wir sitzen“, zitierte Reinhard Hampel Bertolt Brecht, als er den Lehrkräften das Thema Elektromobilität vorstellte. „Es geht um den Schadstoffausstoß, um unsere Umwelt“, bot er Gegenargumenten wie Akku-Kosten und Reichweite Paroli. Die Deutschen seien bei der E-Mobilität hinten dran, kritisierte Hampel. In Norwegen sei fast ein Viertel aller Autos als Stromer auf den Straßen, Deutschland sei mit 0,7 Prozent weit abgeschlagen. „Von der durch Bundeskanzlerin Merkel versprochenen einen Million Elektroautos im Jahr 2020 in Deutschland sind wir noch sehr weit entfernt“, kritisierte er.

Elektromobilität mache auch Spaß, betonte Hampel, der selbst ein überzeugter E-Autofahrer ist, und hob „das gute Umweltgefühl bei null Emission“ hervor. Die niedrigeren laufenden Kosten gegenüber einem Verbrenner und die erheblich preiswerteren Werkstattkosten seien positive Argumente. Das Angebot an Fahrzeugen werde steigen, die Ladeinfrastruktur und die Reichweite der Akkus wachsen und die Ladedauer werde sich bei neuen Modellen verkürzen, gab er sich überzeugt.

Energieschulen

  • Lizenzierte Energieschulen

    Lizenzierte Energieschulen in der Region sind die Mittelschule Ensdorf, die Grundschulen Hohenburg, Kümmersbruck, Ammerthal sowie Jahn und Pestalozzi Sulzbach-Rosenberg, die Mittelschulen Illschwang und Krötensee Sulzbach-Rosenberg sowie die Grund- und Mittelschule Hirschau.

  • Im laufenden Projekt bzw. neu

    Im laufenden Projekt befinden sich beziehungsweise neu dabei sind die Erasmus-Grasser-Grundschule Schmidmühlen, die Seyfried-Schweppermann-Grundschule Kastl, die Grundschule Ebermannsdorf, die Grund- und Mittelschulen Hahnbach, Ursensollen und Freudenberg sowie die Realschule Auerbach.

Viele Möglichkeiten, Energie zu sparen

Zum Thema „Energiesparen im Gebäudebereich“ sprach Benjamin Standecker, Bauphysiker, Bautechniker und ZEN-Energieberater. Seit der ersten Wärmeschutzverordnung in den 1970er Jahren sei die Hälfte der Anforderungen nicht verschärft worden. Er kritisierte: „Wir sind technisch viel weiter, haben ein wahnsinnig hohes Sanierungspotenzial – aber die Politik hinkt hinterher.“ Er zeigte Durchführung und Qualitätssicherung bei Gebäudesanierungen auf und verwies auf die Einsparung beim Primärenergiebedarf.

„Energieeinsparung im Haus“ war das Thema für Karl-Heinz Hofbauer, Projektleiter Energiespar-Check beim ZEN. Er verwies auf die möglichen Einsparungen bei Strom, Wasser und Heizung mit vielen Details: So nannte er das Ausschalten von E-Geräten gegenüber unnötiger „Stand by“-Schaltung, den Austausch alter Elektrogeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen gegen effizientere, von alten Glühbirnen gegen LED-Lampen. Und auch die Einstellung der richtigen Raumtemperatur und das Herunterregeln der Heizung beim Lüften hob Hofbauer hervor. (azd)

Im Landkreis Amberg-Sulzbach wird intensiv an einem Elektromobilitätskonzept gearbeitet, vor allem an der Ladeinfrastruktur.

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