Biogas liefert Strom und Wärme
Die CSU-Kreistagsfraktion zeigt sich beeindruckt vom Hahnbacher Energiekonzept, das wie eine „Betriebsanleitung für die Energiewende“ sei.
Das Blockheizkraftwerk stellt das Herzstück des Hahnbacher Nahwärmenetzes dar. Die CSU-Fraktion sieht die Hahnbacher Nahwärmekonzeption wie eine Betriebsanleitung für die Energiewende.
Landkreis. Von der erfolgreichen und dezentralen Umsetzung der Energiewende konnte sich die CSU-Fraktion im Kreistag in Hahnbach ein Bild machen. Auf dem Weg zur Umstellung der Wärmeerzeugung hat die Marktgemeinde Hahnbach bereits wichtige Schritte getan.
Die Gemeinde und zwei Landwirte aus dem Ortsteil Kötzersricht sind hier die Hauptakteure. Mit ihrer Biogasanlage versorgen sie in Hahnbach öffentliche Gebäude. Bürgermeister Hans Kummert zufolge bezieht der Markt Hahnbach seit Ende 2011 das am Standort Kötzersricht erzeugte Biogas.
Über eine Gasleitung werde das Biogas in den über 2,7 Kilometer entfernten Ort Hahnbach geleitet. Dort werde im Untergeschoss des Hallenbades das Biogas ohne Wirkungsgradverluste in einem schalldicht verpackten 400-kW-Satelliten-Blockheizkraftwerk (BHKW) in einem so genannten Mikrogasnetz nahe bei den Verbrauchern in Strom und Wärme umgewandelt.
Das Biogas könne so verlustfrei im Gegensatz zur Wärmeleitung transportiert werden und speise die dort produzierte Abfallwärme des BHKW direkt in das Nahwärmenetz der Gemeinde ein. Investor für das Gasnetz sei die Gemeinde. Biogasanlage und BHKW seien im Besitz der Wärmelieferanten Rauch und Ehbauer.
Wie Bürgermeister Kummert sagte, habe der Netzausbau mehr als 800000 Euro gekostet. An das erweiterte Netz seien neun öffentliche Gebäude wie Schule, Schwimmhalle, Turnhalle, Rathaus, Kindergarten, Altenheim mit acht Wohnungen und Feuerwehrgemeinschaftshaus angeschlossen. Der Gemeindechef sieht gerade wegen der Klimaproblematik und der ständig steigenden Preise für Heizöl in der Hahnbacher Nahwärmenutzung eine „günstige Alternative“.
Den Bedarf an Jahresnutzwärme bezifferte der Bürgermeister mit 1200000 kWh. Zusätzlich sei ein mit Öl betriebener Spitzenlastkessel mit 175000 kWh installiert. Damit ist laut Kummert auch bei einem unwahrscheinlichen, aber nicht völlig auszuschließenden Problem mit Biogasanlagen die Wärmeversorgung sichergestellt.

