Amberg - Nachrichten 27.06.2012, 15:57 Uhr

Böser Angriff in Ebermannsdorf

Bevor das Fest richtig gefeiert werden konnte, gab es erst mal dicken Frust und Ärger: Der Baum war weg, und das war nicht wirklich lustig.

Die Kindergartenkinder beim Tanz – sie setzten der „Emerschdorfer Kirwa“ die Krone auf. Foto: awe

Die Kindergartenkinder beim Tanz – sie setzten der „Emerschdorfer Kirwa“ die Krone auf. Foto: awe

Ebermannsdorf. Trotz eines Schocks in der Morgenstunde wurde die siebte Auflage der „Emerschdorfer Kirwa“ zu einem tollen Wochenende mit vielen hundert Gästen aus dem ganzen Landkreis, die bei leckerem Essen, süffigem Bier und hervorragendem Rahmenprogramm gerne dort verweilten.

Die Witzbolde, die in den frühen Morgenstunden des Kirwasamstags den ersten Baum in mehrere Teile zerlegten und sich dann auch noch an die Zerstörung der traditionellen Hilfsmittel machten, haben da wohl Tradition mit Aggression verwechselt. Kirwa-Traditionen hin oder her - beim Ansägen der „Schwalben“, die zum Aufstellen des Kirwabaums unentbehrlich sind - hört sich der Spaß dann aber doch auf.

Als die Kirwapaare am frühen Samstagmorgen die üble Bescherung am Festplatz entdeckten, war die Enttäuschung und der Ärger natürlich erstmal groß. Nachdem es sich nicht mehr nur um einen Scherz handelte, sondern um mutwillige Sachbeschädigung und dem Einkalkulieren von massiver Körperverletzung, wurde von den Verantwortlichen dann auch die Polizei eingeschaltet.

Die Kirwaleit zogen wieder in den Eyb’schen Wald und holten dort ein weiteres herrliches Exemplar, das sie mit dem „Gummi“-Wagen transportierten und schmückten. Nach dem fröhlichen Nachmittag, an dem die Senioren das Festzelt füllten, eröffneten zehn Kirwapaare die siebte Kirwa offiziell mit Altbürgermeister Albert Gruber, der das Anzapfen des ersten Bierfasses auch im Ruhestand beherrscht.

Die „Gipfelstürmer“ verstanden es auf Anhieb, die Stimmung am Brodeln zu halten und die vielen Kirwagesellschaften und Gäste in traditionellen Gewändern mühelos am Sitzen auf ihren Bänken zu hindern. Wer sich lieber unterhalten wollte, suchte die wohltemperierten Plätze im Außenbereich auf oder schlenderten entspannt durch die Buden und über den Festplatz auf der Luxemburger Wiese.

Nach der kurzen – am Baum durchwachten – Nacht starteten die Kirwapaare fast vollständig mit der Teilnahme am Patroziniumsgottesdienst in der Johanneskirche in den Sonntag. Am frühen Nachmittag füllte sich der Festplatz schnell mit Zuschauern, die das Austanzen des Kirwabaums verfolgen wollten. Dieses Jahr hatten sich die Kirwapaare erstmals Verstärkung aus dem Kindergarten geholt. So startete der Tanz mit zehn Miniaturausgaben von Kirwapaaren, die von Walter Breitkopf am Akkordeon begleitet wurden. Die Kleinen in Dirndl und Lederhosen begeisterten mit perfekten Drehungen und Schrittfolgen und gaben gern eine gewünschte Zugabe. Danach erhielten die Mädchen und Buben kleine Lebkuchenherzen.

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