Amberg - Nachrichten 15.04.2012, 14:17 Uhr

Martina Schwarzmann witzelt über den Alltag

Wertvolle Tipps gegen den Maulwurf-Terror: Vor ausverkauftem Haus wühlte die Kabarettistin in den Niederungen des Lebens.


        Martina Schwarzmann wühlte in den Niederungen des Lebens – sehr zum Genuss des Publikums.

Martina Schwarzmann wühlte in den Niederungen des Lebens – sehr zum Genuss des Publikums.

Von Mariele Schön

Amberg. Wer eine Karte für die Veranstaltung der Kabarettistin Martina Schwarzmann haben will, muss sich sputen, denn lange vor ihrem Auftritt sind sie vergriffen. Auch das ACC war ausverkauft, selbst aus dem Regensburger Raum reisten Schwarzmanns Fans an. „Wer Glück hat, kommt!“, heißt ihr neues Programm. Fast drei Stunden lang präsentiert sie damit das Leben derganz normalen Bürger. Keine Politik, keine Attacken auf Herrschaften aus den Macherkreisen. Ihre Macher sind die Menschen, auf die sie täglich trifft.

Ihr ganz großes Können ist es, Alltagsszenen zu registrieren und diese bis ins kleinste Detail und brühwarm auf dem Tablett zu servieren. Jeder kennt das: Man fährt mit dem Auto, die Kinder hinten in den Kindersitzen, eingepresst im „Nackenschiss“. Wer nicht weiß, was das ist: Das, was Babys nun mal unangemeldet machen, wegen des engen Kindersitzes hochgepresst bis zum Nacken, wo der einzige freie Platz ist. Es pressiert, aber vor einem fahren vier Radfahrer nebeneinander, die ihre Freizeit genießen. „Da kommt man schon auf den Gedanken, das Auto kann ohne Beifahrertür auch fahren“, sagt Schwarzmann. „Die Ärsche“ nennt Schwarzmann die Radler, mehr von ihnen sieht sie nie.

Sie weiß wovon sie spricht, sie hat selbst zwei Kinder, zwei Jahre und vier Monate alt. Schön ist es, dass Schwarzmann über Schwangerschaft und Geburt redet, wie wenn sie mit Freundinnen an einem Kaffeetisch sitzen würde. Sie plaudert vom ersten Milcheinschuss, was ihr über Nacht Brüste wie die von Dolly Buster verschaffte. Apropos Kinder: Verändert hat sich die Kabarettistin schon ein wenig, seitdem sie Mama geworden ist. Ganz so frech wie früher ist sie nicht mehr, nicht mehr so spitzbübisch, auch wenn sie die Dinge immer noch ungeschönt beim Namen nennt.

Dann geht es um den Maulwurf im Garten, dem sie mit den Weihnachtsliedern von Hansi Hinterseer zu Leibe rückt, „bis er vergisst, dass er zu den gschützt’n Tierart’n ghört“. Oder sie berichtet dem Publikum verschwörerisch: „Mei Mo, der hot Unterhos’n, da steht links und rechts drauf“, um sich ausgiebig darüber auszulassen. Wichtig bei allem, was sie den Menschen aufs Brot schmiert, ist ihre Mitteilung, dass trotzdem alles schön ist und, dass sich Glücklich-Sein gut anfühle.

Dass die Schwarzmann direkt aus dem Leben auf die Bühne kommt, zeigt sich in ihrem Outfit: Jeans, dunkler Pulli, Halstuch. Bis auf ihre Ideen, ihr Mundwerk, Bistrostuhl und -tisch sowie ihre Gitarre braucht Schwarzmann nichts, um ihr Publikum zu erfreuen. Das hat einen Riesenspaß, zeitweise brüllt der Saal vor Lachen. Die Lieder zwischendurch, zum Nach- und Mitdenken, die sie passend zu den Szenen schrieb, brachten den Lachmuskeln eine kleine Erholungspause.

 

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