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Freitag, 27. Mai 2016 23° 4

Geburt

Ein Drilling wird Papa – von Drillingen

Leopold, Lena und Lukas machen die Familie komplett – Papa Tobias und Mama Catherine freuen sich im Amberger Klinikum.

Das sind die drei Wonneproppen: Leopold, Lena und Lukas (von links). Foto: Gräß/Klinikum

Amberg.45 Zentimeter, 1890 Gramm, 41 Zentimeter und 2160 Gramm, 42 Zentimeter und 1945 Gramm: Das sind die Traummaße von Leopold, Lena und Lukas. Drei auf einen Streich – daran hätten die Eltern nicht einmal im Traum gedacht. „Beim ersten Ultraschall meinte die Ärztin: Ich sehe ein Herz schlagen. Da haben wir uns total gefreut und hatten Tränen in den Augen. Und dann meinte die Ärztin: Ich seh’ noch ein Herz schlagen. Da waren die Tränen dann wieder weg, und wir haben uns gedacht, dass wir das schon schaffen. Als sie dann aber sagte: Da ist noch ein Herz, das schlägt … hat mein Mann gesagt: Jetzt ist aber Schluss“, lacht Mama Catherine Meindl.

Nach einem oder zwei Tagen hatten die beiden es dann realisiert und freuten sich riesig: Sie bekamen Drillinge! Für Papa Tobias Meindl nicht so außergewöhnlich – er selbst ist nämlich auch ein Drilling. „Wir haben damit zwar nicht gerechnet, aber für mich war es dann von Anfang an auch nicht befremdlich“, erzählt er. „Wir sind insgesamt sieben Geschwister und verstehen uns alle sehr gut. Zu meinen gleichaltrigen Drillingsbrüdern habe ich aber schon eine ganz spezielle Verbindung. Wir sind uns in vielem sehr ähnlich. Mein Drillingsbruder, der in Rostock lebt, hat sich zum Beispiel schon mal die gleiche Kaffeemaschine gekauft oder fast zeitgleich genau das gleiche Auto – in der gleichen Farbe.“

Gleich nach einem Auto geschaut

Mama Catherine mit Felix und Leopold, Papa Tobias mit Lena und Lukas (von links) Foto: Gräß/Klinikum

Apropos „Auto“: „Das war das erste, worauf sich Tobi am meisten gefreut hat“, grinst Cathi. „Dass es ein neues Auto gibt. Ich war noch leicht neben mir und konnte die Nachricht noch gar nicht fassen, und er hat gleich geschaut, was wir für ein Auto kaufen können.“ In den neuen Bus passen jetzt alle rein: Mama, Papa, die Drillinge, ihr großer Bruder Felix und Hund Paula. „Und dann ging es natürlich nach und nach weiter“, zählt Tobi auf. „Ein Drillingswagen musste her, wir brauchen gleich drei Babyschalen, drei Betten, vier Kinderzimmer. Gott sei Dank waren wir gerade beim Hausumbau, da konnten wir die Kinderzimmer noch einplanen.“

Genauso wie die Speisekammer. „Die haben wir auch extra vergrößert. Da kommen wir mit dem ursprünglichen kleinen Raum nicht mehr aus“, so der Papa ganz entspannt. „Ich glaube, es macht schon viel aus, wenn man vorher schon ein Kind bekommen hat“, erklärt Cathi. „Da ist man schon strukturierter und weiß, was auf einen zukommt. Außerdem haben wir schon ein großes Netzwerk durch die Krabbelgruppe und den Kindergarten bei Felix. Da habe ich schon viel Unterstützung. Und auch von der Familie: Wir haben beide Omas und Opas in direkter Nähe. Das ist ein Sechser im Lotto. Schön war auch der aufmunternde Satz von Tobias Eltern: haben wir das geschafft, schafft ihr das auch, schließlich sind wir eine Familie.“

„Das hat mich auf jeden Fall beruhigt.“

Catherine Meindl

In der 34. Schwangerschaftswoche hatten die Drillinge dann im Klinikum St. Marien Amberg ihren ersten großen Auftritt mitten in der Nacht. Bei der Entbindung lief alles glatt – für Tobias, der selbst im Klinikum arbeitet, fast ein Heimspiel: „Natürlich habe ich immer mal wieder die Vitalparameter überwacht oder dann doch das ein oder andere mal an den Monitor gefasst, um einen Alarm auszudrücken“, gesteht er. „Aber in erster Linie war ich für meine Frau da und konnte da von Berufs wegen viel ruhiger auf sie einwirken.“ „Das hat mich auf jeden Fall beruhigt“, ergänzt Cathi. „Ich war sehr froh um die Unterstützung. Das hat mich auch abgelenkt.“

So geht es den Drillingen

  • Aufenthalt

    Leopold, Lena und Lukas Meindl, die kleinen Drillinge, sind noch auf der Kinderintensivstation des Amberger Klinikums, es geht ihnen aber sehr gut. Sie haben keine Atem- oder Herzprobleme und brauchen keine Infusionen. „Sie müssen jetzt nur noch ein bisschen Gewicht zulegen“, freuen sich die Eltern. „Da haben wir wirklich Glück.“

  • Entspannung

    „Nach der Diagnose ‚Drillinge‘ wussten wir, dass die Kinder wahrscheinlich früher kommen und dann auf die Kinderintensivstation müssen“, so die Mama. „Aber hier ist eine entspannte Atmosphäre. Alle Schwestern und Ärzte sind sehr nett. Da bekommen unsere drei den besten Start. Wir fühlen uns einfach sehr wohl, gut aufgehoben.“

Der dreijährige Bruder füttert mit

Der große Bruder Felix darf seinen kleinen Bruder Leopold zum ersten Mal auf Mamas Schoß füttern. Foto: Gräß/Klinikum

Einer freut sich ganz besonders darüber, dass er die Mama daheim noch eine Zeit lang ganz für sich alleine hat: Felix, der dreijährige große Bruder der Drillinge. Er konnte seine Geschwisterchen anfangs nur per Video sehen, weil er wegen der Infektionsgefahr nicht auf die Kinderintensivstation durfte. Jetzt hat er die drei aber auch schon zu Gesicht bekommen und durfte seinem kleinen Bruder Leopold sogar schon das Fläschchen geben. Mit Lena war Felix vor der Geburt erst mal nicht einverstanden: „Er wollte eigentlich nur Brüder“, schmunzeln die Eltern. „Die Lena wollte er gleich an eine Bekannte verschenken. Mittlerweile freut er sich aber auf alle drei, Lena soll nun sogar neben ihm im Auto sitzen.“

„Er wollte eigentlich nur Brüder.“

Die Eltern über Felix

Ende der Woche geht es für die drei „Neuen“ in der Familie nach Hause. Dann können alle die erste Zeit nutzen, um einfach gemeinsam im Leben anzukommen. Und die weitere Familienplanung? „Auch wenn ich selbst aus einer Großfamilie mit sieben Kindern komme und das für uns Kinder immer toll war: Hier ist für uns jetzt Ende mit der Familienplanung. Unser Haus reicht nur für vier Kinderzimmer“, lacht Papa Tobi. „So, wie es jetzt ist, zu sechst, so ist es sehr gut für uns.“

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