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Sonntag, 21. Januar 2018 10

Lebensmittel

Klasse statt Masse auf dem Teller

Die Grünen wollen heimische Produkte in guter Qualität fördern. Wie das gehen könnte, diskutierten sie in Amberg.

Hans Graf, Gisela Sengl, Jürgen Mistol, Stefan Schmidt und Isabel Lautenschlager (von links)Foto: Schön

Amberg.Die agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Gisela Sengl, Jürgen Mistol, kommunalpolitischer Sprecher und grüner Abgeordneter aus der Oberpfalz sowie Stefan Schmidt, Bezirksvorsitzender Oberpfalz, trafen sich zu einem Gespräch mit Isabel Lautenschlager, Geschäftsführerin des Naturparks Hirschwald e. V. und Hans Graf, Wirt des Casino-Wirtshauses in Amberg.

Das urtypische Wirtshaus mitten in Amberg ist ein Paradebeispiel, wie gute Gastronomie mit Produkten direkt vor der Haustüre gelingen kann. Der Erfolg gibt ihm Recht, denn sein Wirtshaus ist immer voll.

Denkt Graf an das Fleisch, das zu Billigpreisen angeboten wird, zieht er die Stirn in Falten. Männliche Kälber würden fast als Abfall verramscht. Sie würden schnellstens hergezogen, mit allen „Fürchterlichkeiten“. Es sei schwer, die Bauern dazu zubringen, Kälber so aufzuziehen, dass sie gutes Kalbfleisch geben würden.

Graf sagte, Ämter und Bauernverband müssten ihre Beratung ändern und zu einer vernünftigen Mast aufrufen. Es existiere ein überregionaler Kälbermarkt, bei dem man nicht wisse, woher die Kälber kämen. „Das Rindfleisch hat nicht die Qualität, die ich verarbeiten möchte“, sagte der Wirt, der sein Rindfleisch aus Südhessen bezieht.

Für Gisela Sengl steht fest, dass die Bauern ihre Höfe über die Qualität sichern müssten, nicht über die Masse. Die Realität sei das nicht. Die Bestrebungen, die Bauern zu einem Einstieg in den Bioproduktion zu bringen, fruchteten kaum. Das liege einmal daran, dass viele Landwirte sich mit Bioanbau noch nicht beschäftigt hätten. Außerdem müssten sich die Bauern von Export ihrer Waren verabschieden. Was für Fleisch gilt, gilt auch für Gemüse, Getreide oder Fisch. Auch sie sollten verstärkt als regionale Produkte angeboten werden. Beim Casino-Wirt kommt nichts anderes auf den Tisch, Jürgen Mistol hat sich beim Mittagessen davon überzeugt: Steinpilze von hier, zuvor eine Kürbissuppe. Sengl forderte eine Ausbildung im Bereich der Landwirtschaft, die nach konventionellen und nach ökologischen Gesichtspunkten ausgerichtet sei. Eine Nahtstelle zwischen den Vermarktern, den Endverbrauchern und den Produzenten ist der Verein Naturpark Hirschwald. Lautenschlager hat das Konzept zur Öko-Modellregion mit vorangetrieben. Seit Mai 2015 sind der Landkreis und die Stadt staatlich anerkannte Öko-Modellregion. Eine Aufgabe des Vereins ist, für regionale Produkte zu werben. Lautenschlager sagte, 50 Millionen Liter Biomilch verarbeite der Milchhof.

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