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Sonntag, 17. Dezember 2017 10

Initiative

Kunst macht die Herkunft ganz unwichtig

Beim Projekt „Gemeinsam Brücken bauen“ haben Jugendliche vom Berufsschulzentrum Amberg mit Flüchtlingen viel gestaltet..
Von Hans Babl

Die Schüler haben ihr Schattenspiel „Gemeinsam Brücken bauen“ vorgestellt. Foto: Babl

Amberg.Wochenlang bereits läuft das klassenübergreifende interkulturelle Projekt „Gemeinsam Brücken bauen“ am Berufsschulzentrum Amberg. Ziel ist, die persönliche Begegnung von Schülern unterschiedlicher Herkunft im künstlerischen Ausdruck zu ermöglichen – im Berufsschulzentrum selbst, aber auch an verschiedenen Plätzen in der Stadt und in der Natur.

„Viele gute Geister waren am Gelingen der ersten vierwöchigen Phase des interkulturellen Projektes ‚Gemeinsam Brücken bauen‘ am Berufsschulzentrum beteiligt“, erklärte Kerstin Klug, Koordinatorin für Pädagogische Schwerpunktsetzung und Gestaltung des Schullebens. Drei Klassen der Beruflichen Oberschule hätten mit drei Flüchtlingsklassen in 22 Doppelstunden viel Neues ausprobiert.

Das Erlebte ist sehr wichtig

Es wurden unter anderem gemeinsam Papierbrücken gebaut, eine dreisprachige Stadtführung geplant und durchgeführt, theaterpädagogische Übungen gemacht, ein Fotorätsel mit Miniaturen erstellt, Geschichten erzählt, Ball gespielt, ein Schattenspiel eingeübt, eine Holzbrücke aufgebaut und eingerissen. Die Teilnehmer konnten Erlebnispädagogik im Grünen erfahren, haben sich an Minigedichten probiert oder Flaggen gemalt. Im Vorfeld hat Zimmerer Karl Müller mit den Schülern die Holzbrücke und die Schattenspielwand gefertigt.

„Ziel ist, dass sie merken, hoppla, der andere ist ja auch neu und auch auf der Suche – und es ist egal, wo wer herkommt.“

Kerstin Klug

„Vieles ist in dieser Zeit gemeinsam geschehen, nicht nur inhaltlich, sondern auch, was das Miteinander angeht. Der Charme eines solchen Vorhabens liegt im Gehen des Weges. Dabei sind die Weggefährten und das hierbei Erlebte sehr wichtig“, machte Kerstin Klug deutlich.

In der zweiten Phase, der Aktionswoche wurden dann die Arbeiten nach und nach in der Aula ausgestellt. Sie endete am Freitag mit der Aufführung eines Schattenspiels und einem international bestückten Büfett. Der Empfang der Förderer war eine gute Motivation für die Schüler, zu zeigen, was in ihnen steckt.

Workshops mit Künstlern folgen

Projektleiterin Kerstin Klug zeigt OB Michael Cerny die Ausstellung. Foto: Babl

In der dritten Phase des interkulturellen Projekts „Gemeinsam Brücken bauen“ dürfen in den letzten Schultagen nun 20 Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden Flüchtlings- und Berufsoberschulklassen bis 25. Juli an den interkulturellen Projekttagen teilnehmen. Externe Referenten unterschiedlicher künstlerischer Herkunft werden dann mit einer festen Gruppe Schüler Workshops in ihrer jeweiligen Disziplin durchführen. Sie werden dabei von Menschen angeleitet, die erfahren sind im Umgang mit jungen Menschen und die sich auch mit interkulturellen Gruppen auskennen.

Vieles ist in dieser Zeit gemeinsam geschehen, nicht nur inhaltlich, sondern auch, was das Miteinander angeht.“

Kerstin Klug

Hierfür konnten die interkulturell arbeitenden Poetry Slammer Pauline Füg und Sulaiman Masomi gewonnen werden, um die Schüler in modernem Sprachausdruck zu fördern, berichtete Klug. Gundula Liebisch und Matthias Kehl werden im Bereich Tanztheater mit den Schülern arbeiten. Sie sind durch Tanztheaterprojekte in Regensburg und München im Umgang mit herkunftsgemischten Schülergruppen erfahren. Achim Hüttner wird mit den Schülern mit verschiedenen Mitteln am persönlichen künstlerischen Ausdruck üben. Nicht zuletzt wird Max Schober als Fotograf zusammen mit Regisseur Winfried Steinl arbeiten.

Zuschüsse

  • Unterstützung

    Die am Berufsschulzentrum Amberg folgenden interkulturellen Projekttage mit verschiedenen Künstlern wären ohne Unterstützung von Stiftungen und Einrichtungen nicht möglich.

  • Unterstützer

    1500 Euro kamen von der Sparkassenstiftung, 2000 Euro von der Stadtwerkestiftung und 1000 Euro vom Kulturamt der Stadt Amberg. Auch Ministerium und die Regierung bezuschussten das Projekt aus verschiedenen Töpfen. (abl)

„Ziel des gesamten Projektes ist, dass unterschiedlichste Schüler im Alter zwischen 16 und etwa 26 Jahren für sich und in der Gruppe ihre Lebendigkeit, ihre Intuition spüren lernen mit Hilfe von Künstlern aus verschiedenen Ausdrucksbereichen. Dass sie merken, hoppla, der andere ist ja auch neu und auch auf der Suche – und es ist egal, wo wer herkommt, wie wer aussieht, was er sonst macht“, hob Kerstin Klug hervor.

Lesen Sie hier mehr über ein weiteres Projekt von Flüchtlingen am Amberger Berufsschulzentrum!

Neue Eindrücke sammeln

Die Schüler könnten erleben, wie tief Eindrücke beim kreativen Arbeiten sein können, wie gut es tut, wenn man Anleitung dazu bekommt und mal für eine Zeit nicht von Alltäglichem zerstreut wird, sondern ganz bei der Sache, ganz Mensch sei. Das sei die verbindende Idee, die die Beteiligten zusammenbringe. Die Schüler hätten im Verlauf der Woche die Chance, das für sich selbst und als Gruppe bewusst zu machen“, erklärte Kerstin Klug.

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