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Mittwoch, 20. September 2017 15° 4

Natur

Abenteuer in der Wildnis machen Spaß

Leben und Überleben in der freien Natur entdeckten Väter und Kinder im Hirschwald. Das hilft auch, Beziehungen zu stärken.

Fünf Väter und acht Kinder erlebten mit Christian Rudolf (vorn links) ein abenteuerliches Wochenende in der Wildnis des Naturpark Hirschwalds. Foto: Christian Seifert

Ensdorf.Leben in der „Wildnis“, Übernachten unter freiem Himmel, die Ruhe der Natur genießen, Abenteuer bestehen – darum ging es bei einem Wochenende ganz für Väter und Kinder. Im Mittelpunkt standen das Leben und Überleben in der freien Natur: Wie haben unsere Vorfahren gelebt? Wie haben sie gejagt? Was haben sie gegessen? Wie haben sie Feuer gemacht? Und mit welchen Gefahren hatten sie zu kämpfen?

Dies und vieles mehr stand für 13 große und kleine Teilnehmer im Naturpark Hirschwald auf dem Programm. Ausgerüstet mit Rucksack, Schlafsack, Isomatte und passender Bekleidung machten sie sich am Freitag auf in ein kleines Abenteuer im Raum Ransbach (Markt Hohenburg). Begleitet und geführt wurden die „wilden Gefährten“ von Christian Rudolf, Dipl.-Ing. (FH) Wald und Forstwirtschaft/Revierjäger, dem Leiter der Wildnisschule Oberpfalz. Diese hat das Abenteuerwochenende in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Hirschwald (mit Sitz in Ensdorf, Hauptstraße) durchgeführt.

Kinder brauchen auch den Vater

Das Abseilen von einem Felsen war eine Herausforderung für Große und Kleine. Foto: Michael Grob

„Heutzutage ist die Rolle der Väter ebenso wichtig wie dazumal. Bestimmte Werte werden besser vom Vater auf die Kinder übertragen“, ist Christian Rudolf überzeugt. Allerdings hätten die Väter heute immer weniger Zeit, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. Und der eigene Beruf sei häufig so weit von dem entfernt, was Kinder interessiert, dass man die Kinder damit schlecht erreichen kann.

„Dieses Wochenende ist bestens geeignet, Väter wie Kinder in eine Lage zu versetzen, in der die Kinder zu den Vätern aufschauen und in der ein sehr vertrauensvolles Verhältnis entsteht oder bestärkt wird“, so Christian Rudolf weiter.

Das Wildniswochenende

  • Die Idee

    Die Idee hinter dem Wildniswochenende für Väter und Kinder fasst Christian Rudolf so zusammen: Spaß haben, bestärkende Momente in der Gruppe erleben und dabei die eigene Persönlichkeit und Kompetenz schulen. Diese Dinge kommen im Alltag häufig zu kurz.

  • Die Kooperationspartner

    Die „Wildnisschule Oberpfalz“ setzt laut Rudolf genau da an und führt dieses spezielle Familienangebot in Kooperation mit dem Naturpark Hirschwald und seiner Geschäftsführerin, Diplom-Biologin Isabel Lautenschlager, durch.

  • Das Konzept

    Das Konzept, das dahintersteckt heißt „natürlich lernen“: „Die Landschaft und Natur des Naturparks Hirschwald mit seinen beiden interessanten Fließgewässern Vils und Lauterach, seinem Waldreichtum und seiner vielfältigen Kulturlandschaft erscheint wie geschaffen, um solche Angebote durchzuführen“, so Isabel Lautenschlager.

  • Termin

    Das nächste Vater-Kind-Wochenende mit spannenden Erlebnissen in der Wildnis des Naturparks Hirschwald findet im Herbst 2015 von 2. bis 4. Oktober statt. Weitere Infos und Anmeldung unter www.wildnisschule-oberpfalz.de.

Immer wieder gebe es Situationen, in denen sich die Kinder bei den Vätern anlehnen und deren Schutz und Hilfe suchen, so zum Beispiel während der möglicherweise leicht beängstigenden ersten Nacht im Wald oder bei einer Abseilübung. „Umgekehrt können die Kinder ihren Vätern beweisen, was in ihnen steckt, und dies ganz unabhängig von heutigen Anforderungen an schulisches Wissen und Können“, ist Christian Rudolf überzeugt.

Was bedeutet Leben in der Wildnis? Wo und wie beschafft man Nahrung? Was muss ich dazu können? Wie richte ich mir einen geeigneten Schlafplatz ein? Der Leiter der Wildnisschule zeigte den Vätern und Kindern genau, wie man sich in der Wildnis verhält. Neben der Deutung von Tierstimmen wurden die Teilnehmer in die Kunst des Fährtenlesens und des Fallenstellens eingeweiht.

Die Gemeinschaft erleben

Natürlich wurde das Essen in der Wildnisküche selbst zubereitet: die vier Waldfeen beim Gemüseschneiden Foto: Christian Rudolf

Leben wie unsere Vorfahren, „Back to the roots“ also“, hieß es an diesem Wochenende. „Zurück zu den Wurzeln“: Das bedeutet, seine Nahrung selbst zuzubereiten, sich unbekannten Gefahren zu stellen und Mut zu beweisen, aber auch Gemeinschaft zu erleben. Dementsprechend stand neben Schlachten von Fischen und dem morgendlichen Bad in der Lauterach auch eine Abseilübung auf dem Programm. Dabei konnte sich jeder auf seinem Gebiet beweisen.

Abends am Lagerfeuer wurden dann die Abenteuer erzählt, es wurde gemeinsam gekocht, gegessen, gelacht und gesungen. Auch ohne elektronisches Spielzeug, Fernseher oder Computer kam keine Langeweile auf und neue Freundschaften wurden geschlossen. Das passende Wetter – trocken und einigermaßen warm – trug ebenso zu einem gelungenen Wochenende bei, da waren sich alle Teilnehmer einig.

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