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Umwelt

1. FCR ist Vorbild beim Klimaschutz

Der CSU-Umweltarbeitskreis würdigt die beispielhaften Initiativen in Rieden. Biogasanlagen sind wichtig für die Energiewende.

Beispielhaft ist der Einsatz des 1. FC Rieden für Projekte zur Energieeinsparung: Umgesetzt wurden eine Photovoltaikanlage, eine LED-Flutlichtanlage, Hackschnitzel- und Pelletheizung sowie die Nutzung von Grundwasser statt Trinkwasser. Foto: abp

Rieden.Ob Vereinsheim, Fußball-, Tennisplatz oder Sporthalle: Das Vereinsleben verbraucht Energie und kostet Geld. Das Sportheim muss geheizt, der Platz beregnet und abends beleuchtet werden, und nach dem Sport fließt reichlich warmes Wasser. Der 1. FC Rieden zeige vorbildhaft, wie Klimaschutz und energiesparendes Haushalten in Sportvereinen geht, hob Vorsitzender Kreisrat Sebastian Schärl bei einer Sitzung des CSU-Umweltarbeitskreises (AKU), hervor.

FC-Vorsitzender Hans Fischer und Vorstandsmitglied Jürgen Färber erläuterten das Energiekonzept des 1. FC Rieden. Sie berichteten, dass der Sportverein Grundwasser statt Trinkwasser zur Beregnung der Rasenflächen einsetze und eine Photovoltaikanlage installiert sei. Zum Heizen der Räume und zur Erwärmung von Brauchwasserer kämen Pellets und Hackschnitzel zum Einsatz.

Bürgerenergiepreis für den 1. FCR

Beide Vereinsvertreter betonten, dass beim FCR auf fossile Brennstoffe ganz verzichtet werde. Besonders die Umrüstung der Flutlichtanlage auf LED-Technik spare etwa 50 Prozent an Stromkosten. Für seine bayernweit, vielleicht sogar bundesweit im Amateurbereich einzigartige Sportanlage ist der 1. FC Rieden 2015 mit dem Oberpfälzer Bürgerenergiepreis ausgezeichnet worden, so Fischer.

Riedens Bürgermeister Erwin Geitner informierte den AKU darüber hinaus über energetische Sanierungsmaßnahmen im Gemeindebereich.

Ist die Förderung der Elektromobilität mit Prämien ein Beitrag zur Lösung der Umweltprobleme? Oder reine Geldverschwendung? Diese Fragen diskutierte der AKU bei der Sitzung ebenso. Schon im Klimakonzept des Landkreises Amberg-Sulzbach sei der Ausbau der E-Mobilität festgehalten. Die Landkreisgemeinden unterstützten den Infrastrukturausbau mit öffentlichen Elektro-Autoladestationen. Innerhalb des AKU gingen die Meinungen über Kaufanreize zwar auseinander, aber Industrie und Politik müssten an einem Strang ziehen, um E-Mobilität zum Erfolg zu führen, lautete das Fazit der Diskussion im AKU.

2360 Biogasanlagen in Bayern

Bei den Reformüberlegungen der Bundesregierung zum Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) müsse Biomasse ein unverzichtbarer Bestandteil des EEG 2016 bleiben, forderte der AKU. Sie springe ein, wenn Wind und Sonne nicht verfügbar seien. Derzeit seien in Bayern 2360 Biogasanlagen mit 790 MW in Betrieb, in Deutschland mehr als 8000.

Auch im Landkreis Amberg-Sulzbach seien Biogasanlagen an Nahwärmenetze angeschlossen und versorgten Bürger und kommunale Einrichtungen mit Wärmeenergie, wurde festgestellt. Bei den Bestandsanlagen werde die Förderung 2020 schrittweise auslaufen. Diese Anlagen dürften ohne eine Anschlussförderung aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter betrieben werden.

Anders als im Fall von abgeschriebenen Windkraft- und Photovoltaikanlagen – Wind und Sonne schicken bekanntlich keine Rechnung –, so die AKU-Mitglieder – benötigten Biogasbauern für die Erzeugung von Wärme und Strom auch noch nach 20 Jahren Betriebszeit einen Rohstoff, der nicht umsonst zu haben ist. Verschwinden die Biogasanlagen, so die Befürchtung im AKU, fehlten etwa 50 Terawattstunden pro Jahr des erneuerbaren Stroms in Deutschland. Das entspreche der Leistung von vier Atom- bzw. sechs Kohlekraftwerken. Außerdem würden die 700 000 Hektar Fläche für Biogas bundesweit an die Milchwirtschaft gehen – mit allen negativen Folgen für den Milchpreis.

Biomasse, fordert der AKU, müsse im EEG 2016 mit einem Ausschreibungsmodell geregelt werden, wie Wind- oder Photovoltaikanlagen auch. Künftig werde die Förderhöhe nicht mehr vom Gesetzgeber festgelegt, sondern im Wettbewerb ermittelt, heißt es im AKU-Bericht.

Ende der Plastiktüten wird begrüßt

Der AKU begrüßte es, dass zum Vermeiden von Kunststoffmüll der Handel das Ende der kostenlosen Plastiktüten einläuten will. Kunststoff sei per se nicht nachteilig. Aber Sebastian Schärl bezeichnete es als unsinnig, dass die langlebigen Kunststoffabfälle nur selten wiederverwertet, sondern unkontrolliert entsorgt würden. Es mache auch keinen Sinn, einen zu Ende gehenden Rohstoff, wie Erdöl, für Plastiktüten zu nutzen. Denn vielfach landen die Kunststoffe in den Meeren – und damit auch in der Nahrungskette. (abp)

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