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Sonntag, 24. September 2017 18° 3

Entscheidung

Nur Notsicherung oder doch Sanierung?

Wie es mit dem maroden, denkmalgeschützten Fochtnerstadel weitergeht, entscheiden die Schmidmühlener Bürger am 29. März.

Über die Zukunft des maroden Fochtnerstadels gegenüber dem Hammerschloss wird mit einem Bürgerentscheid abgestimmt. Foto: Archiv/abp

Schmidmühlen.Zum ersten Bürgerentscheid in der Geschichte des Marktes Schmidmühlen kommt es am Sonntag, 29. März. Die Bürgerinnen und Bürger können von 10 bis 18 Uhr über die Zukunft des Fochtnerstadels abstimmen. Für die Mitglieder des Marktgemeinderates standen in der Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus in der Rathausstraße die Beratung und Abstimmung über ein Informationsblatt auf der Tagesordnung, das allen wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern des Marktes mit den Wahlbenachrichtigungen zugestellt wird. Es geht um eine Notsicherung, um die der Markt – egal, wie das Votum ausgehen wird – nicht herumkommt, oder um eine grundlegende Sanierung des Fochtnerstadels.

Einsturz verhindern

Bei der Notsicherung werden nur die unumgänglichen Maßnahmen getroffen, damit das denkmalgeschützte Gebäude nicht einstürzen und dadurch keine Gefährdung für die Bevölkerung entstehen kann. Eine Nutzung wäre in diesem Fall nicht möglich, auch nicht durch bloße Einlagerung von Gegenständen. An Kosten würden etwa 110 000 Euro auf die Gemeinde zukommen, erläuterte Bürgermeister Peter Braun.

Weitere 50 000 Euro müsste man ausgeben, wenn man zumindest Teile des Erdgeschosses für Lagerzwecke herrichtet. Dann würden zusätzliche Abstützungen der Balkenlage des Daches erforderlich. Ob das Denkmalamt dieser Teilentkernung ohne umfassende Sanierung zustimmen würde, sei aber fraglich, hieß es.

Bei einer grundlegenden Sanierung geht man davon aus, dass der Fochtnerstadel als Veranstaltungsraum genutzt werden kann oder auch als Ergänzung für Veranstaltungen im Hammerschloss. Dabei sei der Kostenrahmen natürlich je nach den Wünschen, die man realisieren will, deutlich größer. Für diese Planung wurden die Gesamtkosten auf etwa 890 000 Euro geschätzt, so Braun.

Förderung wäre möglich

Aufgrund der Erfahrungen bei vergleichbaren Projekten sei davon auszugehen, dass öffentliche Zuschüsse wie vom Landesamt für Denkmalpflege, Städtebauförderung und Bezirk, in Höhe von 80 Prozent der Baukosten erwartet werden können. Ausdrücklich betont wurde aber, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine verbindlichen Zuschussbewilligungen bei der Verwaltung vorliegen. Es hätten nur Vorgespräche mit den großen Zuschussgebern stattgefunden, bei denen grundsätzlich die Fördermöglichkeiten versichert wurden. Wenn die Förderung 80 Prozent beträgt, müsste der Markt Schmidmühlen effektiv einen Kostenanteil von etwa 180 000 Euro aufbringen.

Eine WC-Anlage und die Möglichkeit der temporären Heizung seien aber in der Summe von 890 000 Euro nicht enthalten, war bei der Sitzung zu hören. Als WC könnten die bestehenden Anlagen im Vereinsheim und im Hammerschloss genutzt, bei größeren Veranstaltungen könnten temporäre WC-Anlagen aufgestellt werden. Falls diese Einrichtungen dennoch gewünscht seien, müssten zusätzlich rund 150 000 Euro veranschlagt werden. Bei Gesamtkosten von 1 040 000 Euro in diesem Fall würde der Anteil des Markts etwa 210 000 Euro betregen. Zusammen mit einer Einrichtung des Fochtnerstadels käme man auf eine gesamte finanzielle Belastung als Eigenanteil je nach Ausführung von etwa 200 000 Euro bis 240 000 Euro.

Auch Umfeld verbessern

Das Landesamt für Denkmalpflege hat signalisiert, dass es einer solchen Lösung zustimmen würde, so der Bürgermeister. Das Hammerschloss und das gesamte Areal um den Schlosshof würden durch die Sanierung und Nutzung des Fochtnerstadels erheblich an Attraktivität gewinnen. Mittelfristig würden dann auch die Freiflächen zwischen Stadel, Lauterach und Mühlbach in eine Gesamtgestaltung einbezogen werden.

Einstimmig abgesegnet wurde der Bauantrag von Martin Spies auf Teilabbruch und Errichtung eines Anbaues im Bereich der Hauptstraße. Moniert wurden die Werbeplakate am neuen Geländer an der Hohenburger Straße. Informierte wurde auch über die aufgestellten und mittlerweile verblassten Ortsplantafeln.

Ein besonderes Kompliment sprach Bürgermeister Peter Braun den Mitgliedern des Faschingskomitees Schmidmühlen für die Vorbereitung des Faschingszuges aus – trotz der einen oder anderen Konfettiladung, die wegen der feuchten Witterung vom Kopfsteinpflaster nur schwer wegzukriegen war. (abp)

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