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Samstag, 23. September 2017 18° 2

Ereignis

Ultraläufer wieder in Schmidmühlen

239 Kilometer auf dem Jurasteig packen 134 Extremsportler an. Der SV steht wieder mit vielen Angeboten für die Läufer bereit.

Beim SV Schmidmühlen wartet auf die Ultraläufer am Samstag, 8. April, wieder ein „Rundumpaket“ – natürlich mit einem Buffet, aber auch Duschen, Massagen und Ruheräumen. Foto: Archiv asv

Schmidmühlen.Noch gut zwei Wochen, dann wird in Schmidmühlen bzw. im Unteren Vils- und Lauterachtal wieder ein Event gastieren, das man selbst als Sportinteressierter vielleicht nur schwer nachvollziehen kann. Was bewegt sportlich aktive Menschen dazu, innerhalb von nur zwei Tagen eine Strecke von rund 239 Kilometern und eine Höhendifferenz von 7500 Metern – das sind die Daten des Jurasteigs – so schnell wie möglich, genauer gesagt, in maximal 54 Stunden, zu bewältigen? Normalerweise wird der Jurasteig in zwölf Tagesetappen erwandert.

Mancher „normale“ Sportler wird da nur den Kopf schütteln. Die Teilnehmer des JUNUT (Jurasteig Nonstop Ultratrail) juckt das nur wenig. Sie lieben dieses Extrem und tun alles dafür, dabei zu sein. Und sie gastieren natürlich auch wieder im Sportheim des SV Schmidmühlen: am Samstag, 8. April. Dort haben die Teilnehmer dann etwa 138,5 Kilometer in den Beinen. Bei denen, die sich während der Nacht verlaufen haben, können das auch ein paar Kilometer mehr sein.

Ein Schmidmühlener läuft mit

Über Stock und Stein geht es für die Läufer auf dem Jurasteig Nonstop Ultratrail. Foto: Börner

Der JUNUT ist ein Einladungslauf, das heißt, man kann sich dazu nicht einfach anmelden und versuchen, so weit wie möglich zu kommen. Organisationsleiter Gerhard Börner siebt bereits im Vorfeld aus. Nur bereits auf Langdistanzen erfolgreiche Sportler werden zu dem Extremlauf zugelassen. Mit dabei ist übrigens auch ein Schmidmühlener: Stephan Neumaier-Burkhardt.

Grundsätzlich muss jeder Teilnehmer schon mindestens einen 100-Meilen-Lauf (160 Kilometer) erfolgreich beendet haben. Das ist aber alles andere als eine Gewähr für ein Finish beim JUNUT. Trotz intensiver Vorbereitung kamen 2016 nur 33 von 108 Startern bis ins Ziel nach Dietfurt. „Vor allem während der zweiten Nacht bedarf es da schon einer ausgeprägten mentalen Stärke, um nicht aufzugeben“, berichtet Gerhard Börner. „Fast alle bisherigen Finisher erzählen hier von grenzwertigen Erlebnissen. Da hört man im Wald Geräusche, die nicht unbedingt beruhigen, und glaubt Dinge zu sehen, die dort einfach nicht sein können und auch bei Tageslicht verschwunden sind“.

Wer in welcher Gruppe bzw. überhaupt starten darf, das behält sich der Organisationsleiter selbst vor. Es werden schnelle Läufergruppen angeboten, ebenso Gruppen, die „nur“ 172 Kilometer laufen.

Viele freiwillige Helfer engagiert

Der Jurasteig führt durch besonders schöne Landschaften wie hier an den Hängen des Lauterachtals oberhalb von Hohenburg. Foto: Börner

Der JUNUT hat sich zu einem festen Bestandteil der Ultralaufszene entwickelt und dabei ohne Übertreibung schon Kultstatus erreicht. Die Zahl der „Verrückten“, die sich dieser für den normalen Sportler meist unglaublichen Herausforderung stellen wollen, hat sich auch bei der sechsten Austragung nochmals erhöht. In diesem Jahr sind aktuell 134 Gemeldete aus acht Nationen auf der Teilnehmerliste – so viele Läufer wie noch nie werden an der Startlinie in Dietfurt an der Altmühl stehen.

Die erreichte Teilnehmerzahl erfordert eine ausgeklügelte Logistik durch das Organisationsteam um Margot und Gerhard Börner aus dem mittelfränkischen Schwabach. Die Läufer werden entlang der Strecke an zwölf Versorgungspunkten (VP) betreut. Diese Aufgabe übernehmen viele freiwillige Helfer aus der Familie und dem Umfeld der Organisatoren, aber auch der Teilnehmer. Sie können dabei auf die Unterstützung vieler örtlicher Vereine und Feuerwehren, von Gastronomen und von Kommunen am Weg zählen.

Stationen im Landkreis

  • Insgesamt zwölf Stationen

    Aufgeschlüsselt wird die Strecke beim Jurasteig Nonstop Ultratrail in einem sogenannten „Road-Book“. Zwölf Stationen müssen angelaufen werden. Neben Schmidmühlen sind dies Dietfurt (Start- und Zielort), Riedenburg, Kelheim, Matting, Schönhofen, Pielenhofen, Dallackenried, Hohenburg, Kastl, Habsberg, Deining und Holstein.

  • Schmidmühlen

    Schmidmühlen ist eine von vier Cut-Off Stellen. Alle Läufer, die dort nicht bis spätestens am Samstag, 16 Uhr, eintreffen und auch wieder loslaufen, werden aus der Wertung genommen.

  • Hohenburg

    In Hohenburg ist dann im TuS-Sportheim der nächste Verpflegungspunkt. Wolfgang Preibisch kümmert sich dort liebevoll um die Teilnehmer. Sein Kartoffelbrei hat in den vergangenen Jahren schon den einen oder anderen Läufer „wiederbelebt“, so Gerhard Börner.

  • Kastl

    In Kastl, im Hotel Forsthof, ist die neunte Versorgungsstelle. Hier gibt es auch eine „Kurzdistanz-Wertung“. Die Ultraläufer können entscheiden, ob sie bei dann erreichten 170 Kilometer den Lauf beenden und in eine eigene Wertung aufgenommen werden wollen. (asv)

Die Hälfte ist geschafft

Der Jurasteig führt mitten durch Schmidmühlen, vorbei am Oberen Schloss, dem Rathaus, mit dem Erasmus-Grasser-Brunnen. Foto: asv

Schmidmühlen ist bei der Veranstaltung ein „Knackpunkt“ des gesamten Laufs. Dort haben die Läufer 138,5 Kilometer hinter sich. Es geht also dem Ende zu, die Hälfte ist geschafft. Wer sich bis hierher durchsetzt, der gibt normalerweise nicht mehr auf.

Der gastgebende SV Schmidmühlen bietet dabei den Läufern wieder ein „Komplettpaket“ an. Duschen, Verpflegung, Massagen, Ruheräume und mehr. „Das ist schon ein besonderes Paket auf der gesamten Strecke“, so der 1. Vorsitzende Peter Fochtner. Geschuldet sei das natürlich auch den besonderen Voraussetzungen, die die Sportler in Schmidmühlen am Sportgelände haben. In fünf Räumen werde nur für den JUNUT alles präpariert. Hinzu kommen noch ein zusätzlicher Raum für die Zeitnahme und die Gaststätte, die für die Verpflegung genutzt wird, so Fochtner. Dass an dem Tag kein Spielbetrieb am Sportgelände möglich ist, nehmen die Verantwortlichen dafür in Kauf.

Werbung auch für den Markt

„Wir sehen uns auch etwas in der Pflicht, etwas für den Markt Schmidmühlen und dessen Bekanntheitsgrad zu tun und uns für die erhaltene Unterstützung zu bedanken“, so Peter Fochtner weiter. Durch die Fernseh- und Radioberichte aus den vergangenen Jahren werde der Markt Schmidmühlen sicherlich in Kreisen bekannt geworden sein, die man ansonsten nicht erreicht. Dabei gilt das Augenmerk nicht nur der Gemeinde an sich, sondern auch der einzigartigen Landschaft und der vorhandenen Infrastruktur inklusive der bestens markierten Wanderwege. (asv)

Während des Laufs können die Teilnehmer auch via Satellitengestützten Live-Trackings online verfolgt werden. Ein Link kann dann auf www.junut.de aufgerufen werden.

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  • MH
    Max Heimerl
    18.03.2017 07:42

    faszinierend wie sich junge Leute dieser Herausforderung jedes Jahr auf das Neue am Jurasteig wieder stellen. wünsche den Läufern "Hals und Beinbruch" auf den letzten 100 km der Strecke.

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