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Dienstag, 24. Mai 2016 12° 5

Landwirtschaft

Umfangreiche Bildungsarbeit geleistet

Die Bilanz des VlF Amberg-Sulzbach ist beachtlich. Geschäftsführer Willibald Götz erhielt das Silberne Verbandsabzeichen.

Dieter Dehling und Angela Siegert danken Willibald Götz und seiner Gattin (von links). Foto: ahi

Sulzbach-Rosenberg.Bei der Jahreshauptversammlung des VlF (Verband für landwirtschaftliche Fachbildung Amberg-Sulzbach) beim „Wulfen“ in Kauerhof wurde eine eindrucksvolle Bilanz vorgelegt. 1296 Personen, 906 Männer und 390 Frauen, sind Mitglied beim Fachverband. Zahlreiche Ehrengäste waren gekommen, darunter Landrat Richard Reisinger, BBV-Präsident Franz Kustner, Kreisbäuerin Brigitte Trummer sowie der neue Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg, Wolfhard-Rüdiger Wicht.

Die beiden VlF-Vorsitzenden Dieter Dehling und Angela Siegert würdigten die unermüdliche Arbeit von Willibald Götz für den Fachverband. Götz, der bis vor kurzem Leiter des AELF Amberg war und sich als Geschäftsführer des VlF einbringt, wurde mit dem „Silbernen Verbandsabzeichen“ ausgezeichnet. Götz wurde zwar offiziell verabschiedet, er wird aber dankenswerterweise weiter aktiv bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist.

35 Veranstaltungen angeboten

Umfassend wie gewohnt war der Geschäftsbericht von Willibald Götz, der die Aufgabenstellung des VLF erläuterte. Mit Besprechungen und Rundbriefen habe es viel Vorstandsarbeit gegeben. Götz berichtete von fünf Lehrfahrten 2015/2016, einer Vier-Tages-Fahrt, dem Klassentreffen früherer Jahrgänge, dem Seniorenadvent, den Handarbeitsstammtischen, dem Meistertreffen und weiteren 35 land- und hauswirtschaftlichen Veranstaltungen mit 1130 Teilnehmern. Götz gab auch die anstehenden Bildungsfahrten und Aktivitäten bekannt, die im Rundbrief aufgelistet werden.

Einen erfreulichen Kassenbericht legte Hans Ippisch vor. Seine gute Arbeit würdigte Prüfer Erwin Blendinger, der auch die einstimmige Entlastung der Vorstandschaft übernahm.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt bezog sich auf die neue Satzung. Nach weiteren Gesprächen strebt der VlF die die Gemeinnützigkeit (Beschränkung aufs Vereinsvermögen im Haftungsbereich) mit dem „e. V.“ an.

Der neue Leiter am AELF Amberg, Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht, schilderte seinen beruflichen Weg und war sehr angetan von seinem neuen Amt in Amberg. Dank sagte er seinem Vorgänger Willibald Götz. Ein Grußwort sprach neben Hans-Jürgen Reitzenstein Franz Kustner, der den tüchtigen neuen Meistern gratulierte. Er beklagte, dass die Preise für die Arbeit der Bauern im Keller seien.

Rund um den VlF

  • Nachfolger gesucht

    Ein neuer Geschäftsführer für den VlF als Nachfolger für den ausscheidenden Willibald Götz muss gefunden werden. Denkbar ist, dass es der neue Bereichsleiter Landwirtschaft werden könnte, der aber noch nicht berufen ist. Außerdem ist ein Nachfolger für Schriftführer Hans Schrott zu finden.

  • Weitere Personalia

    Harald Heindl aus Schmidtstadt, Teilnehmer am Bila-Kurs, wird den Hauptausschuss des VLF ergänzen. Als neuer zweiter Kassenprüfer wurde Friedrich Amann aus Krondorf gewählt.

  • Neue Landwirtschaftsmeister

    Die neuen Landwirtschaftsmeister sind Christian Donhauser aus Dietersberg, Simon Donhauser aus Moos, Martin Haller aus Hiltersdorf, und Sebastian Meyer aus Altenricht. (ahi)

Vortrag über das Tierwohl

Professorin Dr. Prisca Kremer von der HAW Triesdorf befasste sich in ihrem Referat mit dem Thema „Tierwohldiskussion: Nutztierhaltung im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Zwängen und Emotionen“. Dieter Dehling meinte in seiner Einführung, das Thema „Tierwohl“ werde sehr emotional geführt und schaffe so auch Verunsicherung bei den viehhaltenden Betriebe,

Dr. Kremer setzte sich mit dem Spannungsfeld zwischen medialer Berichterstattung und der Realität der „tierischen Veredelungswirtschaft“ auseinander und suchte Lösungsansätze zu einer Objektivierung der Situation im Umgang mit der Öffentlichkeit. Für die Außenwirkung würden Bilder in den Medien eine wesentliche Rolle spielen.

„In der Landwirtschaft schaffen eine Million Menschen als Arbeitskräfte“, so die Referentin. Sie würden sich um die Kulturlandschaft und die Ernährung der Menschen kümmern. Sie würden die Qualität und den hohen Standard der Erzeugnisse sichern sowie regenerative Rohstoffe erzeugen. Und sie würden auch den Weltfrieden mit sichern, wenn man bedenkt, dass bis 2050 rund neun bis elf Milliarden Menschen zu ernähren sind, sagte sie.

Den Tierschutz ernst nehmen

Ein Landwirt ernähre aktuell 133 Menschen, eine Biogasanlage schaffe durchschnittlich Energie für 70 Haushalte, erläuterte Kremer. Aktuell werde eine Überproduktion bei Milch mit 118 Prozent, Geflügel mit 109 Prozent, Schweinefleisch mit 118 Prozent und Eier mit 73 Prozent erreicht.

Die Referentin bedauerte, dass die Quellen für Schlagzeilen nicht hinterfragt würden, wobei sie auf das Beispiel verwies, dass Fleisch krebserzeugend wäre. In der EU würden 65 Prozent, in Deutschland 75 Prozent der Menschen glauben, dass es den Nutztieren schlecht gehe.

Wie die Referentin sagte, nehme man sehr wohl Schmerzen der Tiere zur Kenntnis. Man kümmere sich um gute Fütterung, gute Haltung, optimale Temperatur in den Ställen, artgerechte Tierhaltung, Verhinderung von Verletzungen, vermeide schmerzhaften Eingriffe, nannte sie als Beispiele. „Tierschutz muss man ernst nehmen“, so Kremer. Die weltweite Nachfrage nach Fleisch steige, das eigene Handeln sei immer zu hinterfragen. Und der Landwirt solle auch zeigen, welche Situation er im Stall hat, sagte sie. (ahi)

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