mz_logo

Gemeinden
Donnerstag, 27. Juli 2017 18° 7

Erlebnis

Überleben in der Wildnis vor der Haustür

Beim Survivalwochenende wurden den Teilnehmern im unteren Vilstal eine tolle und vor allem prägende Erfahrung geboten.

  • Wer trotz Nässe ein Feuer machen kann, hat viel gewonnen. Copyright: Mario Groth
  • Der Weg ist das Ziel. Copyright: Mario Groth

Rieden.Schneeregen fällt durch die Baumkronen auf den Waldboden, und es fängt langsam an, dunkel zu werden. Jetzt eilt es mit dem Aufbau des Lagers und mit dem Feuermachen. Kein Problem für die Teilnehmer dieses Survivalwochenendes. Schließlich sind sie keine Anfänger. Gut ausgerüstet und gewappnet gegen winterliche Unbilden, sind sie gekommen um sich vom Wildnistrainer und Leiter der „Wildnisschule Oberpfalz“ im Wintersurvival unterrichten zu lassen.

Dass das aber trotz allem nur etwas für die Härteren ist, dies bestätigt auch der Survivaltrainer Christian Rudolf: „Die Leute müssen schon die richtige Einstellung mitbringen und dürfen sich auch durch einbrechende Dunkelheit und nasses Brennholz nicht aus der Ruhe bringen lassen.“

Brennholzsuche unglaublich schwer

Jetzt wird es gemütlich. Copyright: Mario Groth

Der Lageraufbau schreitet trotz der zunehmenden Dunkelheit voran und wird grad noch vorm nächsten Regenschauer beendet. Jetzt heißt es Feuerholz suchen. Trockenes Holz zu finden ist in dem regennassen Wald eine Herausforderung. Rudolf gibt Tipps.

„Das feuchtkalte Wetter kann sehr viel unangenehmer sein als zum Beispiel trockene Kälte. Die Brennholzsuche wird unglaublich schwer, und wenn Kleidung und Lager nass sind kann man schon die Lust verlieren“, sagt Christian Rudolf. Endlich brennt auch ein Feuerchen, es wird gekocht und bald in den Schlafsack geschlüpft. Morgen wird ein anstrengender Tag.

„Feuchtkaltes Wetter kann sehr viel unangenehmer sein als trockene Kälte.“

Survivaltrainer Christian Rudolf

Der Morgen grüßt so feucht, wie sich der Abend verabschiedet hat. Jetzt noch ein schnelles Frühstück – und dann geht’s auf den Marsch. Die erste Aufgabe des neuen Tages ist die Festlegung der Marschrichtung. Dazu müssen die Teilnehmer erst einmal feststellen, wo sie überhaupt sind. Mit Unterstützung ihres Trainers klappt das recht schnell. Und dann geht’s los.

Die Gesetze werden ganz genau beachtet

Draußen! Copyright: Mario Groth

Der Trainer zeigt, was als Fischköder zu gebrauchen ist. Eine tote Maus, Würmer, Insekten, die im Holz leben. Um an Nahrung zu kommen, ist der Fallenbau ein probates Mittel, aber dazu ist es unabdingbar, Spuren lesen zu können. Eifrig suchten die Teilnehmer nach Spuren und Fährten, um einen geeigneten Platz für eine Falle zu finden. Als dieser gefunden ist, zeigt Rudolf unterschiedlich Möglichkeiten, eine Falle zu bauen. Bei der Anleitung zum Fallenstellen und Fischen weist Christian Rudolf die Teilnehmer natürlich eindringlich auf die gesetzlichen Maßgaben hin, die detailliert erläutert werden. So vergeht der Tag mit Marschieren, Nahrungssuche und der Suche nach dem richtigen Weg.

„Wenn man in der Natur unterwegs ist, muss man sich anpassen.“

Survivaltrainer Christian Rudolf

Der zweite Abend verläuft erst einmal lockerer als der erste. Es ist noch hell, das Lager schnell aufgebaut – und das Feuer brennt diesmal auch „ruckzuck“. Dann jedoch fängt es zu schütten an, und die Kocherei geht nur noch vom Tarp (Lager) aus. Durch den Umbau wird viel Zeit verloren, der Magen knurrt. Später auch die Teilnehmer. Das wird wieder besser, als die Suppe im Bauch ist. Wegen des anhaltenden Regens gehen alle früh ins Bett.

Augen auf in der Wildnis

  • Suchen

    Unterwegs zeigt der Leiter der Wildnisschule, was alles zum Feuermachen verwendet werden kann. Schließlich regnet es weiter, das Feuermachen am Abend soll möglichst nicht so lange dauern wie am Abend zuvor.

  • Finden

    Alte Waldrebenblüten, Birkenrinde und vertrocknetes Gras stecken die Teilnehmer dann immer wieder in ihre Taschen. An einer Stelle trifft man auf Beifuß und Königskerzen, auf einem Feld finden sich Feuersteine.

Man darf nicht gegen die Natur arbeiten

Der Morgen weckt alle mit Sonnenschein. Ein gutes Omen für diesen Tag. Der anhaltende Sonnenschein wird genutzt, um Ausrüstung und Kleidung zu trocknen, um sich am Bach zu waschen, ausgiebiges Frühstück. „Alles zu seiner Zeit“ so Rudolf, „wenn man in der Natur unterwegs ist, muss man sich anpassen und die Gegebenheiten ausnutzen. Man darf nicht gegen die Natur arbeiten, sonst wird es schwer.“

Fazit der Teilnehmer: Man kann im Winter draußen leben, es dauert halt alles etwas länger – und völlig ohne Vorbereitung haben das wohl auch unsere Vorfahren nicht geschafft.

Mehr Nachrichten aus Amberg-Sulzbach und aus Amberg finden Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht