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Amberg
Dienstag, 21. November 2017 7

Kultur

Werke von Armin Mueller-Stahl in Amberg

Im Stadtmuseum Amberg wurde die Sonderausstellung „Gesichter und Figuren“ eröffnet – mit Bildern des malenden Schauspielers.
Von Gerd Spies

  • Porträts, unter anderem von Che Guevara, sind im Stadtmuseum Amberg zu sehen. Foto: Spies
  • Der ehemalige Ministerpräsident Björn Engholm hielt die Laudatio. Foto: Spies
  • Großformatige Ölbilder hängen in einem der vier Räume. Foto: Spies
  • Urfaust – Auerbachs Keller“, betitelt mit „Da steh ich nun, ich armer Tor“. Foto: Spies

Amberg.Auch wenn Armin Mueller-Stahl (87) selbst nicht anwesend war, ist er doch mit seinen Werken „omnipräsent“, sagte Bürgermeister Martin Preuß bei der Vernissage der Sonderausstellung „Gesichter und Figuren“ im Amberger Stadtmuseum. „In seinem Alter reist man nicht mehr einfach kurz durch die Republik“, erklärte Preuß die Abwesenheit des Künstlers. Dass er aber gerne dabei sei, zeige sein morgendliches Telefonat mit Museumsleiterin Judith von Rauchbauer, in dem er sich erkundigte, ob auch alles passen würde. Dem Kunsthaus Lübeck, das die Werke zur Verfügung stellte, ist es zu verdanken, dass bis 30. November über einhundert großformatige Gemälde, Zeichnungen, Radierungen und Lithographien des weltberühmten Schauspielers im Stadtmuseum zu bewundern sind.

Die Laudatio hielt ein ehemaliger Ministerpräsident

Allein wegen der Laudatio des ehemaligen Ministerpräsidenten Björn Engholm bei der Vernissage vergangenen Freitag im überfüllten Museum hatte sich der Besuch gelohnt. Sprachlich geschliffene Formulierungen mischten sich mit fundiertem Fachwissen und einem Schuss Humor zu einem äußerst kurzweiligen Vortrag.

Ambergs Bürgermeister Martin Preuß, Museumsleiterin Judith von Rauchbauer und Kulturreferent Wolfgang Dersch (von rechts) bedanken sich bei Thomas Gaulin (links) vom Kunsthaus Lübeck und dem Laudator Björn Engholm (Zweiter von links) mit einem Geschenk der Stadt. Foto: Spies

„Maler, Schauspieler, Schreiber, Musiker – Armin Mueller-Stahl ist einer der vielfältigsten Künstler!“ So beschrieb Björn Engholm, früherer Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, seinen Freund, der durch viele Charakterrollen weltberühmt wurde. Sein schauspielerisches Talent führte bisweilen dazu, dass er von seinen Anhängern nicht mehr als Mueller-Stahl, sondern als die gespielte Figur identifiziert wurde, sagte Engholm. In den vergangenen 15 Jahren sei Mueller-Stahl jedoch vom Schauspieler immer mehr zum Maler und Zeichner geworden. Engholm erklärt diesen Wandel so: „Als Maler ist er frei, nicht mehr an das Korsett der Regieanweisungen gebunden!“ Armin Mueller-Stahl habe das Talent, Bilder aufzunehmen, zu speichern und wieder zu produzieren.

Bilder erfassen den ganzen Menschen

Seine Porträts seien „Menschenbildnisse“, erfassen den ganzen Menschen. Mueller-Stahl zeichnet Persönlichkeiten, die man kennt. Historische Größen wie Goethe, Schiller oder Che Guevara, Musiker wie Bob Dylan, David Bowie oder die Beatles sowie Politiker wie Willy Brandt. Man begegnet aber auch unterschiedlichen Selbstbildnissen wie „Selbst mit Geige“. Oft gelinge es dem Künstler, so Engholm, mit wenigen Strichen die Charakteristik einer Person zu zeichnen. Seine leicht abstrahierten Landschaftsbilder erzeugen eine anmutende Stimmung, bei neueren Werken sind mehr Farben im Spiel.

Willy Brandt mit dem Titel „Es wächst zusammen ...“ – eine Farbradierung aus dem Jahr 2015. Foto: Spies

Gleich in den Räumen nebenan im Stadtmuseum trifft man auf die Dauerausstellung eines Malerkollegen und Zeitgenossen von Armin Mueller-Stahl, Michael Mathias Prechtl, dem berühmten Sohn Ambergs. Da bietet sich natürlich für den Besucher ein Vergleich an. In den Werken beider Künstler ist eine Vorliebe für Menschenbilder zu erkennen, wobei sich die künstlerische Auffassung und der Zeichenstil schon stark unterscheiden. „Beide haben dem Porträt eine Renaissance verschafft“, sagte Laudator Engholm.

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Multitalent Armin Mueller-Stahl

  • Musiker:

    Armin Mueller-Stahl ist 1930 in Tilsit/Ostpreußen geboren. Eigentlich wollte der Musiker werden, nach seiner Ausbildung zum Musiklehrer faszinierte ihn aber die Schauspielkunst. Durch viele Rollen in DDR-Filmen wurde er zu einem beliebten Schauspieler.

  • Schauspieler:

    Nach Querelen mit der DDR-Regierung und einem zweijährigen Berufsverbot wanderte Mueller-Stahl 1979 in die Bundesrepublik aus, ging 1985 nach Los Angeles, wo er als einer der wenigen deutschen Schauspieler an seine Erfolge anknüpfen konnte.

  • Schriftsteller:

    Mueller-Stahl ist ein vielseitiges Multitalent, er ist nicht nur Schauspieler und Maler, sondern auch Schriftsteller und Musiker. Er hat zehn Bücher verfasst, unter anderem „Dreimal Deutschland und zurück“, außerdem spielt er hervorragend Geige.

  • Maler:

    Bis 30. November läuft die Sonderausstellung „Gesichter und Figuren“ mit den Exponaten von Armin Mueller-Stahl im Stadtmuseum Amberg. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 11 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag: 11 bis 17 Uhr, Montag geschlossen. (age)

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