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Region Cham
Dienstag, 16. Januar 2018 6

Vortrag

3300 Meilen durchs Nordmeer

Herwig Decker erzählte von Abenteuertour mit einer Ketsch. Überwältigende Landschaftseindrücke und freundliche Menschen
Von Alois Dachs

Beeindruckende Wasserfälle lernten die Nordmeer-Segler bei ihren Wanderungen in Island kennen. Foto: Decker, Repro: kad

BAD KÖTZTING-WETTZELL.Einen Reisebericht der besonderen Art gab der Journalist, Bergsteiger und Segel-Abenteurer Herwig Decker am Donnerstag im Vortragsraum der Fundamentalstation Wettzell zum Thema „Unter Segeln auf den Spuren der Wikinger“. Der Vorsitzende des Fördervereins Satellitengeodäsie, Dr. Thomas Klügel, hieß dazu zahlreiche Zuhörer willkommen und schilderte den Werdegang des Journalisten aus Furth im Wald.

Sein Hauptinteresse gelte dem Bergsteigen, erklärte Herwig Decker, durch seine Bundeswehrzeit bei der Marine fand er Zugang zur See und bereitete sich auf den 3300 Seemeilen langen Segeltörn auf einer Yacht des Schweden Anders Peerson zunächst durch ein „Praktikum“ auf einem russischen Segelschulschiff mit 70 Meter hohen Masten vor. Zusammen mit dem Schiffseigner und einem griechischen Segler, der in Finnland lebt, sowie einer Russin, die auf der Tour viel unter Seekrankheit litt, bewältigte Herwig Decker 3300 Seemeilen innerhalb von zwei Monaten, lernte dabei auch den besonderen Teamgeist kennen, der sich auf der Ketsch (ein Boot mit zwei Masten) von Anfang an entwickelte.

Nach dem Start bei Helsingborg in Schweden bot die Fahrt vorbei am dänischen Skagen, wo die Seegebiete Skagerrak und Kattegatt aufeinandertreffen, einen ersten Höhepunkt. Dass die Tour mit der zusammengewürfelten Mannschaft „ein Sprung ins kalte Wasser“ war, zeigte sich bei den ersten Segelmanövern in norwegischen Fjorden, wo die Mannschaft schnell zusammen wuchs.

„Wir hatten großes Glück mit dem Wetter“, sagte Herwig Decker, der den Zuhörern mit einigen Videostreifen auch einen Eindruck bot, wie es bei stürmischen Winden auf dem Boot zuging, das schnell starke Seitenlage kam. Trotzdem seien starke Winde „besser als eine Flaute“, erklärte der Journalist, denn für den Einsatz des Motors stehe nur eingeschränkt Treibstoff zur Verfügung. Im norwegischen Handelshafen Bergen erlebten die Segler auch, dass die inflationär steigende Zahl riesiger Kreuzfahrtschiffe „eine Pest“ für die übrigen Seefahrer ist, weil die schwimmenden Kleinstädte auch den Blick auf die schöne Altstadt verdecken. Acht Tage habe danach die Fahrt nach Island gedauert und die Tatsache, dass die Segler dabei kein einziges Schiff trafen, belege, dass hier keine Handelsroute verläuft.

Im isländischen Hafen Husavik bestand dann erstmals wieder Gelegenheit zu Ausflügen, auch zum Duschen und Baden in einem der zahlreichen Thermalbäder. Um die Nordspitze Islands ging der Törn weiter an die landschaftlich besonders reizvolle Westküste, die kaum bewohnt ist. Isafjörur war ein weiterer Hafen mit einigen Tagen Aufenthalt, ehe die moderne Hauptstadt Reykjavík mit dem neuen Wahrzeichen, der Konzerthalle Harpa, angesteuert wurde. Nach mehreren Ausflügen und Touren zu berühmten Wasserfällen ging es von der „Rauchbucht“ weiter zu den Färöern, einer Inselgruppe, die von 250 000 Menschen und 75 000 Schafen bewohnt ist.

Lerwick auf den englisch geprägten Shetlandinseln war eine weitere Station der Segler, ehe sie auf dem Rückweg nach Helsingborg noch einmal im dänischen Skagen anlegten.

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