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Region Cham
Freitag, 24. November 2017 10° 5

Besuch

9000 Kilometer Reise für das Traummotiv

Ein japanischer Maler entdeckte das Bild der Thurauer Mühle. Um sie auf Papier zu bannen, brach er in ein Abenteuer auf.

Die Idylle der Thurauer Mühle begeisterte ihn so sehr, dass er kommen musste: der japanische Künstler Takashi Yamaguchi mit Dolmetscherin Rie Ogino und Max Rohrmüller, dem Besitzer der Thurauer Klostermühle. Foto: wbf

Schönthal.Takashi Yamaguchi kommt aus Nagoya-shi. Das liegt in der japanischen Präfektur Aichi auf der Insel Honshu. Yamaguchi ist Maler. Im Internet ist er auf ein Bild der Thurauer Mühle gestoßen. Auf den ersten Blick war Yamaguchi von der Thurauer Mühle, die idyllisch an der Schwarzach liegt, beeindruckt und gefesselt.

Ohne langes Zögern fasste er den Entschluss, eine circa 9000 Kilometer lange Reise in Kauf zu nehmen, nur um diese Mühle auf Papier zu bannen. Die europäischen Landschaften haben es dem Künstler besonders angetan. Im Laufe der Jahre hat er dafür eine besondere Vorliebe entwickelt. Dafür hat er bereits Malreisen nach Norwegen, England, Italien und Deutschland unternommen und kein Weg ist ihm dafür zu weit.

Nachdem er das Bild von der Thurauer Mühle im Internet entdeckt hatte, stellte er weitere Recherchen an und ist auch auf den Zeitungsartikel über das Thurauer Mühlenfest gestoßen. Weil Yamaguchi der deutschen Sprache nicht mächtig ist, suchte er Hilfe.

Über Bekannte konnte er den Kontakt zu Rie Ogino herstellen. Sie ist gebürtige Japanerin und lebt seit zwanzig Jahren in Deutschland und beruflich als Reiseführerin tätig. Sie spricht fließend Deutsch. Vor circa zwei Monaten bat sie der Künstler, ihm bei seiner Recherche zu helfen, berichtet sie. Ogino hatte schnell herausgefunden, wo die Thurauer Mühle in der Gemeinde Schönthal zu finden ist. Die Gemeindeverwaltung verwies sie anschließend an Max Rohrmüller, den Besitzer der Thurauer Klostermühle. Max Rohrmüller hielt es zunächst für einen Scherz, als er per E-Mail erfuhr, dass ein japanischer Maler kommen will, um die Mühle zu malen. Als sich dann doch herausstellte, dass es eine ernst gemeinte Anfrage war, freute er sich über den Besuch aus Japan. Ohne zu zögern buchte der Künstler den 9000 Kilometer langen Flug, nur um die Thurauer Mühle malen zu können. Vor Kurzem war es dann so weit.

Der Künstler

  • Karriere

    An der Kunsthochschule in Aichi hat Yamaguchi studiert und sich der traditionellen japanischen Malerei verschrieben. In Japan hat sich der 35-jährige Künstler bereits einen Namen als Maler gemacht.

  • Schaffen

    Mit Erfolg hat er an verschiedenen, renommierten Kunstwettbewerben teilgenommen. Yamaguchi arbeitet als freischaffender Künstler und unterrichtet als Kunsterzieher an einem Gymnasium.

Yamaguchi kam nach Thurau. Max Rohrmüller begrüßte den Künstler, der mit Dolmetscherin Rie Ogino gekommen war. Er zeigte ihm die Mühle und erzählte ihm viel aus Geschichte. Tief beeindruckt stand der Künstler vor der Mühle und ließ sich Rohrmüllers Erzählungen ins Japanische übersetzen.

Dann machte sich der Künstler ohne Umschweife an die Arbeit, um eine erste Skizze von der Mühle anzufertigen. Die Zeit drängte, denn Yamaguchi hatte nur wenige Stunden Zeit, um die Skizze anzufertigen. Denn er hatte nur einen Tag als Aufenthalt in Deutschland eingeplant. Schon am späten Nachmittag ging es wieder zurück zum Flughafen und damit Richtung Heimat.

Als Max Rohrmüller dem Künstler von seinen Sanierungsplänen informiert, zeigte er sich so beeindruckt, dass er ihm sofort eine großzügige Spende überreicht. Außerdem versprach Yamaguchi, dass er Rohrmüller – sobald das Werk fertig ist – ein Bild davon zu schicken. (wbf)

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