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Samstag, 25. November 2017 4

Nachruf

Alfons Graßl: Sein Wirken bleibt spürbar

Der ehemalige Studiendirektor wirkte fast 40 Jahre am Fraunhofer-Gymnasium – ein Nachruf auf einen großen Pädagogen
Von Susanne Melichar

Alfons Graßl ist tot. Foto: cfg

Cham. Am 18. Oktober ist Studiendirektor a.D. Alfons Graßl im Alter von 87 Jahren nach einem langen und erfüllten Leben gestorben. Die Schulfamilie des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums trauert um ihren ehemaligen stellvertretenden Schulleiter, Kollegen, Personalratsvorsitzenden und Freund. Nahezu vier Jahrzehnte lang war Alfons Graßl mit hingebungsvollem Einsatz, großem Verantwortungsgefühl und absoluter Loyalität im Dienst für die Schule tätig, wofür ihm die Fraunhofer-Schulfamilie zu größtem Dank verpflichtet ist. Dass er sein gesamtes Leben in Cham verbringen würde, war jedoch zunächst so nicht abzusehen.

Sein Vater war Landwirt

Graßl wurde am 30. Juli 1930 in Freising als Sohn eines Landwirts geboren und besuchte die Oberschule für Jungen, die er mit der Allgemeinen Hochschulreife 1949 abschloss. Sein Interesse für Mathematik und Physik führte ihn ins nahe gelegene München, wo er die beiden Fächer für das Höhere Lehramt studierte. Nach der Referendarzeit in München und Freising wurde der junge Lehramtsanwärter am 1. September 1955 der damaligen Oberrealschule Cham, dem heutigen Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium, zugewiesen und blieb dieser Schule seine gesamte Dienstzeit über treu. Durch seine engagierte, verlässliche, fachlich einwandfreie und erzieherisch wirkungsvolle Arbeitsweise führte er an der Schule bald die verschiedensten Tätigkeiten aus und erlebte während seiner Dienstzeit vier verschiedene Schulleiter. Bereits 1965 wurde er zum Mitarbeiter in der Schulleitung bestellt, und zum 1. August 1969 übernahm er das Amt des Ständigen Stellvertreters des Schulleiters. Dieses führte er mit klarem Gerechtigkeitsempfinden, hoher Werteorientierung und mit Blick auf das große Ganze bis zu seiner Pensionierung Ende des Schuljahres 1993/94 aus. Für seine herausragenden Leistungen wurde Alfons Graßl am 18. März 1996 vom Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Graßls Wirken am „Fraunhofer“ ist bis heute noch spürbar und vor allem in vielen Dingen sicht- und hörbar. So war er während der Zeit des Umbaus in den 1970er Jahren maßgeblich an der Installation der Schulsternwarte beteiligt, die auch heute noch ein Aushängeschild der Schule ist.

Ebenso gehen auf ihn auch zahlreiche außerschulische Projekte zurück: Seine Liebe zu Sport und Natur veranlasste ihn, die Schulskikurse am Arber zu begleiten und zu leiten – er war selbst ein ausgezeichneter Sportler. Aufgrund seiner Begeisterung für die Berge und seines Engagements bei der Bergwacht unterstützte er maßgeblich die Idee seines Kollegen August Fischer, an der Schule eine Wanderwoche in Südtirol einzuführen, die seit dieser Zeit jährlich mit den 10. Klassen durchgeführt wird und ihm ein besonderes Herzensanliegen war.

Musik war ihm wichtig

Auch die Musik spielte für Alfons Graßl eine besondere Rolle. Er engagierte sich Zeit seines Lebens für die Kirchenmusik, unterstützte die Pfarrei St. Jakob in leitender Funktion im Pfarrgemeinderat und im Cäcilienverein und gestaltete das reiche musikalische Leben der Pfarrei maßgeblich mit.

Nach dem viel zu frühen Tod seiner Frau Berta, ebenfalls Lehrerin und begnadete Pianistin, ließ er dem Fraunhofer-Gymnasium über dessen Förderverein den wunderbaren Yamaha-Flügel zukommen, der seitdem in der Ausbildung der Chorklassen verwendet wird und Generationen von Schülern den schönen Klang von Musik vermittelt.

Oberstudiendirektor Klaus Drauschke, ehemaliger Schulleiter des JvFG, gab Alfons Graßl anlässlich seiner Pensionierung einen wunderschönen Satz aus Südtirol mit, der auch in der Zeit der Trauer um seinen einstigen Stellvertreter eine besondere Bedeutung hat: „Leuchtende Tage – nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie da gewesen!“ (cfg)

Alfons Graßl

  • Geboren

    wurde Graßl am 30. Juli 1930 in Freising als Sohn eines Landwirts.

  • Er besuchte

    die Oberschule für Jungen, die er mit der Allgemeinen Hochschulreife 1949 abschloss.

  • Sein Interesse

    für Mathematik und Physik führte ihn ins nahe gelegene München, wo er die beiden Fächer für das Höhere Lehramt studierte.

  • Nach der Referendarzeit

    in München und Freising wurde der junge Lehramtsanwärter am 1. September 1955 der damaligen Oberrealschule Cham, dem heutigen Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium, zugewiesen und blieb dieser Schule seine Dienstzeit über treu.

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