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Region Cham
Samstag, 16. Dezember 2017 11

Feuerwehr

„Auf uns ist 365 Tage im Jahr Verlass“

Die Chamer Feuerwehr hatte ein turbulentes Einsatzjahr und braucht neue Anzüge, eine Kleiderkammer und eine neue Drehleiter.
Von Karl Pfeilschifter

Neu in dem Kreise der Stadtkommandanten: Franz Engl, 2. Kommandant FFW Cham (links), Michael Pöschl, 1 Kommandant der FFW Hof (4.v.r.), Markus Baumgartner, 2, Kommandant FFW Hof (2.v.r) sowie der neue Ordnungsamtsleiter Michael Bücherl (3.v.r) mit Bürgermeisterin Karin Bucher, Ordnungsamtsleiter Sepp Altmann (re.) und dem federführenden Kommandanten Markus Reittinger (2.v.l.) Foto: Pfeilschifter

Cham.„Wer sind wir? – Wir sind die 14 Stadtfeuerwehren von Cham auf die sich Stadt und deren Bürger rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr verlassen können!“ Dies betonte der federführende Kommandant der Stadtfeuerwehren, Markus Reittinger, bei der Herbstkommandantenversammlung der Stadtfeuerwehren am Sonntag in der Feuerwache Cham.

Reittinger erinnerte mit Bildern untermalt an zahlreiche der bisher 360 Einsätze, zu denen heuer alarmiert wurde. „Mein Chef zählt auf mich, weil ich so motiviert bin. Beruf und Ehrenamt – doppelt engagiert, doppelt wertvoll!“. Dieser Slogan der aktuellen Kampagne des Landesfeuerwehrverbandes spiegle, so der Kommandant der Chamer Wehr, das ehrenamtliche Engagement der Stadtfeuerwehren wieder. Sie zeigen immer wieder, dass alle verlässlich, zielorientiert, professionell und als Teamplayer mit Kollegen zusammenarbeiten und in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren.

1. Einsatz: Neujahr, Mitternacht

Reittinger erinnerte, dass das Jahr 2017 für die Chamer Feuerwehren bereits kurz nach Mitternacht mit einem Alarm eines Brandmelders eröffnet wurde.

Das Einsatzjahr begann für die Feuerwehr Cham turbulent mit einem schweren Unfall bei Thierlstein (Bild) und einem Wohnhausbrand in Radling. Foto: si

Es folgte gegen 3 Uhr ein Einsatz zu einem Wohnhausbrand und gegen 6 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten auf der B 85. Bereits im Januar wurden die Chamer Feuerwehren zu insgesamt 28 Einsätzen über Meldeempfänger alarmiert. Das weitere Einsatzgeschehen pendelte sich dann im Lauf des Jahres auf ein „normales Maß“ ein. Von Naturkatastrophen und Überschwemmungen blieb die Stadt bisher im Jahr 2017 verschont. Als Einsatzschwerpunkte nannte der Kommandant auch in diesem Jahr wieder die Verkehrsunfälle, meist auf den Bundesstraßen. Da die Straßen meist über mehrere Stunden gesperrt werden mussten, gestalteten sich die Umleitungen oft schwierig. Ein Brennpunkt war dabei die Bahnbrücke in Brunnendorf mit ihrer Durchfahrtshöhe.

Reittinger rief die Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes zum 1. Juli in Erinnerung. Dabei wurde unter anderem die Altersgrenze für Aktive auf 65 Jahre erhöht. Zum Jahresanfang hat der Stadtrat einen Feuerwehrbedarfsplan in Auftrag gegeben. Im Mai begann nach einer Einweisung die Umsetzung. Die Feuerwehren mussten einen 16 Seiten umfassenden Abfragebogen ausfüllen. Im Juli wurden dann die Gerätehäuser durch das beauftragte Ingenieurbüro Dittelmann aus Passau besichtigt. Das Ergebnis, welches bisher nicht bekannt ist, werde dann aufzeigen, ob der Schutz der Bürger in der Stadt Cham flächendeckend und 24 Stunden täglich ausreichend gewährleistet ist. Markus Reittinger ging auf die Anschaffung der neuen Schutzanzüge für alle Stadtfeuerwehren ein. Die Umrüstung erfolge Zug um Zug. Nach der vollständigen Umstellung wird eine seit Jahren geplante Kleiderkammer der Stadtfeuerwehren eingerichtet.

Rund um die Chamer Feuerwehr

  • Die Statistik:

    Kommandant Reittinger erläuterte auch die Einsatzstatistik. Zum 1. November waren es 357 Einsätze. Die Tendenz ist im Vergleich zum letzten Jahr rückläufig. Die Zahl der Brandeinsätze ist dagegen angestiegen. Zu vier Einsätzen wurde der Chamer ABC-Zug alarmiert. Dessen Leiter wurde Günther Fink.

  • Das Drehleiter-Problem:

    Ein Thema war auch die Drehleiter in Cham. Sie wurde außer Dienst genommen. Sie war vom 7. September bis 17. Oktober sechs Mal in Reparatur. Bei einem siebten Ausfall wurde erklärt, dass das Fahrzeug nicht zum reparieren sei.

  • Die neue Feuerwache 3:

    Fertiggestellt ist die neue Feuerwache 3 in der Altenstadter Straße. Sie wird demnächst in Betrieb genommen.

Ordnungsamtsleiter Sepp Altmann eröffnete seinen Bericht mit dem Hinweis, dass die kaputte Drehleiter alle überrascht habe. Sie wurde vor vier Jahren nach 20 Jahren Einsatz im Werk für 80 000 Euro generalüberholt. Nach dem „Totalschaden“ seien nun die Stadt und die Politik gefordert eine neue Leiter zu beschaffen. Er nannte einen derzeitigen Anschaffungspreis von rund 650 000 Euro. Nach Abzug der Fördermittel bleiben bei der Stadt zwischen 300 000 und 350 000 Euro. Da aber eine Drehleiter unbedingt notwendig sei, überlege man derzeit mehrere Möglichkeiten. So koste die Leihgebühr für einen Tag rund 200 Euro. Eine weitere Option wäre der Ankauf einer gebrauchten Leiter, die dann weiter verkauft werden könnte.

810 000 Euro Finanzbedarf

Für das nächste Jahr stehen Bedarfsmeldungen von 810 000 Euro, darin ist die neue Drehleiter enthalten, an. Seit 2005 investierte die Stadt rund 6.4 Millionen Euro für ihre Feuerwehren. Zum Jahresanfang 2017 wurden 718 Aktive von den 14 Wehren gemeldet. Weiter gab er bekannt, dass es derzeit Förderungen für die Anschaffung von Schutzanzügen für Jugendliche geben. Er schlug bei Bedarf eine Sammelbestellung vor.

Bürgermeisterin Karin Bucher sprach von großen Fußstapfen, die der scheidende Sepp Altmann für seinen Nachfolger Michael Bücherl hinterlasse. Die neuen Schutzanzüge werden beschafft, wobei es ihr Wunsch war, dass alle Wehren die gleiche Schutzausrüstung erhalten. Sie betonte auch, dass eine neue Drehleiter angeschafft werde. Dies zeige, dass Stadt und FFW auch manchmal vom Anschaffungsplan abweichen müssen, wenn dies notwendig sei.

Die Bürgermeisterin führte aus, dass sie mit Spannung auf das Gutachten der Firma Dittelmann warte. Es soll in Kürze fertig sein. Sie wünschte allen Feuerwehrlern dass sie mit den neuen Anzügen eine gute Arbeit leisten können und gesund von Einsätze wieder heimkehren. Lob gab es auch von 3. Bürgermeister Sepp Blaha für die stete Einsatzbereitschaft.

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