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Region Cham
Mittwoch, 22. November 2017 7

Verkehr

B 85: Kernstück ist die neue Regenbrücke

Arbeiten für den vierspurigen Ausbau zwischen Altenkreith und Piendling laufen. Ein Überblick über das 29-Millionen-Projekt.
Von Bastian Schreiner

Die Bauarbeiten für den zweibahnigen Ausbau der Bundesstraße 85 haben an der Anschlussstelle Roding bereits begonnen. Fotos: B. Schreiner

Roding.Das Projekt wird in zwei Bauabschnitten umgesetzt, um die Verkehrsbeeinträchtigungen zu minimieren. Der erste Abschnitt erstreckt sich von Piendling bis zur Regenbrücke. Um Eingriffe in die Hochwasserrückhalteraum so gering wie möglich zu halten, erfolgt die Verbreitung der Bundesstraße durchgängig auf der vom Regen abgewandten Seite. „Bei der Engstelle in Piendling müssen zwei Garagen weichen“, sagt Dr. Richard Bosl vom Staatlichen Bauamt Regensburg auf Anfrage. Die Zufahrt zur Wohnbebauung wird dort mit einem Begleitweg sichergestellt.

Im zweiten Bauabschnitt wird der Regen mit einer Brücke überspannt. Die zweite Fahrbahn soll dort auf der Südseite errichtet werden. Im weiteren Verlauf zwischen Mitterdorf und Oberdorf ist aufgrund der engen Verhältnisse eine beidseitige Erweiterung vorgesehen. Dadurch werden Eingriffe in die Wohnbebauung vermieden. Auf Höhe des Ortsteils Mitterkreith erfolgt die Verbreiterung auf der Nordseite. Der rund 3,4 Kilometer lange Abschnitt beinhaltet vier Brückenbauwerke. Kernstück der Maßnahme ist die 133 Meter lange Regenbrücke.

Lesen Sie hier: Das Staatliche Bauamt treibt die Planungen für die Ortsumgehung Altenkreith voran. Leiter Alexander Bonfig rechnet nun die Kosten vor.

Zeitplan: Die Fertigstellung ist für spätestens 2021 vorgesehen

Zwischen Altenkreith und Mitterdorf entsteht eine neue Unterführung. Fotos: B. Schreiner

Im Oktober 2016 hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt den zweibahnigen Ausbau der Bundesstraße im Bereich Wetterfeld für den Verkehr freigegeben. Während die Bauarbeiten auf dem Tunneldeckel noch laufen, rollen bereits die Bagger im Bereich der Anschlussstelle Roding. Der Startschuss für den anschließenden Abschnitt erfolgte am 26. Juli beim Spatenstich – nur sieben Monate nach der Baufreigabe. „Im Herbst nehmen die Bauarbeiten im Bereich der provisorischen Ampel Fahrt auf“, kündigt der Baudirektor an. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist für 2019 terminiert. Der zweite Abschnitt – und damit die Gesamtmaßnahme – soll spätestens im Jahr 2021 abgeschlossen sein. Das Projekt kostet insgesamt 29 Millionen Euro, so Bosl. Davon sind 6,3 Millionen für die Regenbrücke vorgesehen.

Regenbrücke: Nach Abriss folgt ein Neubau an gleicher Stelle

Parallel wird ein neues Bauwerk errichtet. Danach erfolgt der Abbruch der Bestandsbrücke, die an gleicher Stelle durch einen Neubau ersetzt wird. Fotos: B. Schreiner

Neben der bestehenden Regenbrücke wird zunächst flussabwärts ein neues Stahlverbundwerk errichtet. Steht die neue Brücke, wird der Verkehr darauf umgelegt. Danach wird die Bestandsbrücke abgerissen und an gleicher Stelle durch einen Neubau ersetzt. Die Gestaltung orientiert sich am Bestand, um die elegante Ansicht der vorhandenen Brücke auf den Neubau zu übertragen.

Lärmschutz: Situation für Anwohner verbessert sich

Für die der Trasse am nächsten gelegenen Gebäude – insbesondere in den Bereichen Mitterdorf, Oberdorf und Mitterkreith – wurden Lärmberechnungen durchgeführt. Ergebnis: Es entstehen Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge von fast 1 500 Metern und Höhen von bis zu sieben Metern. Dadurch wird die Lärmbelästigung entscheidend verringert. Eine kontinuierliche Fahrweise, die zukünftig durch den Ausbau gegeben ist, reduziert den Verkehrslärm zusätzlich. Beide Maßnahmen ziehen eine Verbesserung der Lärmsituation nach sich, wodurch auch die Wohn- und Aufenthaltsqualität für die Anwohner erheblich erhöht.

Konzept: Fahrbahnen werden durch Mittelstreifen getrennt

Zwischen Cham und Altenkreith sind derzeit 12 von 17 Kilometern vierspurig ausgebaut. Die je 7,50 Meter breiten Fahrbahnen sind – ähnlich wie bei Autobahnen – durch einen Mittelstreifen getrennt, haben aber keinen Standstreifen. Die Bundesstraße 85 ist damit die wichtigste Ost-West-Achse im Landkreis. Die Bedeutung spiegelt sich auch in der hohen Verkehrsbelastung wider. Rund 16 000 Fahrzeuge passieren das Teilstück zwischen Wetterfeld und Altenkreith täglich.

Kommt ein Parkhof?

  • Parkbuchten

    Parkbuchten für Lastwagen sind auf der B 85 zwischen Cham und Roding Mangelware. Grund: Die Parkplätze mussten dem vierspurigen Ausbau weichen. Auch im Zuge der Erweiterung zwischen Altenkreith und Piendling verschwinden wieder zwei Parkplätze.

  • Frühere Pläne

    Ein Parkhof war deshalb schon einmal für eine Fläche nach Altenkreith in Richtung Neubäu am See im Gespräch, der Plan hat sich aber zerschlagen.

  • Bedarf

    Der Bedarf an Abstellplätzen für Lastwagen sei gegeben, bestätigt der geschäftsführende Beamte der Stadt, Hans-Jochen Geißler, auf Nachfrage. „Ein Standort in der Nähe des Industriegebiets würde sich deshalb anbieten.“ Vor allem vor dem Hintergrund, dass es zwischen Schwandorf und Furth im Wald keinen Tank- und Rasthof gibt.

  • Konzept

    Bevor eine Fläche ausgewiesen werden kann, muss die Trasse in Altenkreith stehen. „Dann kann man auch ein Konzept ausarbeiten“, so Geißler. (bs)

Ausblick: In Altenkreith stehen zwei Varianten zur Diskussion

Inzwischen plant das Staatliche Bauamt Regensburg schon mit Hochdruck die Weiterführung den vierspurigen Ausbaus bis zur B 16 bei Altenkreith. Aktuell liegen zwei Varianten – Ortsumgehung oder Tieflage in der Ortsdurchfahrt – auf dem Tisch.

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