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Region Cham
Mittwoch, 22. November 2017 7

Kultur

Bauernhäuser und Kirchen – ein Schatz

Der Chamer Arbeitskreis Heimatforschung auf den Spuren des Bildhauers Johann Paul Hager – bekannt von der Kanzel Weißenregen

Die Heimatforscher auf dem Graßl-Hof in Arnbruck. Das Bauernhaus wurde saniert zu einem Hofladen. Foto: rhi

Landkreis.Zur alljährlichen Exkursion des Arbeitskreises Heimatforschung konnte Vorsitzender Hans Wrba wieder zahlreiche Teilnehmer begrüßen. Ein abwechslungsreiches Programm war von Haymo Richter zusammengestellt worden. Ein Schwerpunkt war die Begegnung mit dem Bildhauer Johann Paul Hager.

Man wolle auch in diesem Jahr über den Tellerrand hinausblicken, sagte Wrba bei der Begrüßung. Nach der Abfahrt in Cham war die erste Station Steinbühl. Die dortige Expositurkirche beherbergt nicht nur Skulpturen des Bildhauers Hager, sondern beeindruckt auch durch das gotische Presbyterium und ihre Fresken, die 1956 frei gelegt wurden.

Sie sei ein Juwel des Zellertals, eine der ältesten Kirchen in unserem Bereich, sagte Haymo Richter. Der Altar wurde 1352 geweiht. Beeindruckend waren die Besucher auch von der „Hufeisentür“. Die Hufeisen wurden hier von den Bauern als Votivgaben angebracht.

Dann ging es weiter nach Arnbruck, dort wurde ein saniertes Bauernhaus in der Dorfmitte besichtigt, das jetzt als Hofladen der Familie Graßl genutzt wird. Der Eigentümer erzählte den Besuchern aus Cham von der Idee und der Sanierung.

Auch in der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Arnbruck finden sich Skulpturen von Johann Paul Hager. Außerdem hat die Kirche Deckengemälde des Kirchenmalers Josef Wittmann zu bieten. Auf der Rückfahrt ging es dann vorbei an der großen Totenbrettgruppe.

In Oberried wurden dann auch zwei sanierte Bauernhöfe besichtigt. Hier gab es auch wieder die Gelegenheit, mit einem Besitzer zu sprechen. In Unterried gab es einen „Italienischen“ Bauernhof der Familie Strohmeier zu sehen. Diese Häuser wurden, anders als zu dieser Zeit in der Gegend üblich, nicht mit Holz sondern mit Ziegeln erbaut. Es gab viele italienische Wandermauerer, die die Ziegel dann auch vor Ort herstellten. Seit 1901 ist die Familie Strohmeier jetzt auf dem Hof, erbaut wurde das Haus 1873.

Auf der Frath angekommen führte die Seniorchefin die Besucher über das Anwesen und zeigte das Ensemble. Der Ort wurde erstmals 1440 urkundlich erwähnt, und seit 1642 ist die Familie Geiger auf dem Hof. Im Gasthof wurde dann auch zu Mittag gegessen.

Gestärkt ging es weiter nach Geiersthal. Dort erzählte Mesner Paul Fleischmann zuerst von der Burg Altnußberg und stellte Geiersthal vor. Dann ging es in die Pfarrkirche, die über 800 Jahre alt ist und auch wieder Hager-Figuren beheimatet sowie Fresken aus dem 15. Jahrhundert.

Weitere Skulpturen von Hager finden sich in der barocken St. Augustinus-Kirche in Viechtach, der nächsten Station. Die Kirche werde auch der Dom des bayerischen Waldes genannt, so Richter. Außerdem gibt es dort Deckenfresken von Otto Gebhard. Auch die Nebenkapelle St. Anna mit dem Totentanz wurde besichtigt. Abschluss der Exkursion war Wettzell. Dort wurde die Galerie „Wolferlhof“ von Achim Lerche besucht, der diese auch in einem sanierten Bauernhaus eröffnet hat. Dann kehrte die Gruppe noch in den Gasthof Graf in Wettzell ein. (rhi)

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