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Region Cham
Samstag, 25. November 2017 7

Verkehr

Baustelle Cham-Süd: Ende ist in Sicht

Bis kommende Woche soll die B 20 Richtung Straubing wieder offen sein. Doch Größeres droht für 2018 in dieser Richtung.
Von Christoph Klöckner

  • Lange Staus – teils bis Scharlau – bildete sich zu Stoßzeiten vor dem Kreisverkehr Cham-Süd. Foto: Klöckner
  • Da wird es schon einmal eng: Am Kreisverkehr-Abbieger Richtung Straubing hilft eine Behelfsspur. Die kommt aber wieder weg. Foto: Klöckner

Cham.Das Ende des Stehens ist in Sicht! Wer morgens, mittags und abends die vergangenen Wochen rund um den Kreisverkehr in Cham-Süd stehen durfte, darf sich freuen. „Am Montag wollen wir die B20 wieder für den beidseitigen Verkehr öffnen“, so die frohe Botschaft von Baudirektor Dr. Richard Bosl. Das heißt, die Baustelle zwischen dem Kreisverkehr bis zur Neubaustrecke der B20 hinter Höfen wird im angekündigten Zeitrahmen abgewickelt.

Es sei denn, das Wetter mache dem Fortgang noch einen Strich durch die Rechnung, erklärt Bosl. Starkregen oder Sturm könnten die Arbeit behindern, so dass man im schlimmsten Fall einige Tage dranhängen müsse. Nach jetziger Planung werde man jedoch diese Woche fertig mit dem Asphaltieren und wolle dann die Bundesstraße am Montag, also noch vor Allerheiligen, für den Verkehr in beide Richtungen wieder öffnen, erläutert Bosl.

Behelfsabbieger kommt weg

Ein „Behelfsabbieger“, den das Bauamt am Kreisverkehr von Straubing kommend Richtung Cham gebaut hat, werde mit den Abschluss der Arbeiten wieder beseitigt, sagt der Straßenbaufachmann. Dabei wäre das etwas, was dort wirklich gebraucht wird. Eine Rechtsabbiegespur Richtung B85/B22 an dieser Engstelle des Kreisverkehrs wäre nötig und war zuletzt immer wieder auch von der Chamer Bürgermeisterin Karin Bucher oder auch Traitsching Gemeindeoberhaupt Josef Marchl angemahnt worden. Bis weit über Höfen hinaus staut sich hier bei hohem Verkehrsaufkommen der Verkehr – auch ohne Baustelle, weil ein Bypass Richtung Bundesstraßen fehlt.

Der werde erst kommen, wenn der vierspurige Ausbau zwischen Cham-Süd und Cham-Mitte geplant und mit dem Planfeststellungsbeschluss umgesetzt werde, sagt Dr. Bosl. Hintergrund sei weiterhin, dass der Besitzer des Bodens dort für den Straßenbau keinen Grund verkaufen wolle. Mehrfach hatte das Bauamt zuletzt Angebote abgegeben, doch war es zu keiner Einigung gekommen.

Die Umleitung habe besser funktioniert als erwartet, sagt Dr. Bosl. Sicher habe es an Engstellen wie beim Kreisverkehr oder in Radling Staus gegeben. So hätten Lastwagen in Radling nur rechts abbiegen können, wenn kein Gegenverkehr gekommen sei. Dazu wurden immer wieder Schilder, Verkehrsspiegel oder Leitpfosten Opfer der Brummis. In Traitsching habe ein Lastwagen kurzerhand eine Straßenlaterne umgelegt, berichtet Bürgermeister Marchl. Der habe wohl versucht, zu drehen. Ansonsten sei wenig von dem immensen Durchgangsverkehr kaputt gemacht worden. Bewährt hat sich dort laut Bosl die Trennung zwischen Pkw- und Lkw-Verkehr. Die Lastwagen wurden durch die Industriestraße geführt, die Autos konnten weiter unten Richtung Radling abbiegen. Hier und da habe man bei der Beschilderung nachbessern müssen, doch sonst habe es wenig Probleme gegeben, sagt Dr. Bosl.

Vollsperrung im Sommer 2018

Die Freude über das Baustellenende ist jedoch befristet. Einiges haben die Chamer und ihre Gäste die vergangenen Jahre hier sicher dazugelernt: Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Denn Mitte 2018 kommt etwas, dass die jetzigen Bauarbeiten am Kreisverkehr deutlich in den Schatten stellen wird – auch in Sachen Umleitung und Staus. Denn die B20 – die Lebensader des Landkreises Richtung Süden – wird in den Sommerferien 2018 zwischen der Abfahrt Traitsching und bis ins Niederbayerische, wohl bis Loitzendorf komplett gesperrt. Dort wird dann die Fahrbahnoberfläche erneuert und die Straße verstärkt. Ohne Vollsperrung gehe das nicht, sagt Dr. Bosl.

Gebaut wird auch, wie Bürgermeister Marchl erläutert, weil der geplante dreispurige B20-Ausbau auf vierspurig umgeplant werde – also alles wieder neu beginne, von der Trassendiskussion, den Streitigkeiten um den Verlauf bis zur endgültigen Planungssicherheit. Mitte November gebe es dazu erste Bürgerversammlungen, so Josef Marchl. Grund für die Großbaustelle 2018 sei der wachsende Verkehr und die Zeit bis zum vierspurigen Ausbau. Das Projekt wird nach seiner Zeitrechnung erst frühestens 2025 umgesetzt werden. Deshalb habe die bröckelnde Straße vorher saniert werden müssen. Die Umleitungen seien großräumig geplant. Wer von Straubing komme, müsse ab Stallwang über Miltach und die B85, wer nach Straubing wolle, werde ab Kreisverkehr Cham-Süd über Schorndorf und Michelsneukirchen Richtung Ascha umgeleitet. Ohne Verkehrsbehinderungen wird das nicht gehen.

Bauplatz B 20:

Ausbau: Seit 2. Oktober bis Montag wird an der B20 zwischen Cham-Süd und Höfen gebaut. Hier wird die Straße dem Verkehr angepasst, bekommt auf 1,2 Kilometern eine neue Asphaltdecke. Die Kosten betragen eine Million Euro.

Parkplätze: Die zwei Parkplätze zwischen Cham und Wilting an der B20 bleiben auch nach Montag Baustellen. Sie werden für 950000 Euro ausgebaut. Baubeginn war im September 2017, gebaut wird bis zum Frühjahr 2018.

Radweg: Neben den Parkplätzen wird ein knapp drei Kilometer langer Radwege zwischen Scharlau und Radling gebaut. Der kostet 650000 Euro. Baubeginn war vor kurzem, fertig wird er voraussichtlich jedoch auch erst im Frühjahr 2018.

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