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Region Cham
Samstag, 18. November 2017 5

Notfall

Bayerns Hilfe bei Hochwasser

Mit dem „Hytrans Fire System“ ist die FFW Waldmünchen künftig im Katastrophenschutz tätig – in Bayern und ganz Deutschland.
Von Benjamin Schlegl

Durch Aktive der Stützpunktwehr wurden die in Waldmünchen stationierten Gerätschaften des Freistaates vorgestellt. Foto: wbs

Waldmünchen.Anfang August konnte die Feuerwehr Waldmünchen einen neuen Abrollcontainer mit einem Anhänger in Empfang nehmen. Mit dem „Hytrans Fire System“ (kurz HFS) ist die Wehr damit ab sofort auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes tätig – regional und überregional. Wir haben uns das Sondersystem näher angeschaut.

Nach dem Hochwasser 2013 in Niederbayern beschloss der Freistaat, ein Sonderprogramm zur Anschaffung von Spezialmitteln für derartige (Katastrophenschutz-) Lagen aufzulegen. In der Folgezeit wurden über 80 Fahrzeuge und Einsatzmittel beschafft.

Nach taktischen und räumlichen Gesichtspunkten wurden diese auf Feuerwehren, Rettungsdienst und Wasserrettungsorganisationen in ganz Bayern verteilt. Zur Förderung großer Wassermengen wurden „Wasserfördersysteme“ (WFS) eingerichtet. Recht kurzfristig ergab sich Anfang 2017, dass der Heimatstandort für das WFS der Oberpfalz bei der FFW Waldmünchen sein soll. Hier sind nun seit Anfang August ein Abrollbehälter „WFS Bayern“ sowie eine Verstärkerpumpe stationiert. Hinzukommen wird noch für jeden Standort ein Flutmodul.

In Passau und Nürnberg gibt es ähnliche Systeme

Der in Waldmünchen stationierte Abrollcontainer wird in zwei Einheiten zerlegt aufgebaut und ist dann im Ernstfall einsatzbereit. Foto: wbs

Baugleiche Systeme der Firma Hytrans sind im benachbarten Tschechien bereits seit mehreren Jahren im Einsatz. Die nächsten Standorte in Tschechien sind in Pilsen und Prag, auf deutscher Seite in Passau oder Nürnberg. Daraus wird ersichtlich, welch großes Einsatzgebiet die WFS abdecken sollen.

Mit den Wasserfördersystemen können Einsatzkräfte zur Förderung großer Wassermengen über lange Schlauchstrecken sowie für Hochwassereinsätze eingesetzt werden. Derzeit wird ein Konzept für einen leistungsstarken, autarken Wasserförderzug erarbeitet, der auch mehrtägige Einsätze abarbeitet, ohne die Feuerwehren im Landkreis zu schwächen. Dazu müssen weitere Wehren in das Konzept mit eingebunden werden.

Grundsätzlich können im regionalen Bereich Einsätze in Frage kommen, welche erhöhten Löschwasserbedarf haben, beispielsweise Brände in Industrieanlagen, Sägewerken, Waldgebieten. Hierfür ist ein offenes Gewässer (also Fluss, See) mit großem Inhaltsvolumen zwingende Voraussetzung. Überregional können es Einsätze im Regierungsbezirk Oberpfalz, im Freistaat, im Bundesgebiet und sogar im benachbarten Tschechien sein.

Ein großes Einsatzgebiet ist abzudecken

Innenminister Joachim Hermann übergibt die Ausrüstung. Foto: wbs

In Bayern gibt es nur zwölf derartige WFS und nur drei Standorte für den Anhänger mit „Verstärkerpumpe“, so dass letztlich ein großes räumliches Einsatzgebiet abzudecken ist.

Bei der Übergabe der Katastrophenschutzausrüstung in Mühldorf sprach Innenminister Joachim Herrmann von erheblichen Investitionen des Freistaats Bayern und erinnerte an die Menschen, die dahinterstehen. „Die beste Ausrüstung nützt nichts ohne die Menschen dahinter. Kaum ein anderes Land der Bundesrepublik hat eine so hohe Ehrenamtsquote.“ Dies präge, so Herrmann, die bayerische Identität und das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Er sah die neuen Fahrzeuge bei den einzelnen Organisationen als gut angelegte Investitionen zur Verbesserung der Gefahrenabwehr im Katastrophenschutz. Der Innenminister übergab die Überlassungsurkunde an die FFW Waldmünchen und wünschte eine allzeit konstruktive Zusammenarbeit mit anderen Einheiten.

Bereits vor einigen Wochen haben drei Kameraden der FFW Waldmünchen einen einwöchigen Lehrgang bei der Herstellerfirma in Holland besucht, um richtige Bedienung und technisches Knowhow an die Kameraden weitergeben zu können. Im Alarmfall könnte damit ab sofort die entsprechende Hilfe geleistet werden.

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