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Samstag, 18. November 2017 5

Hobby

Beim Paddeln die Natur genießen

Die Rodinger Reib’n Paddler sind nicht nur auf dem ruhigen Regen unterwegs, sie meistern in ihren Kajaks auch Gebirgsbäche.
Von Thomas Mühlbauer

Gemütlich Kajak fahren und dabei die Seele baumeln lassen: dafür ist der Regenfluss bestens geeignet. Fotos: Schulz

Roding.Was gibt es Schöneres, als bei heißen Temperaturen die Zeit in der Natur zu verbringen. Die einen gehen wandern oder ins Freibad, die anderen fahren Rad und der Rest? – Sie fahren Kajak. In Roding kann man dem Hobby bei den Reib’n Paddlern frönen, die bis vor kurzem im BSV Vaillant integriert waren und zusammen mit den Stockschützen eine feste Einheit bildeten. Nun aber hat man sich entschlossen, als eigenständiger Verein zu agieren. Allerdings sei die endgültige Bestätigung des Registergerichtes noch ausständig, informiert der künftige Vorstand Andreas Schulz.

Und was treiben die Paddler das Jahr über? Wer denkt, dass gerade jetzt im Sommer die aktivste Zeit des Vereins ist, sieht sich getäuscht. „Eigentlich ist es im Sommer immer am ruhigsten, da die Flüsse zu wenig Wasser führen. Die meisten Aktionen unternehmen wir im Frühjahr und im Herbst“, sagt er. Denn hier sind die Pegelstände durch die Schneeschmelze oder den Regen optimal.

Ausflüge nach Österreich

Ins Kajak und in die Kanadier setzen und ab geht die Post – so einfach ist es dann noch nicht, wie Schulz wissen lässt: „Man braucht schon Erfahrung und muss es langsam lernen. Es ist wichtig, dass man vor der Tour schon einige Kilometer gepaddelt ist. Leute, denen die Erfahrung fehlt, dreht es oft nach links und rechts.“

Bei den Paddlern gilt, je unruhiger das Wasser, desto mehr Spaß macht es zum Fahren. Der Regen vor der „Haustüre“ ist sehr einfach zu fahren. Der Experte spricht hier von „Zahmwasser“. Oft unternimmt der Verein Fahrten nach Niederbayern zum großen Regen. Eine beliebte Strecke sei das Teilstück bei der „Regenhütte“ in Richtung Regen. Will man längere Strecken in diesen Schwierigkeitsstufen absolvieren, müsse man nach Österreich ins Hochgebirge fahren.

Wildwasserstufe 4 ist machbar

In den Wildalpen, ein bekanntes Domizil der Paddler, geht dann die Post ab. „Je unruhiger das Wasser, desto mehr Spaß macht es“, sagt Schulz. Fotos: Schulz

Mitglieder der Reib’n Paddler brechen dazu zwei bis drei Mal im Jahr auf. Unter anderem an die Salzach in der Steiermark. Hier trifft man auf viele Gleichgesinnte, denn die Wildalpen gelten als wahres Domizil der Paddler. Doch auch die „Steyr“, ein weiterer Fluss in Oberösterreich, hat es den Freizeitsportlern angetan. „Hier gibt es Wildwasserstufen von drei bis vier“, so Schulz. Und für diejenigen, die den Sport hobbymäßig betreiben, sei die Stufe vier das höchste der Gefühle. Denn von den weiteren Stufen fünf und sechs rät er ab: „Das sollte man wirklich nicht versuchen.“

Am Hausfluss, dem Regen, gibt es für die Rodinger eine Stelle, die sich optimal zum Training eignet: die „Rodinger Welle“. Dieses Teilstück befindet sich unweit der Regenbrücke. Dort wurde ein Durchlass geschaffen, an dem die Strömung stärker ist als an anderen Stellen. Schulz spricht von der Wildwasserstufe drei bis vier. Der Vorteil liegt dabei auf der Hand: „Man ist relativ schnell wieder am Ausgangspunkt an der Regenbrücke und die Strömung ist auf der Seite sehr gering, so dass man locker wieder nach oben paddeln kann.“ Zum Leidwesen des Vereins seien die Übungsfahrten, die man in früheren Jahren oftmals organisiert hatte, etwas eingeschlafen. Unter anderem wurden im Freibad die „Eskimorollen“ geübt. So wurde das Kajak im Freibadbecken eingesetzt und dann das Kentern simuliert. Denn bei diesen Rollen, so Schulz, gehe es darum, dass der Kanute sich wieder aufdrehen kann. Dies sei keine Frage der Kraft, sondern der Technik.

Die Rodinger Reib’n Paddler

  • Verein

    Am 21. April haben sich die Rodinger Reib’n Paddler vom Betriebssportverein Vaillant (BSV) getrennt. Der Verein zählt aktuell 20 aktive Mitglieder – im Alter zwischen 16 und 70 Jahren. Da ist die Aussage des Vorstandes Andreas Schulz auch nicht verwunderlich: „Den Sport kann jeder betreiben und das auch bis ins hohe Alter.“

  • Einstieg

    Neueinsteiger sind willkommen und müssten keine Angst haben, denn in Roding wird, wie Schulz sagt, gemütlich gepaddelt. Erst im Bayerischen Wald wird es richtig sportlich. Auch am Nachwuchs fehlt es derzeit nicht, so hat man einige junge Leute wieder für diesen Sport beziehungsweise diese Freizeitaktivität begeistern können. (rtn)

Ein Sport für jedermann

Für Leute, die alleine unterwegs sein möchten und die Stille und Natur auf Flüssen genießen möchten, sei der Sport genau das Richtige: „Wer es einmal beherrscht und die Technik erlernt hat, kann auch viel auf eigene Faust machen. Wir haben Mitglieder, die sich ihr Kajak schnappen und mit einem Zelt alleine oder in kleinen Gruppen die Flüsse in den Alpen oder auch woanders hinabfahren.“

Wenn sich allerdings einmal mehr als 100 Teilnehmer auf dem Fluss befinden, habe dies auch einen besonderen Reiz, betont Andreas Schulz. Begeistert blickt er deshalb auf die Bootswallfahrt zum Heilbrünnl vor drei Wochen zurück. „Das war einzigartig. Die Abendstimmung, dazu die Ruhe auf dem Wasser mit der Andächtigkeit. Hinzu kamen die vielen Teilnehmer, die zur Sackmann-Brücke gepaddelt sind.“ Da habe sich wieder gezeigt, dass sich der Sport sowohl für die geeignet, die gerne alleine unterwegs sind, als auch für die, denen es Spaß macht, in einer riesigen Gruppe zu fahren.

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