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Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Kultur

„Besonders malerisch finde ich die alten Waldlerhäuser“

Erinnerung an den früh verstorbenen niederbayerischen Landschaftsmaler Rupert Zach, der im November seinen 90. Geburtstag feiern könnte.

Die Atmosphäre des Bayerischen Walds im Stil der Impressionisten eingefangen hat Rupert Zach. Foto: Roider

Lam.Rupert Zach, der mit seinen unvergleichlichen Darstellungen von Waldlerhäusern und Landschaftsbildern dem Bayerischen Wald und besonders dem Lamer Winkel ein künstlerisches Denkmal geschaffen hat, hätte am 2. November 2017 seinen 90. Geburtstag feiern können.

Geboren im niederbayerischen Fierlbach bei Münchshöfen, wuchs er zusammen mit einem Bruder und einer Schwester in Straubing auf, wohin die Familie 1938 zog. Dort lernt der junge Rupert Zach den in der Nachbarschaft wohnenden Kunstmaler Ernst Brüggemann kennen, der sein künstlerischer Mentor werden sollte.

Nach der Schulzeit studiert Rupert Zach an der Lehrerbildungsanstalt in München-Pasing und erlebt als junger Soldat die Kriegsgreuel an der Ostfront, wo er verwundet wird.

Die Liebe zu Lam

Nach Kriegsende setzt er seine Studien an der Lehrerbildungsanstalt in Straubing fort und beginnt seine Tätigkeit als Lehrer 1947/1948 in Zillendorf. Ein Jahr später kommt er nach Gleißenberg, dort lernt er seine spätere Ehefrau Elisabeth Scharf kennen, die er 1958 in Lam heiratet. 1950 bis 1954 unterrichtet er in Böbrach und von 1954 bis zu seinem frühen Tod 1969 ist er an der Volksschule in Lam als Lehrer eingesetzt. Bei den Lamer Schülern und Lehrerkolleginnen und -kollegen erfreut er sich schnell großer Beliebtheit. 1960/1961 entsteht im Lamer Ortsteil Buchet am Fuß des Ossers sein Wohnhaus mit Atelier. Künstlerisch war Zach neben seiner Wirkungsstätte stets seiner Heimatstadt Straubing verbunden. Bereits nach seiner Aufnahme in die Gemeinschaft Bildender Künstler 1954 präsentiert er sich bei deren Ausstellung als Erstaussteller „mit überraschend gekonnten Oel- und Temperabildern von Blumen und Landschaften“ (Straubinger Tagblatt, 18. August 1954). In den folgenden Jahren wird er sich jedes Jahr an der Gemeinschaftsausstellung in Straubing beteiligen.

Von 1958 bis 1967 finden zusammen mit Ernst Brüggemann und weiteren Künstlern und Kunsthandwerkern Ausstellungen in Lam statt, die Rupert Zach leitet und ihn als Maler im damaligen Altlandkreis Kötzting und darüber hinaus bekannt machen. Als „Autodidakt von bestechendem Format“ (Kötztinger Umschau, 5./6. August 1967) hat er sich durch Ausstellungsbesuche, Bücher und Fachliteratur und der Unterweisung durch Brüggemann künstlerisches Wissen angeeignet. Sein Vorbild ist Lovis Corinth (1858 – 1925) als einer der einflussreichsten und wichtigsten Vertreter des deutschen Impressionismus.

Es ist Rupert Zachs Bescheidenheit geschuldet, dass sein Talent als Künstler in Lam zunächst noch verborgen bleibt. „Überhaupt empfinde ich unseren „Wald“ kräftig und dunkel in der Farbe, schlicht und wuchtig in der Form. Ebensowenig reizen mich bei Blumenmotiven die Einzelheiten“, berichtet er in einem redaktionellen Gespräch im Juli 1958.

Ein unnachahmlicher Stil

Die spätere, für ihn typische Arbeitsweise und Farbgebung in seinen Werken, der kräftige Pinselstrich und klare, unvermischte Farben, kristallisiert sich heraus. Rupert Zach kümmert sich nicht um Details, er erfasst die Gesamtheit und erreicht damit eine Wirkung, die nicht durch Nebensächlichkeiten abgeschwächt wird. Seine Kohle- und Federzeichnungen zeigen eine charakteristische klare und unkomplizierte Linienführung mit großzügiger Flächenaufteilung. Auf seinen Reisen nach Spanien und ins damalige Jugoslawien entstehen Gemälde und Zeichnungen, die im Schaffen von Rupert Zach eine genauso wichtige Rolle einnehmen, wie seine Bayerwaldmotive, schließlich handelt es sich hierbei um ebenso anerkennens- und bewundernswerte Arbeiten. Im Laufe der Jahre werden Rupert Zachs Bilder in vielen anderen Städten in Deutschland gezeigt und finden dadurch auch internationale Käufer und Liebhaber.

Insgesamt muss Rupert Zach als Lehrer und Maler betrachtet werden, die Bezeichnung „malender Schulmann“ (ein Zeitungsbericht vom 11. August 1963) ist aufgrund seines Talents auf ihn nicht zutreffend. Von seiner Malerei ist er manchmal geradezu besessen und unglücklich, wenn er längere Zeit keine Gelegenheit dazu hat. Darüber hinaus versucht er sich auch in anderen Techniken der Bildenden Kunst, wie Bildhauerei, Emaillieren, Mosaik und Schnitzen. Mit Bilderverkäufen ist er mit Ausnahme von Freunden sehr zurückhaltend. „Mein Bild derbarmt mir ja!“, ist als Ausspruch von ihm überliefert.

Als leidenschaftlicher Skifahrer ist Rupert Zach oft auf dem Großen Arber anzutreffen, den er in unzähligen Arbeiten festgehalten hat. Dort erleidet er am 23. April 1969 mit nur 41 Jahren einen Herzanfall und stirbt an dessen Folgen.

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