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Freitag, 22. September 2017 17° 3

Theater

Bordell wird zum Knast umgebaut

Vor der Premiere des „Schinderhannes“ am Samstag auf dem Ludwigsberg wird die Bühne perfektioniert – so wird der „Puff“ aus der Bettleroper jetzt ein Gefängnis.
Von Rainer N. Heinrich

Franz Bachl überprüft den Mechanismus der „Gefängnistür“ Foto: kni

BAD KÖTZTING.In der Festspielgemeinschaft gibt es Menschen, die leben in der Woche vor der Premiere nicht nur für, sondern auf dem Ludwigsberg. Einer von ihnen ist Franz Bachl. Seit etlichen Tagen ist sein Wohnwagen, der hinter dem Mehrzweckgebäude eingeparkt steht, sein Domizil. Tagsüber bekommt das Bühnenbild nicht nur seinen dekorativen Feinschliff, sondern Regisseur Johannes Reitmeier hat immer wieder neue Einfälle, um das imposant Bühnenwerk auszubauen.

Das gehört zum Räuber dazu

Neuestes Produkt ist ein fahrbarer „Kerker“. „Mir war von vornherein klar, dass in der Geschichte des Räubers Schinderhannes auch das Gefängnis eine Rolle spielen muss“, erzählt Bachl. Reitmeiers erster Vorschlag, ein tragbares Podest mit aufstellbaren Wänden, wurde schnell verworfen, weil „zu schwer! Wer soll das tragen?“ Zum Einsatz kommt das mobile Gefängnis erst zum Ende des Stücks, es muss also, wenn nicht getragen, auf die Bühne gerollt werden.

Anhänger aus der Bettleroper

So kam wieder Bachls Anhänger, der schon während der Bettleroper zum fahrbaren Bordell umgebaut worden war, wieder ins Gespräch. Bachl zimmerte eine Palette auf das Chassis. Aus praktischen und optischen Gründen, „damit es was gleichschaut und auch mehr Darsteller nebeneinander darauf stehen können“, wurde sie trapezförmig ausgelegt. „Das war arbeitsintensiv, denn alle Bretter mussten keilförmig zugeschnitten und bearbeitet werden“ sagt der Bühnenbaumeister.

Somit konnten alle bisher gestellten Aufgaben beim Bühnenbau gelöst werden, auch wenn manchmal eine Gedankenpause nötig war. „Das mach’ ich morgen, heute kann ich nicht mehr denken“, wurde die eine oder andere Aufgabe zeitlich verschoben. Gestern traf eine Lieferung mit kleinen Bäumen ein. Die wurden gleich in das Bühnenbild integriert und zieren nun eine Totenbrettgruppe.

Auch an der Bühnentechnik wird noch gearbeitet. Mit Hilfe eines vierstöckigen Baugerüsts wurde die Lichtgalerie verlängert, um die Spieler und die Objekte auf der Bühne, auch mittels neuer leistungsstarker Scheinwerfer, noch besser ins rechte Licht zu setzen. Während und besonders nach den Proben heißt es dann, die Lichteffekte justieren.

Patrick Eggersdorfer und Stefan Griesbeck haben zudem eigens ein Lichttechnikseminar belegt, um das Lichtpult optimal nutzen zu können. „Unter Umständen enden die Arbeiten erst nach der Generalprobe“, meint Robert Auzinger: „Unsere Frauen und Mädchen kümmern sich um die Deko – nur bei der Ausgestaltung des Puffs bestehen aus nachvollziehbaren Gründen Unsicherheiten.“

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