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Region Cham
Samstag, 16. Dezember 2017 10

Ehrenamt

BRK möchte die mobile Sanitätsstation

Die Bereitschaft Roding plant eine teure Anschaffung, ist aber auf Hilfe aus der Wirtschaft und der Bevölkerung angewiesen.

Die BRK-Bereitschaft zählt mehr als 70 Frauen und Männer, die ohne Vergütung Dienst am Nächsten leisten. Foto: BRK-Bereitschaft Roding

Roding.Die stetig steigende Anzahl von (Groß-)Veranstaltungen sowie das damit verbundene steigende Sicherheitsbedürfnis der Veranstalter und Besucher machen eine grundlegende Veränderung der zukünftigen sanitätsdienstlichen Absicherung von Veranstaltungen und Einsätzen erforderlich. Darüber berichtet das Bayerisches Rote Kreuz (BRK), Bereitschaft Roding. Dazu Bereitschaftsleiter Stefan Dietl: „Derzeit sind zur Herstellung der Einsatzbereitschaft bei Veranstaltungen und Einsätzen eine Vielzahl von Helfern und eine entsprechend lange Vorlaufzeit erforderlich.“

Bisher werde ein Sanitätsdienst in der Regel durch die Bereitstellung von Großzelten mit entsprechendem Personal durchgeführt. Risiken bezüglich der Beschaffenheit des Untergrundes, der Witterung, der Temperaturen (Sommer/Winter), der Vorlaufzeiten etc. seien oftmals unkalkulierbar und erschwerten die Behandlung von Patienten und die Absicherung des eigenen Personales bei Sanitätsdiensten und Einsätzen. „Die Behandlung von Patienten in Zelten ist dabei mit den heutigen Anforderungen an die moderne Medizin, Intimsphäre und gestiegenen Hygieneansprüchen für Patienten und Helfer nur noch in begrenzten Lagen vertretbar.“

Patienten- und Aufenthaltsraum

Der Zelt-Einsatz bei Sanitätsdiensten erfordert bislang Transportkapazitäten, lange Vorlaufzeiten und entsprechendes Personal, teilt das BRK mit. Foto: BRK-Bereitschaft Roding

Die Bereitschaft Roding des Bayerischen Roten Kreuzes beabsichtige die Anschaffung einer mobilen Sanitätsstation für den Einsatzbereich Sanitätsdienste, Betreuungsdienste, mobile Unfallhilfe und Katastrophenschutz. Der zweiachsige Anhänger mit über sieben Metern Gesamtlänge stehe den Gemeinschaften des Kreisverbandes Cham des Bayerischen Roten Kreuzes als Sanitätswache zur Verfügung. „Die Sanitätsstation besteht aus einem Patientenraum sowie einem separaten Aufenthaltsraum für die Besatzung. Beide Räume sind durch eine Schiebetür miteinander verbunden.

Im Behandlungsraum stehen jeweils zwei Behandlungsplätze für liegende und sitzende Patienten zur Verfügung.“ Die medizinische Ausrüstung der Station umfasse unter anderem Materialschränke, Nachschubschrank, EKG/Defibrillator, Notfallrucksack, mobile Sauerstoffeinheit, Schaufeltrage und Vakuumschienen. Der Aufenthaltsraum für die eingesetzten Helfer bestehe aus einer Sitzgruppe mit Tisch, einem Kühlschrank und Waschbecken, Kaffeemaschine sowie Stauraum für die persönliche Ausrüstung. „Außerdem“. so Rodings Bereitschaftsleiter Stefan Dietl, „befinden sich im Aufenthaltsraum diverse Ablagemöglichkeiten“.

„Die Behandlung von Patienten in Zelten ist mit den heutigen Anforderungen an die moderne Medizin, Intimsphäre und gestiegenen Hygieneansprüchen für Patienten und Helfer nur noch in begrenzten Lagen vertretbar.“

Bereitschaftsleiter Stefan Dietl

Durch die Vorhaltung und Nutzung einer mobilen Sanitätsstation ergeben sich Dietl zufolge nachfolgende Vorteile, unter anderem: Die mobile Sanitätsstation sei „rund um die Uhr“ sofort einsatzbereit. Es seien keine Personalkapazitäten erforderlich für die Beladung von Fahrzeugen mit Sanitätsmaterial. Erforderliches Material sei ständig in der Sanitätsstation eingelagert und sofort verfügbar. Durch Ankoppelung an das Zugfahrzeug könne binnen kürzester Zeit die Einsatzbereitschaft hergestellt werden.

Die BRK-Bereitschaft Roding

  • Team:

    Die Bereitschaft Roding gehört zu den großen Bereitschaften im Kreisverband. Mehr als 70 Frauen und Männer leisten ausschließlich ehrenamtliche Arbeit – ohne Vergütung. 2016 leisteten Mitglieder der Bereitschaft Roding mehr als 5000 Einsatzstunden.

  • Einsatzspektrum:

    Diesem „sind dabei keine Grenzen gesetzt“, teilt Bereitschaftsleiter Stefan Dietl mit. „Wir stehen für die sanitäts-dienstliche Absicherung von Großveranstaltungen wie auch für die Erstversorgung bei Katastrophen und Großschadensfällen.

  • Menschen:

    Viele Mitglieder „unserer Bereitschaft“ seien zugleich ehrenamtlich im Rettungsdienst und im Blutspendedienst des BRK tätig. „Bei all unserem Tun und Handeln steht die Hilfe für die Mitmenschen im Vordergrund.“

  • Bildung:

    Die Bereitschaft strebe keine Pokale und Auszeichnungen an. „Wir tätigen keine Anschaffungen für eigene Zwecke – uns zur Verfügung stehende Mittel verwenden wir für die Aus- und Weiterbildung unserer Mitglieder und die Anschaffung von Material für verschiedenste Einsatzszenarien.“

Helfer und Material seien deutlich schneller am Einsatzort und könnten sofort mit den notwendigen Hilfeleistungen beginnen. „Ein Abbruch des Sanitätsdienstes bei Unwetter, starkem Regen oder Schneefall ist nur noch in absoluten Ausnahmesituationen notwendig. Durch den vollständig abgesicherten Behandlungsraum wird die Sicherheit von Patienten und Einsatzkräften im Vergleich zu einem herkömmlichen Zelt deutlich erhöht.“

Die mobile Sanitätsstation sei flexibel für die Nutzung ausgelegt. Sie könne neben der Patientenversorgung zusätzlich auch als Aufenthaltsraum für Personal und als Stützpunkt für eine Einsatzleitung zum Einsatz gebracht werden. Die Sanitätsstation sei so ausgelegt, dass diese durch geringfügige Anpassungen in der Nutzung flexibel modifiziert werden kann. „Die Hygienesituation bei der Behandlung von Patienten wird deutlich verbessert.“

Stromversorgung inklusive

Die mobile Sanitätsstation sei im Vergleich zu einem herkömmlichen Zelt mit einer deutlich geringeren Personalstärke einsatz- und betriebsbereit. Durch die integrierte Stromversorgung könnten deutlich mehr Gerätschaften im Rahmen der Patientenversorgung genutzt werden. Der abgetrennte Aufenthaltsraum für Einsatzkräfte ermöglicht laut BRK Ruhepausen und die gleichzeitige Behandlung von Patienten. Die mobile Sanitätsstation erweitere die Einsatzfähigkeit der Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes im Kreisverband Cham. „Vergleichbare Behandlungsmöglichkeiten sind derzeit nicht vorhanden.“ Die mobile Sanitätsstation diene der Sicherheit der Bevölkerung im kompletten Landkreis Cham.

Appell an die Region

„Die Finanzierung einer mobilen Sanitätsstation (zirka 79 000 Euro) stellt die rein ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte vor eine enorme Herausforderung.“ Da es für diese im Kreis Cham wichtige Anschaffung keine Förderungen seitens Krankenkassen oder Freistaat gibt, seien die Einsatzkräfte auf die Unterstützung der heimischen Wirtschaft und Bevölkerung angewiesen. „Die ehrenamtlichen Helfer des BRK freuen sich über jede Spende und bedanken sich ganz herzlich für ihre Hilfe.“ Bankverbindung: BRK-Kreisverband Cham, Sparkasse im Landkreis Cham, BLZ: 742 510 20, Kontonummer: 240000737, IBAN: DE65742510200240000737, BIC: BYLADEM1CHM; Verwendungszweck: „Mobile Sanstation BRK“.

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