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Region Cham
Samstag, 25. März 2017 13° 2

Buch

Chamer Journalist stellt sein Buch vor

Thomas Muggenthaler liest am Mittwoch, 9. November, im Cordonhaus. Werk handelt von Verbrechen während der NS-Zeit

Thomas Muggenthaler erinnert an ein vergessenes Kapitel der NS-Zeit.

Dem in Cham geborenen Journalisten beim Studio Ostbayern des Bayerischen Rundfunk, Thomas Muggen-thaler, wird durch Kunstminister Wolfgang Heubisch am 4. November die „Bayerische Denkmalschutzmedaille“ verliehen. Am Mittwoch, 9. November, um 19.30 Uhr findet im Cordonhaus eine Autoren-Lesung mit Thomas Muggenthaler statt. Thema ist sein Buch „Verbrechen Liebe - von polnischen Männern und deutschen Frauen: Hinrichtung und Verfolgung in Niederbayern und der Oberpfalz während der NS-Zeit“. Veranstaltet wird die Lesung vom Kulturverein Bayerischer Wald in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Cham und der KEB Cham. Der Eintritt kostet fünf Euro, drei Euro ermäßigt für Mitglieder (Kulturverein, Schüler, Studierende) an der Abendkasse.

Thomas Muggenthaler erinnert mit dem Buch an ein vergessenes und tabuisiertes Kapitel nationalsozialistischer Verbrechen. Im Staatsarchiv Amberg entdeckte er einen umfangreichen Akt, der die Hinrichtung von mehr als 20 polnischen Zwangsarbeitern in Niederbayern und der Oberpfalz dokumentiert. Sie wurden 1941 bis 1943 in der Nähe des Arbeitsplatzes, an dem sie eingesetzt waren, erhängt, weil sie ein verbotenes Liebesverhältnis mit deutschen Frauen hatten. Die Hinrichtungen vollzogen Kommandos aus den Konzentrationslagern Flossenbürg und Dachau. Zur Abschreckung wurden die Zwangsarbeiter aus der Umgebung an dem Erhängten vorbei geführt. Später fanden Exekutionen im KZ Flossenbürg statt. Nie wurden ordentliche Gerichtsprozesse geführt, zuständig für diese sogenannten „Sonderbehandlungen“ waren die Geheime Staatspolizei in Regensburg und das Reichsicherheitshauptamt in Berlin. In den 1950er Jahren sichtete die Justiz die NS-Akten, ließ Beteiligte vernehmen. Muggen-thaler ging diesen Zeugnissen nach und recherchierte an den entsprechenden Orten. Er stieß auf bewegende Liebesgeschichten, dramatische Ereignisse und Morde, die heute weitgehend tabuisiert sind. Der Autor traf Frauen, die im KZ Ravensbrück wegen ihrer Liebe zu den polnischen Männern büßten.

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