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Region Cham
Donnerstag, 22. Juni 2017 32° 2

Verkehr

Chemie-Lastwagen drohte umzukippen

Der mit 23 Tonnen Natriumaluminat beladene Laster kam im Bad Kötztinger Ortsteil Sperlhammer von der Straße ab.
Von Stefan Weber

Weil der Fahrer dieses Lastwagens über Sperlhammer wenden wollte, blieb er kurz vor dem Bahnübergang hängen und drohte umzukippen. Fotos: wf

Bad Kötzting.Zum zweiten Großeinsatz im Altlandkreis Kötzting innerhalb weniger Tage wurden mehrere Feuerwehren aus dem Stadtgebiet von Bad Kötzting, Furth im Wald und Cham am Montagnachmittag in den Ortsteil Sperlhammer gerufen. Um 13.32 alarmierte die Leiststelle einen Verkehrsunfall mit Lkw, der chemisches Gefahrgut geladen hatte.

Die zuständige Ortsfeuerwehr in Sperlhammer übernahm die erste Erkundung, wobei festgestellt wurde, dass der Laster zu kippen drohte. Darauf hin wurden weitere Feuerwehren alarmiert. Wie sich vor Ort schnell herausstellte, war der Lastwagen mit einer stark ätzenden Flüssigkeit, Natriumaluminat, befüllt, wie Thomas Scheubeck, der als Fachberater Chemie ebenso hinzugezogen worden war wie Gefahrgut-KBM Christian Scheuer.

Keine gute Wendemöglichkeit

Der Fahrer konnte nicht mehr weiter. Foto: Weber

Der Fahrer des Lasters wollte aus Richtung Sperlhammer kommend auf die Staatsstraße 2140 von Grafenwiesen nach Bad Kötzting einbiegen. Kurz bevor er das dortige Bahngleis überqueren konnte – so der Fahrer – hätten die hinteren Reifen des Gespanns die Haftung verloren, wodurch er in das an dieser Stelle abfallende Bankett gerutscht sei. Wegen der großen Gefahr, die von dem Stoff ausging – auch wenn nichts auslief – veranlasste die Feuerwehren, die Strecke zwischen Bad Kötzting und Grafenwiesen erst halbseitig, kurze Zeit später komplett zu sperren. Ab 14 Uhr waren dann auch die Gleise der Oberpfalzbahn zwischen Bad Kötzting und dem Markt Lam komplett gesperrt.

Wie der Fahrer des Lastwagens angab, wollte er gar nicht nach Sperlhammer. Er sei durch das Navi fehlgeleitet worden, erklärte der Mann, und habe darum über das Dorf umdrehen wollen. Als er mit seinem Gefährt die schmale Strecke fast geschafft hatte, kam es zur folgenschweren Rutschpartie.

Das Gefahrgut hatte zur Folge, dass nicht nur zahlreiche Feuerwehren für die Absperrung der Straße benötigt wurden – Arndorf aus Richtung Bad Kötzting, Grafenwiesen aus der Gegenrichtung und Hohenwarth leitete den Schwerverkehr um – sondern auch Spezialeinheiten hinzugezogen wurden. Die Einsatzleitung lag bei Kreisbrandinspektor Marco Greil. Hinzugezogen wurden die Gefahrgutzüge aus Furth im Wald und Cham. Auch das BRK war mit drei Rettungswagen, einem Notarzt und einem Einsatzzug gefährliche Stoffe vor Ort, wie Einsatzleiter Michael Daiminger erklärte. Bis auf den Einsatzzug, der vor Ort blieb, um eventuell Verletzte während der Bergung des Lasters zu versorgen, konnten aber alle anderen nach etwa zwei Stunden wieder abziehen. Unterstützt wurde die Einsatzleitung wieder von der Unter Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) und von der Arbeitsgruppe Gefahrgut und Umweltschutz im KBI-Bereich.

140 Einsatzkräfte vor Ort

Insgesamt harrten rund 120 Feuerwehrmänner und -frauen sowie 20Rettungsdienstler etwa zwei Stunden in sengender Hitze an der Unfallstelle, bis entschieden werden konnte, was zu tun ist. Zunächst wurden die Nachbarn vor den Gefahren gewarnt und der Laster durch einen Greifzug des Rüstwagens der FF Bad Kötzting gesichert. Zudem wurde auf Anraten der Leitstelle ein Sperrkreis von 100Metern rund um den Lastwagen errichtet.

Gegen 16 Uhr begannen die Bergungsarbeiten.Fotos: wf

Auch war zunächst unklar, mit welchen Löschmitteln die Feuerwehr in Nähe des havarierten Lkw arbeiten durfte, sollte er umkippen und in Flammen aufgehen. Rückfragen ergaben aber, dass Wasser völlig ausreichend sei. Zur Bergung des Lasters wurde ein Spezialunternehmen aus Steinbach bei Straubing gerufen. Ab 16 Uhr wurde durch das Unternehmen mit dem Aufbau begonnen. Doch auch Polizei und Feuerwehr konnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, wie lange es dauern würde, da sich Kranbergungen über Stunden hinziehen können. Die Straße blieb schließlich bis gegen 18.30 Uhr komplett gesperrt..

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