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Region Cham
Donnerstag, 21. September 2017 15° 3

Wahlkampf

Claudia Roth staunt in Cham Bauklötzchen

Die Spitzenkandidatin der Grünen freut sich über den Kunstbetrieb und ärgert sich über fehlende staatliche Unterstützung.
Von Martin Hladik

Bewunderung und Begeisterung: Claudia Roth besieht sich die von Kindern aufgebauten Klötzchentürme im Kunstbetrieb. Fotos: Hladik

Cham.Die Ankunft vor dem Studienheim St. Josef ist standesgemäß. Claudia Roth fährt in einem Hybrid-Nissan vor. Der Auftritt ist gewohnt bunt. Für ihren Termin in Cham trägt die bayerische Spitzenkandidatin der Grünen ein rotes Wollkleid und ein buntes Mäntelchen mit Ethno-Muster drüber. In ihrer Hand hält sie ein ebenso buntes Brillen-Etui mit Münchner Motiven und einem gemalten Lebkuchenherzerl, auf dem „I mog di“ steht.

Nach dem „Hallo“ in die Runde mit den Grünen der Region und Andi Dünne, der ihr in den nächsten eineinhalb Stunden seinen Kunstbetrieb und die Zusammenarbeit mit der Grundschule vorstellen wird, wird schnell klar, dass Roth ein echter Politprofi ist. Sie weiß genau, welche Posen sich Fotografen wünschen und hat dennoch den Überblick, mal schnell einer jungen Frau zuzuwinken, die im Obergeschoss der Grundschule gerade Fenster putzt. Sie erhält ein fröhliches Winken zurück.

Wenn die Spitzenkandidatin der Bayerischen Grünen, Claudia Roth, über die Wackeltreppe steigt, dann beobachten die Kandidaten Stefan Schmidt (Wahlkreis Regensburg) und Tina Winklmann (Cham/Schwandorf) jeden Schritt genau.Fotos: Hladik

Echte Begeisterung zeigt Roth über die Arbeit Andi Dünnes im Kunstbetrieb und die Zusammenarbeit mit der Grundschule. Beim Betrachten der Kunstwerke der Kinder und der Erklärungen Dünnes dazu, kommt Roth immer wieder ein „toll“ über die Lippen. Neugierig fragt sie nach oder probiert eines der Spielgeräte im Schulhof aus. So eine Kunstschule, sagt Roth, sei „die beste Investition in den Standort und die Jugend“ und „kein Luxus“. Sie erinnert sich an eine Kunstschule in Unna, an der sie mitgewirkt hat. Die werde mittlerweile durch den Staat und die Kommune finanziert. Dass auch die Kunstgrundschule staatliche Unterstützung erfährt, freut Roth: „Wenn diese Landesregierung mal was Gutes tut, dann muss man das loben“, sagt sie. Ganz anders wird die Stimmung aber, als Dünne ihr erklärt, dass er seinen Kunstbetrieb und die Grundkunstschule nur aufrecht erhalten kann, weil seine Frau als Lehrerin den Unterhalt der Familie trage. Er selbst habe in den letzten Jahren von 400 Euro pro Monat gelebt. Er werde zwar ebenso bezahlt wie eine „Flötenlehrerin“, habe aber wegen der großen Fläche des Kunstbetriebes ganz andere Kosten für Miete.

Roths Wahlkampftour

  • Die Oberpfalztour:

    Am Mittwoch war sie in Weiden, am Donnerstag in Cham und zwischendrin in Neumarkt, um nach einer Diskussion mit Andreas Scheuer (CSU) am Freitag in Regensburg zu sein.

  • Statement:

    „Die Wahlkampfzeit ist für mich großartige Heimatkunde.“

  • Begleitung:

    Die Kandidaten Tina Winklmann und Stefan Schmidt sowie Bezirksgeschäftsführer Sascha Keilholz

Für Roth ein unhaltbarer Zustand. Da seien Land, Bezirk und Kommune gefordert. Genau jetzt sei eine gute Zeit dafür Stimmung zu machen, empfahl die gewiefte Polit-Taktikerin. Denn vor Landtags- und Bezirkstagswahlen 2018 werde es kein Politiker sehen wollen, dass eine solche Einrichtung aufgeben müsse.

Nur ganz am Rande wurde das drängendste Problem des Kunstbetriebes angesprochen. Spätestens im Februar müsse man das Josefsheim verlassen, sagt Andi Dünne. Der Grünen-Kreisvorsitzende Michael Doblinger hatte in seinem Eingangsstatement bereits darauf hingewiesen, dass hier die Stadt nach einer Lösung suche. Nur endgültig geklärt sei eben nichts. Geht alles glatt, so hofft Dünne, mit den anderen Kreativprojekten aus dem Josefsheim in die Holzakademie umzuziehen und dort gemeinsam ein Kreativangebot für (Schul-)Kinder anzubieten. Doch noch steht die Finanzierung nicht.

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