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Sonntag, 19. November 2017 10

Gesundheit

Das Gehirn– ein wunderbares Ding

Wie gut das Gedächtnis funktioniert, ist nicht nur vom Gehirn abhängig, auch der Zustand des Körpers spielt wichtige Rolle.
Von Ingrid Milutinovic

Mit dem richtigen Training ist es laut Fachleuten kein grosses Problem, das Gedächtnis auf Vordermann zu bringen. Foto: dpa

Waldmünchen.Was wollte ich denn jetzt nur im Keller? Was wollte ich heute einkaufen? Warum weiß mein Mann, dass wir diesen Film schon einmal gesehen haben und ich nicht? Warum weiß Oma nicht mehr, was sie gestern Mittag gegessen hat, erzählt aber ganz genau, welches Kleid sie trug, als sie Opa kennengelernt hat? Wer kennt nicht all diese und viele ähnliche Fragen. Und wer hat sich dabei nicht vielleicht auch schon mal nach dem Grund gefragt. Werde ich alt und vergesslich? Oder habe ich gar Alzheimer?

Zumindest im letzten Punkt kann man wohl fast jeden beruhigen. Dass jeder im Alter etwas vergesslicher wird, ist auch normal. Zur Beruhigung kann es deshalb interessant sein zu wissen, wie das Gehirn und damit das Gedächtnis funktioniert. Wobei wir wieder am Thema „Oma“ wären. Die Sinneseindrücke Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen landen zunächst in einem Speicher, in dem das Gehirn entscheidet: Wichtig oder unwichtig? Unwichtiges wird sofort wieder vergessen. Wichtige Dinge landen im Langzeitgedächtnis. Für Oma war es also besonders wichtig, auch später noch zu wissen, welches Kleid sie damals trug.

Was wird vergessen?

Andere Sinneseindrücke landen zunächst einmal auf dem Weg über das limbische System im Kurzzeitgedächtnis, bevor dann die Entscheidung fällt, es doch im Langzeitgedächtnis zu verankern. Von dort können die Informationen jederzeit über das Arbeitsgedächtnis abgerufen werden. Dinge, die lediglich im Kurzzeitgedächtnis geparkt waren, werden über kurz oder lang vergessen. Oma weiß nicht mehr, was sie gestern gegessen hat, weil ihr Kurzzeitgedächtnis nicht mehr richtig arbeitet.

Brigitte Trümper weiß um den Nutzen des Gedächtnistrainings. Foto: wim

Eine, die sich intensiv mit dem Thema „Gedächtnis“ und „Gedächtnistraining“ beschäftigt, ist Brigitte Trümper aus Tiefenbach. Das Thema fasziniert sie so sehr, dass sie hierfür eine Ausbildung über „Ganzheitliches Gedächtnistraining“ beim „Bundesverband Gedächtnistraining e. V.“ absolviert und ein entsprechendes Zertifikat erhalten hat. Theorie und Praxis des ganzheitlichen Gedächtnistrainings und praktische Übungen und Erfahrungsaustausch waren der Inhalt. Die Faszination spürt man auch sofort, wenn Brigitte Trümper beginnt, über dieses Thema zu reden. „Ganzheitlich“, sagt sie, bedeutet, dass bei der Aufnahme und der Verarbeitung von Sinneseindrücken Körper, Geist und Seele gleichermaßen beteiligt sind. Nicht nur die geistigen, auch die körperlichen Funktionen sollen aktiviert, beziehungsweise reaktiviert werden. So wie ungenutzte Körperpartien verkümmern, so verkümmern auch ungenutzte Gehirnzellen, weiß sie.

Die Lehre daraus: Was für den Körper die Bewegung, ist für das Gehirn das Denken und das Nutzen der geistigen Fähigkeiten. Wie der Körper wird auch das Gehirn durch das entsprechende Training immer leistungsfähiger werden, erläutert sie.

Zum Gehirntraining hat Brigitte Trümper auch gleich einige Tipps:

Sich Namen merken: 1) genau zuhören; 2) den Namen, zum Beispiel Herr Bergheim, laut aussprechen; 3) sich den Namen aufschreiben; 4) sich ein Bild ausdenken (z. B. Herr Bergheim geht über einen Berg heim).

Sich Telefonnummern merken mit bildlicher Darstellung der Ziffern entsprechend ihrer inhaltlichen Bedeutung: 1 = Eis, 2 = Zweirad, 3 = Dreispitz, 4 = Vier Windrichtungen, 5 = Fünfuhrtee, usw.

Koordinationsübungen: Die Koordination von Gliedmaßen wird vom Gehirn gesteuert, sie hängt von der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und dem Reaktionsvermögen ab. Sie steigern die Hirnaktivität und fördern die Konzentration. Kramen Sie die Fingerspiele aus ihrer Kindheit aus: z. B. Schnick, schnack, schnuck.

Trainieren im Spiel

Formulierung, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Fantasie werden angeregt mit folgender Übung: Denken Sie sich drei Begriffe aus verschiedenen Themenbereichen aus. Beispiel: Nordpol Affe Tulpen. Eine Möglichkeit, einen vollständigen Satz, der nicht sinnvoll sein muss, zu bilden, ist folgende: Auf dem Nordpol steht zitternd ein Affe und träumt von blühenden Tulpen. Auch das macht Spaß und ist ein geeignetes Spiel für die ganze Familie.

Wer selber weiter in das Thema einsteigen oder auch unter fachkundiger Führung leichte Übungen erlernen möchte, ist bei Brigitte Trümper an der richtigen Stelle. In ihrem Kurs „Ganzheitliches Gedächtnistraining“, der vom Kneipp-Verein in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Waldmünchen-Rötz für Anfang 2018 geplant ist , soll durch entsprechende Übungen der Zugriff auf Gedächtnisinhalte verbessert und damit auch das Erlernen von Neuem erleichtert werden.

Den Starttermin für den nächsten Kurs wird es im Programm der Volkshochschule (http://vhs-waldmuenchen-roetz.de) und auf der Homepage des Kneipp-Vereins (http://kneippverein-waldmuenchen.de.tl/) geben.

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